Samstag, 26. Januar 2013

Legitimitätslieferant

Der Philosoph Peter Sloterdijk
schreibt zur systematischen Entpolitisierung, “Bürgerausschaltung“:
In der repräsentativen Demokratie werden Bürger als Lieferanten von Legitimität für Regierungen gebraucht. Deswegen werden sie in weitmaschigen Abständen zur Ausübung ihres Wahlrechts eingeladen. In der Zwischenzeit können sie sich vor allem durch Passivität nützlich machen. Ihre vornehmste Aufgabe besteht darin, durch Schweigen Systemvertrauen auszudrücken.
von hier:     http://existenzistmenschenrecht.wordpress.com/sammelsurium/   (kein Hyperlink)

Das ist es, so scheint es in den letzten Jahrzehnten in Deutschland zugegangen zu sein.
Ob dies mein Unbehagen angesichts der übergestülpten westlichen "besseren" Demokratie erklärt?

Durch Schweigen Systemvertrauen ausdrücken.
Genau dazu werden in den Schulen unsere Kinder erzogen - "halt den Rand und gehorche", "passe dich an und gehe mit der Masse" und "du kannst doch nicht aus der Reihe tanzen, sieh, die anderen ziehen auch mit" wird ihnen schon ganz früh eingebleut.

Hatte ich nicht letztens erst sowas ähnliches mit der lieben Plattform für Handmade with Love erlebt? Wer schweigt, stimmt zu?

Dazu paßt auch das letzens bei der ersten Wahl des Jahres in Deutschland spür- und meßbarem massiven Verständnisverlust gegenüber den Regeln der Demokratie und ihres Werkzeuges, der Wahlen.
Als man sich aufregte über Leihstimmen der CDU oder SPD an die FDP (oder so ähnlich, ich habe es ehrlich gesagt nicht ganz verstanden).
Ich muß zugeben, mit dem Wahlprozedere kenne ich mich überhaupt nicht aus - was für mich ein Grund ist, nicht zur Wahl zu gehen. Wie auch, wenn ich nicht verstehe, was genau ich da tue und welche Auswirkungen es hat. Ellenlange Listen, einen Wahlzettel von der Größe eines Tafeltuches, 60 und paar zerquetschte Kreuzchen, die man setzen darf - und wehe, man verzählt sich, dann ist der ganze Stimmzettel ungültig.

Ich habe es zwar aus dem Politikunterricht meiner Großen mitgelernt, wie es geht (vor allem das Prinzip der Überhangmandate - nur was zum Teufel IST das?!?!), aber verstanden habe ich es nicht. Politikverdrossenheit im Lande, Wahlverweigerung - kein Wunder. Der Normalbürger durchblickt schon längst nicht mehr, was er da tut und wozu genau er seine Zustimmung gibt bzw. zu geben glaubt.
Aber wer schweigt - stimmt ja zu, so ist das bei uns im Land, und es ist gewollt.

Ich hätte da einen Vorschlag: um die Wahlverweigerer ebenfalls mit einzubeziehen, müßte jede Wahl danach gewichtet werden, wieviel Prozent der Wahlberechtigten überhaupt angetreten sind, um ihr demokratisches Grundrecht wahrzunehmen, und jede abgegebene Stimme mit dem entsprechenden Wert zwischen 0 und 1 multipliziert werden. DAS würde mal ein realistisches Bild der Meinung und des Willens des Volkes abgeben. Und die Politiker würden vor Schreck erblassen...

Greetings, Sathiya

Kommentare:

  1. Er wertet es nicht und er weiß warum. Ich werte schon. Und ich denke was er sagt ist sowohl richtig, als auch die eigentliche Grundlage der Demokratie, auch wenn er das sicher gar nicht sagen wollte.

    Wo zwei etwas entscheiden sollen, da kann man über alles reden. Es gibt maximal zwei Meinungen, von denen eine sich letztlich durchsetzt.

    Wo 80 Mio. Dinge entscheiden sollen kann man eben nicht mehr über alles reden. Braucht man auch nicht. Und sollte man auch nicht. Sonst verliert man sich in Befindlichkeiten.

    Unsere Demokratie krankt nicht daran dass jeder Depp zu allem und jedem eine Meinung hat. Das ist ok, das muss so sein, wehe dem es wäre nicht so. Sie krankt aber daran dass genau derselbe Depp erwartet, dass man sie gefälligst berücksichtigt, nur weil er die eine Truppe statt der anderen gewählt hat.

