Sonntag, 17. November 2013

Taifun und Klimawandel

Der Taifun über den Philippinen dieser Tage war furchtbar.
Die betroffenen Menschen tun mir zutiefst leid, die Überlebenden ebenso wie die