    Und das ist idiotisch. In einem politischen Spektrum, das aus zwei Parteien besteht - und ich meine nicht rot/schwarz, sondern ich meine "verträumt"/"anders verträumt" oder "mit schlechten Ideen"/"mit anderen schlechten Ideen" oder "Zahnweh"/"Bauchweh" muss man gegenüber den anderen 40 Mio. die die gleiche Truppe gewählt haben einfach mal zurückstecken.

    Sie heißt nicht umsonst "repräsentativ" - einige wenige vertreten den großen Rest. Das mögen Deppen sein, das mögen die am wenigsten Depperten in einer Horde von Deppen sein die man bei der Wahl finden konnte, aber sie sind diejenigen, die zumindest annähernd in die selbe Himmelrichtung laufen in die man auch würde gehen wollen.

    Sie vertreten aber nicht speziell mich und nicht meine speziellen Belange. Demokratie heißt nicht mehr als prinzipiell ähnliche Richtung.

    Wer das nicht will, oder die nicht finden kann, soll lieber nicht wählen als aus Protest wählen.

    Angesichts der letzten Landtagswahl wo letztlich wohl knapp 2.000 Stimmen darüber entschieden haben ob der eine Depp oder der andere Depp nun regieren darf hätte ich eine andere Änderung im Sinn:
    Wahlen die keinen signifikanten Abstand zwischen Wahlsieger und Unterlegenem hergeben sind ungültig, und werden wiederholt bis ein klares Votum da ist, sagen wir 5% Vorsprung.

    Dein Änderungsvorschlag zielt woanders hin - wobei ich der Meinung bin wer nicht wählen will, verändert nichts am Ergebnis derer die wählen wollen, ob das nun 10% oder 90% waren.

    Und er widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz: Jede Stimme zählt gleich schwer. Und der Gleichheitsgrundsatz ist ungeheuer wichtig wenn man sich die "Wahlmänner"-Variante einer Demokratie wie in den USA praktiziert mal ansieht wo pickelige Bübchen und tweedkostümierte Hausfrauen 20.000 bis 40.000 Bürger repräsentieren und den Chef ausraufen. Und ob sie 20 oder 40.000 repräsentieren wird einzig in einem völlig undurchsichtigen System der Vorwahlen ermittelt.

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    1. Äääh - ja. Du hast recht - was das System und den Begriff angeht, aber mein Gefühl sagt mir, nein, so einfach ist das nicht. Verstehst Du, was ich meine?
      Dein Vorschlag mit dem 5%igen Unterschied wäre echt mal was - aber darauf lassen sie sich nie im Leben ein... das wäre ja zuzugeben, daß man sich nicht so deutlich vom Gegener unterschiedet, wie man 1. immer gehofft, 2. dem Wähler vorgegaukelt und 3. sich eingebildet hat. :-))

      Wieso widerspräche mein Vorschlag dem Gleichheitsgrundsatz? Die Wahlen und ihre Auswertung und Auszählung, wie sie zur Zeit vorgenommen werden, widersprechen dem doch auch. In meiner im Post schon beurkundeten Ahnungslosigkeit behaupte ich das jetzt einfach mal.

      Ich habe noch eine Idee: es müßte festgelegt werden, daß mindestens 50,1 % aller Wahlberechtigten zur Wahl gehen müßten, um dieselbe gültig zu machen. Sonst - kein Wahlergebnis, keine Regierung. Sonst würde die Wahl ja nicht den Willen des Volkes - pardon, den Willen der Wahlberechtigten widerspiegeln.

      Oder Kinder dürften mitwählen - und deren Eltern in Vertretung das Stimmrecht ausüben. Es ist schon seit längerem für mich nicht einzusehen, inwiefern Alte, Debile, mit einer Lebenswerartung von noch nicht einmal 2 Jahren mit ihren Stimmen über Zukunftsentscheidende Richtungen der Politik entscheiden dürfen, die sie nicht mehr erleben werden und es ihnen somit auch egal ist, ob sie den Atomausstieg für in 5 oder in 20 Jahren bestimmen.
      Es kommt mir vor, als wären Kinder keine Bürger, zumindest stimm- und wahltechnisch gesehen. Aber ist es nicht auch und vor allem ihre Zukunft, über die hier und heute bestimmt wird?
      Wieso haben Kinder keine Stimme, warum gesteht man ihnen keine zu? That is the quastion.

      Nun, mir kommt das gesamte System fragwürdig vor... aber wir haben kein Besseres. Mir fällt auch keines ein, daß das Land nicht insgesamt handlungsunfähig machen würde... Machen wir also das beste daraus. :-)

      (Und wenn mir mal jemand das Wahlsystem in Deutschland so erklären könnte, daß ich es endlich mal verstünde, wäre ich wirklich dankbar. ;-) )

      Lg, Sathiya

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    2. Natürlich macht das keiner ... lieber wird das grinsende Gesicht des "Gewinners" in die Kamera gehalten, ist doch klar. Dass er nur um Haaresbreite besser war als der andere ist nach einer Woche ja eh vergessen.

      Naja, ich hatte Dich so verstanden dass "gewichtet" werden soll, vielleicht habe ich da nicht verstanden was Du meinst. Jedes Gewichten aber macht eine Stimme potentiell mehr wert als eine beliebige andere. Wenn nur einer von 1000 wählt, dessen Wahl dann aber stärker gewichtet wird um die ganzen Nichtwähler zu kompensieren, dann verzerrt das, weil er für die anderen quasi mitentscheidet.

      Eine Mindestbeteiligung halte ich auch nicht für so gut. Es gibt Themen und Wahlen die sind mir z.B. völlig wurscht und da gehe ich nicht hin, und da dürfen alle anderen ausraufen was sie haben wollen und ich werde damit leben können. Und je unwichtiger die Themen oder je beschissener oder ähnlicher die Programme, um so eher kannst Du an der (Nicht)Wahlbeteiligung absehen wie weit Du von der Masse die Du vertreten willst eigentlich schon entfernt bist.

      Auch die Auswahl wer bei was mitwählen darf halte ich persönlich für brandgefährlich. Viel gefährlicher als wenn die Hälfte der geronotologischen Fraktion bei Zukunftsthemen die einen, und die andere Hälfte die anderen wählt.
      So eine Auswahl wäre immer fragwürdig, Du weißt ja nicht, wie lange die alten Kracher dank der forschenden Pharmaunternehmen es noch machen werden.

      Auch bei Kindern sehe ich das anders. Selber entscheiden können sie nicht, weil: Kinder. Jemanden für sie mit entscheiden zu lassen ist aber nicht mehr als die Vermutung, die eigene Brut wird das schon genau so sehen wie man selber, latent also willkürlich. Allerdings würde sich das nach zwei Generationen nivellieren ... es wäre früher als man Kind war für einen mitentscheiden worden und man macht das gleiche jetzt für die eigenen Kinder. Da könnte ich vielleicht noch ohne Zahnweh mit leben - wenn nach der Einführung davon das System nie wieder geändert würde, was aber unwahrscheinlich wäre.

      Aber das alles ist natürlich auch nur meine eigene Ansicht, die oft nicht mehrheitsfähig ist.

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    3. Kinderwahlrecht - Frauenwahlrecht.
      Dasselbe wurde früher auch über Frauen, die wählen wollten, gesagt. Also, Argument steht auf wackligen Beinen. Hatte nicht früher der Herr im Hause alle Entscheidungen getroffen? Auch für die Frauen? Mit demselben Argument?
      Nun, vielleicht würde sich dann das politische Interesse mehr in Richtung Schulbildung und hochqualifizierte Kinderbetreuuung bewegen als in Richtung Langzeitlebenserhaltung für grenzdebile Senioren. (Pardon in Richtung Senioren, ich hab nur übertrieben, sorry)
      Träume ich mal weiter - aber wer weiß? :-) was noch alles passieren könnte...

      Wahlbeteiligung - ein weites Feld, wieder mal ;-).
      Darüber könnte man sich endlos auslassen und bis aufs Blut streiten. Ich sag ja nur, was mir logisch erscheinen würde... zu den üblichen CDU 34 %, SPD 38 % oder umgekehrt, FDP und andere x %, eben noch die Wahlbeteiligung dazu zu veröffentlichen. Die Nichtwähler gehen ja oft genug nicht wählen, weil sie zwischen den sich zur Wahl stellenden keinen Unterschied mehr sehen. Diese müßte man in das Wahlergebnis einbeziehen, in Form von absoluten Zahlen. Würde die Wahlbeteiligung bei 30 % liegen, würde sich die Siegeszahl von 38 % aller zu Wahl gehenden Wähler auf eine totale Zahl von etwas über 11 % so was von relativieren... und wäre bei weitem kein Grund für eine Siegesparty. Aber die siegreiche Partei fühlt sich legitimiert durch eben diese Zahl und nimmt es als Willen des Volkes. Das ist zutiefst beschämend. Ist das unsere Demokratie?

      Was ich für demokratisch halte, ist anscheinend was ganz anderes...

      Zum grinsenden Gesicht des Gewinners habe ich noch zu gut die Siegesvisage des Herrn Schröder vor Augen. Gewählt ist gewählt, so war das doch?! Das ging gar nicht... :-)) aber früher oder später werden sie alle Geschichte sein.

      Komm, wir gründen unsere eigene Partei - die C+S+G-Privatgärtner. Und zeigen dem Rest, wie es richtig gemacht wird. *lach* (bitte bitte NICHT zustimmen...)

      Lg, Sathiya

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    4. Für so wackelig halte ich das ja nicht ... ich zumindest mache einen Unterschied zwischen Frauen und Kindern - dass DU das als Argument anführst läßt mich kichern, und in die Falle laufe ich nicht ;-) Beide wissen vielleicht nicht was Abseits ist, ok soweit bin ich bei Dir (Scherz), aber einer von beiden weiß z.B. , ob er Griechenland kaufen will oder nicht und findet Atomkraftwerke ggf. nicht nur wegen der lustigen gelben Sonne cool. Der eine ist eben erwachsen, der andere noch nicht. Für mich ist das ein Unterschied. Und dass es in der Schweiz erst 1971-1990 eingeführt wurde (hierzulande feiern wir 2019 hundertjähriges) macht mich heute noch stinkig.

      Es ist die Pflicht der Eltern für die Ausbildung der Kinder Sorge zu tragen. Die danach zu befragen hat aber eine andere Tragweite als sie danach zu fragen ob sie lieber Fischstäbchen oder Griessbrei zum Mittag essen wollen. Politik hat auch was mit Beständigkeit der eigenen Meinung zu tun. Und damit ist es bis zu einem gewissen Alter einfach nicht allzu weit her. Soll ich einen Zehnjährigen fragen wie er zu einer Berufsarmee oder einer Wehrpflichtarmee steht ? Ganz ehrlich, das diskutiere ich persönlich nicht mal mit einem Zwanzigjährigen und verstehe jeden, der das mit mir als ich 20 war auch nicht diskutiert hätte. Was Du dann bekommst ist nämlich ein Meinungsbrei der jede Woche ein anderer ist. Wie will man denn danach politische Weichen stellen die für Jahre manchmal Jahrzehnte tragen sollen ? Und die Eltern in ihrem Namen nochmal wählen lassen ist nix anderes als die Sicht der Eltern zu vervielfältigen - ein totes Rennen und Du hast wieder 38% und 42%, nur bei einer rechnerischen Wahlbeteiligung inklusive der Kinder. Entweder sie wählen selber, was nicht klug ist, oder gar nicht bis sie als erwachsen gelten.

      Mathematik hat mit dem Ritual der Siegesfeier nach einer gewonnenen Wahl wenig zu tun ... die wäre nicht einen Deut kleiner wenn statt 38% nur 11% als amtliches Endergebnis da stünden, nur weil über zwei Drittel gar nicht erst hingegangen sind. Unter dem Strich änderte das nada am Weihrauchschwenken.

      Nur all die Grinsebacken mit dem Charme eines Stücks nasser Seife egal mit welchem Parteibuch nehmen sich diesbezüglich nix, das ist für mich mit das größte Ärgernis.

      Das mit der Partei ist bei mir schwierig. Ich habe natürlich eine Prägung in eine bestimmte Richtung. Die stinkt mir eigentlich schon seit Ewigkeiten, weil sie so gut paßt wie ein schlechter Anzug. Nur wenn ich mich umschaue, die Pfeiffen von der anderen Kapelle sind ja noch blöder, oder kommen mir zumindest so vor. Außerdem bin ich ein Personenwähler in einem Land, das für alles erstmal einen Arbeitskreis gründet. Das macht es nicht leichter, schau Dir die Gestalten doch nur an, Du siehst quasi dass sie sich seit Generationen nur noch untereinander vermehren, so einer will ich nicht werden, also keine Partei für castagir ;-)

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    5. Naja *lach* wenn der Wahlkampf so geführt wird, welche Partei dem Nachwuchs die meisten Fischstäbchen auf den Teller packen will - bin ich bei Dir. Das ist unerwachsen, und so darf Politik nicht gemacht werden.
      Aber schau doch mal, was auf den Wahlplakaten steht - es sind mehr oder weniger Fragen und Versprechungen nach der Coolness von Atomkraftwerken, der Anzahl der Fischstäbchen (= Rente z.B.) oder sinnfreie Formulierungen wie "mittendrin statt außen vor", was mich immer, ich weiß nicht wieso, an Kevin allein zuhaus erinnert. Also, verschlechtern würde es sich nicht, nehme ich mal an...

      Weißt Du, daß erst in den 50er Jahren in einigen Ländern die Wahlmündigkeit von 21 auf 18 herabgesetzt wurde? Weil nicht genug volljährige Wähler vorhanden waren, um im Sinne der regierenden Parteien abzustimmen (die DDR hat es vorgemacht, aus eben diesem Grund, in der BRD kam es erst 1975 dazu). Es gibt sogar Bestrebungen und Anträge, das Wahlalter entsprechend weiter herabzusetzen bzw. ganz aufzuheben. Natürlich kann das nur für eine aktive Wahl gelten, ich mag auch keinen Bundespräsidenten haben, der viermal am Tag sein Fläschchen bekommt... (Scherz, das kann man natürlich AUCH falsch verstehen *g*).

      Zurück zur Wahl: das Wahlmännersystem ist soo weit nicht entfernt von dem, was realiter hier geschieht: eine Minderheit entscheidet über ein noch kleinere Minderheit, die den ganzen Haufen dann regiert. Gefällt mir nicht, aber ich sehe nicht, wie es zu ändern wäre. Nehmen wir es eben hin. Bin ich eben ein Schaf... unter Schafen. :-))

      Keine Partei? Oooch. Na gut, ich will ja nicht, daß Du irgendwann so aussiehst wie die anderen Gestalten, und Dich auch so benimmst. Was ist eigentlich aus Stoiber geworden?! Oberster Gurkentrupperich a.D.?

      *kicher* Lg, Sathiya

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    6. Ja, weiß ich. Das hatte aber weniger damit zu tun "Kinder an die Macht" zu propagieren. Das Wahlalter herabzusetzen hatte mit dem damals noch bestehenden Unterschied zwischen Volljährigkeit und Großjährigkeit zu tun, den es heute so gut wie gar nicht mehr gibt. Es im Sinne des Wahlrechts noch einmal herabzusetzen von 18 auf z.B. 16, da wäre ich dabei - in manchen Dingen sind die Kinder heutzutage weit früher halbwegs genug "gefestigt" um eine Meinung zu haben die es sich lohnt zu berücksichtigen. Das ist aber was völlig anderes als "ein Kind eine Stimme".

      Zum US-System gibt es eine herrliche Folge aus "Boston Legal" die den Irrwitz des Wahlmännersystems viel besser beschreibt als jedes Lexikon es könnte ;)

      Edmund ? Na der treibt doch den Abbau der Bürokratie in Brüssel voran ... er hat bereits eineinhalb Seiten aus der 1270-seitigen Verordnung zum Biegeradius der europäischen Standardbanane gestrichen. Und er ist ja schließlich erst seit 2007 dort, da kann man keine Wunder erwarten *gg

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    7. Ich wundere mich über den Ausdruck "gefestigte Meinung", was man damit wohl meinen könnte. Ich habe eher den Eindruck, daß der Großteil der wahlmündigen Bürger eben eine solche nicht hat - zumindest erscheint mir der Wahlkampf (ähnlich wie die Reklame ja auch) daraufhin ausgelegt zu sein, eher die Befriedigung unmittelbarer Gelüste zu versprechen als irgendetwas langfristiges zu planen, daruf hinzuarbeiten, auch mal zu sparen, und die Früchte in ferner Zukunft zu ernten.
      Deswegen wäre es für mich beinahe schon egal, ob Kinder oder ungefestigte Erwachsene was wählen... das Ergebnis würde sich nicht wesentlich unterscheiden. Mehr Fischstäbchen (gutes Beispiel, das *g*) wollen sie alle... aber lieber Schluß mit dem Thema, von meiner Seite.

      Die Folge aus Boston Legal kenne leider ich nicht. Noch nicht. Danke für den Tip!

      Anderthalb Seiten in 5 Jahren? Meimei, wird sich noch überarbeiten, der Gute... (Das hätte ich aber auch hingekriegt, ganz locker.) Und was machte er sonst so?!?! *grimmig*

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  2. Aha, ihr beide seid wieder ordentlich in Eurem Element = 'er' bootet wirklich aaalle Pferdekoepfe in windeseile aus! ;-)

    Es gibt aber noch mehr Schizophrenien im netten Wahlsystem, z.B.:
    Obwohl in Australien lebend (und permanent residency Erlaubnis haben) darf ich hier KEINE Grosswahlen 'beeinflussen'!
    Dafuer koennte ich wohl EUCH da drueben das Leben zur Hoelle machen mit meiner Wahlberechtigung dort, obwohl ich sie gar nicht selbst 'ausbaden' brauche. Ergo: behandelt mich nett, bitte! ;-)

    Zudem existiert dann noch so etwas wie wohl 'Stimm-Vieh-Gefangenen-Haltung':
    Mein Mann bekam aufgrund 'seiner beruflichen internat. Wichtigkeit/Einsaetze' die Doppelstaatsbuergerschaft genehmigt; ICH bin nicht 'wertvoll' genug fuer so etwas (ausserdem koennte man wohl auf die Schnaps-Idee kommen, Staatsbuergerschaften zu sammeln, oder? So reinrassig, nur um sich sein persoenliches Leben bezueglich 'behoerdlicher Schubladisierung' NOCH ein wenig, aeh, 'interessanter' zu machen (= der Mensch braucht ja wohl ein wenig excitement dieser Art zum sonst langweiligen taeglichen Leben, oder? (= ordentlich Gruenmaennchen-Zaehnefletsch hier!)

    Bitter fand ich 'nicht ausgeuebtes Wahlrecht' einst in einer 'kleineren Lokal-Wahl', das letzte suesse Nestchen betreffend, welches wir kurz vor Ausreise nach Australien bewohnten.
    Nachdem bei nur knapp 800 Schafen im Ort logischerweise jeder 'Schafkopf' persoenlich bekannt ist, kam dann die Frage an mich - als zuletzt noch Anwesender von uns beiden "warum hast DU nicht gewaehlt?"
    (Anmerkung hierzu: Es war aber zu diesem Zeitpunkt schon 'mittelgrosses Lauffeuer', dass die 'zwei Depperten auf dem Berg' (auch dorten ;-) ) nach Australien gehen)
    Ich meinte dann verlegen "ich habe mich nicht getraut, weil ich die Folgen ja nicht aushalten werde/muss"
    Antwort: "ist doch wurscht !"
    Kopfkratz bei mir: "wie bitte?"



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    1. Stimmvieh - trifft es auch ganz gut. *lach* man darf sich fragen, ob man als Bürger von den Politikern nicht ohnehin als solches gesehen wird?
      Es gibt gute Gründe, warum es nur ein Wahlrecht und keine Wahlpflicht gibt. Das wäre es doch... ich finde, mit einer Wahlpflicht würde möglicherweise mal ein reales Abbild des tatsächlichen Volkswillens erreicht. Selbst wenn es nur um die Anzahl der Fischstäbchen auf dem Teller ginge (siehe oben).
      Aber nein, Volksentscheide sind ja per Verfassung nicht erlaubt (soweit ich weiß).
      Pech gehabt.

      Die "zwei depperten auf dem Berg"? Nee oder?! Ach, da wäre ich aber auch abgehauen... hätte vorher aber noch ordentlich Dampf gemacht - laß die anderen doch ruhig ihre Suppe auslöffeln. (nein, nicht doch, dazu bin auch ich viel zu nett und guterzogen) ;-)

      Lg, Sathiya - and big hugs for everybody

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  3. :-D Sathiya, don't worry about 'Das 800 Schafe-Dorf' - die waren weeeesentlich mehr o.k., als die Gegend in welcher ich geboren wurde. Ausserdem ist es doch meist der 'Ton, welcher die Musik' macht; s. u/haeufigsten 'Probleme' per Blog (da ohne Ton ;-) und Gesichter).
    Wir waren dort eben 'Zuagroaste' und da muss man sich seinen Platz/Rang einfach 'erarbeiten'/verdienen (div.'s Moeglichkeiten dafuer)*

    Wir waren einfach - auch fuer diese (wie auch viele andere; egal, wo wir uns hinpflanzen) - nicht ganz, 'gewoehnlich sondern eher gewoehnungsbeduerftig'. Dies ist kein Problem, so lange beide Seiten um die Unterschiede wissen und TROTZDEM bereit sind, sich gegenseitig eine Chance zu geben und nach IRGENDeinem gemeinsamen Nenner zu suchen!
    Ich 'half' ihnen gerne, diesen zu finden; faellt mir auch nicht schwer, da 'ich selbst Landpomeranze' und viele Probleme kennend!
    Diese 'Schafe' waren absolut nicht der Grund unseres Weggehens aus Deutschland; da sind Schwiegermuetter - beidseitig - anzukreiden!

    Ich habe auch - zu einem gewissen Grade das "ist doch wurscht" verstanden, aber ich selbst haette ein ordentliches Problem mit meinem Spiegelbild gehabt = das geht niiie! Auch wenn dies sehr eigenartiges Gerechtigkeitsgefuehl sein mag - sorry.

    * nur diese ging NICHT und habe ich darum meinem Mann gehoerig zurueckgewiesen:
    Fragen kamen auf, warum ich - arbeitsfaehiges Alter; keine Kinder - NICHT einem ausser Haus Geldverdienst nachgehe.
    Mein GoeGa meinte patzig "sag' denen, Du haettest es nicht noetig jemandem anderen den Job wegzunehmen." (= obwohl die Wahrheit und auch dann langsam gemerkt aber einfach dann dezent von denen weggesteckt, WEIL, bis sie dies dann gemerkt hatten, habe ich per Ellbogen = ich auch nur mit Wasser kochen, so wie ihr - schon bewiesen: ich bin nicht anders!
    Kein Marsmaennchen; Sorgen und Noete (leicht andere nur mitunter!) Traeume ... und mit 'Den Schaeumen' dazu fertig werden muessen - sooo wie jeder Mensch zu irgendeinem Grade. = Drinn' war ich - und so kaempf(t)e ich mich noch ueberall am besten hinein: Du schaust, wo sie ihre Noete und Ueberlebenskaempfe haben und hilfst nach bestem Wissen und Koennen mit. Incl. z.B. mit so einfachen Sachen wie: Gummistiefel an, Rechen unterm Arm, weil da steht ein Gewitter am Himmel und der an Deinen Garten anrainende Bauer versucht gerade verzweifelt in seiner Funktion als '2-Mann-AG' (= mit Frau oder sonst. Fam.-Mitglied) das muehseelig ein paar Tage gepflegte Heu zu retten. Task: Hilf mit! Am besten unaufgefordert und hinterher genauso schweigsam nur mit 'nem Stippen 'gen Stirn sich wieder trennen - man sieht sich zu einer besseren weniger hektischen Zeit zum Danke und 'no worries' sagen = Vorteil von Winzigkeit einer Ortschaft.
    Dafuer kriegt man umgekehrt dann auch - wenn denn mal noetig - den mitunter sehr wertvollen Schutz dieser Gemeinschaft fuer sich = priceless!
    Ist schwer mit mir diesbezueglich anders 'zu rechnen' - akzeptiere ich gernest dafuer auch den 'rauhen Kosenamen' von 'die zwei Depperten (= schlicht fuer 'anders sein' stehend) auf dem Berg'.
    Die waren wirklich schwer i.O. und ich habe mir meine Anwesenheits-Jahre dort vorsichtshalber von der Gemeinde bestaetigen lassen. Grund: Die Gegend kaeme immer wieder fuer mich in Frage und die Regelung zum dort selbst bauen duerfen war: 8 Jahre vorher dort gelebt zu haben; 7 haben wir geschafft (= Verhandlungen notfalls noetig!? = meine Lieblings-Disziplin! ;-) !)





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    1. Wirklich? Es gibt eine Bauherren-Wartezeit? Wieso das denn?
      Wieder was gelernt. Nein, ich wundere mich. Vermutlich um den Zuzug von Ortsfremden zu regulieren, oder? ;-)

      Diese Art selbstverständlicher Nachbarschaftshilfe ist eine gute Sache, aber glaube ich, tatsächlich auf Gemeinden mit relativ wenig Einwohnern beschränkt. In der Stadt ist mir das noch nicht passiert, auch nicht in der engsten Nachbarschaft. Hat was, in einem kleinen Nest zu leben, da fühlen sich die Menschen in gewisser Weise noch mehr füreinander verantwortlich - gucken einem allerdings auch in den Kochtopf und ins Bett, das ist der Nachteil :-D
      Oder sie glauben, darüber rechten zu dürfen, wie der Lebensentwurf des einen oder anderern aussieht. Kleingeister... aber die gibt es überall, und manchmal sitzt einer von denen sogar an meiner Stelle vorm Computer... ;-)) (eine meiner schlechteren Seiten - aber solange ich sie kenne und ausbremsen kann, sei es *g*)

      Lg, Sathiya

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  4. Klar, wer hat diese Seiten nicht?!
    Faellt aber (mM) unter die Mathe-Formel: Pendel schwingt gleich weit aus in beide Richtungen (es sei denn, es wird vorher ein Stopp eingeworfen; von wem auch immer).
    Habe mit dieser Formel einst versucht 'Rauhtierchen' zu ihrer Krankenhaus-Clown-Ausbildung zu motivieren (bis sie jetzt wohl aus eigener Begeisterung 'sicherer drinn steht')

    Weiter bezueglich 'Dorf': Bauherren-Wartezeit in der Tat zur Regelung finanzkraeftiger Ortsfremder.

    War aber wirklich nett das 'Nestchen' und glaube nicht dass die nicht auch einiges mit mir mitmachen mussten; denn 'verbiegen' lasse ich mich nicht einmal von meinem GoeGa, welchem gegen mich eine wirklich powerful Waffe zur Verfuegung steht: 'kcc- Bestechungs-Trick-Special nur fuer mich' (immer sehr amuesiert mir am oertlichen Flughafen an den Kopf geworfen ;-).

    So gab's dann in dem kleinen Nest zu Anfang einmal den Satz an mich "jaaa, wenn Du mit 'deeeer' redest, dann 'geht sich' mit mir nix!" Hmmm, die Person passte nach meinem Wutausbruch aber seeehr gut 3 cm UNTER jeden Teppich!
    Dann gab's da schon mal Gelaechter, wenn ich fruehmorgens meinen GoeGa verabschiedete und dann - mitunter brutal praktisch veranlagt - gleich mir noch die Stirnlampe aufsetzte und Naktschnecken zu 'Muesli fuer die Voegel' jagte und zerschnippselte.
    Ein bei der Gemeinde arbeitender Nachbar meinte hierzu dann einmal "Huebsche Nachtwaesche tragen sie, Frau XY, aber die 'Bett-Schuehchen' passen leider nicht ganz dazu (= es waren Hubby Gr. 42 Gummistiefel ;-) !)
    Selbigen Herrn hat's dann allerdings einmal in seiner dienstlichen Funktion aergst 'erwischt' mit mir. Grund:
    Ausweis-Erneuerung stand an und ich (Fotos von mir ja nur moerderischst ungern machen lassend) tanzte in der Gemeinde zum ausgefuellten Papierkram mit denselben Fotos an, wie im schon 10 Jahre altem Vorgaenger-Ausweis drinn waren.
    Guckt er mich an und meint "oiso Diandl, des geht fei net!"
    Packte ich wortlos meine Unterlagen, ging heim, zog mich um, 'malte' mich an und ging wieder zurueck zu ihm: er guckte einige male von mir zu den Bildern zum alten Ausweis und zurueck, schuettelte grinsend den Kopf und .... tat wie gebeten: Ausweis Organisation.
    Raetsels Loesung: Gerlinde stand vor ihm in den gleichen Klamotten, demselben Hair-do und dem Kopie-Make-up von anno dunnemal, und ..... er konnte keine Unterschiede feststellen (und musste wohl noch einen entsprechenden Vermerkt zum Antrag zufuegen) = Bingo (die ganze Geschichte - ausnahmsweise - so gut wie ohne Worte von mir; ausser Grussformel und Wunschvortrag am Anfang und Statement von "bin wieder da" beim zweiten Versuch!

    Meine 'Mini-Laenge' von 1,56m heisst absolut nicht: mich einfach 'in Hosentaschen' stecken zu koennen, sprich mich all zu leicht ueber den Tisch ziehen koennen (= nur wenn mir die 'Tischplatte' auch gefaellt ;-) )




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    1. :-)) Pendel-Theorie: ja.
      Allerleirauh: ja. finde ich teils gut teils weniger gut mit der Clowns-Ausbildung. Lachen ist gesund - aber waren müssen sich Erwachsene zum Narren machen? Kinder, auch kranke Kinder, sind doch keine Könige, die sich einen Hofnarren halten... es muß auch auf anderem Wege möglich sein, ein krankes Kind zum Lachen zu bringen. Ich kann das sehr gut, auch ohne wie ein rotnasiges bunt angemaltes Etwas aussehen zu müssen. Als Kind habe ich mich vor Clowns immer sehr gefürchtet - vielleicht ist das der Grund.
      Aber natürlich ist Lachen immer besser als Nichtlachen, und wenn einer dafür ins Clownskostüm schlüpfen muß... sei es. Aber es behagt mir nicht wirklich, ehrlich. Hut ab vor den Leuten, die sowas können!

      Ausweisfoto: Kann ich mir lebhaft vorstellen. Der arme Beamte... *lach*

      Lg, Sathiya

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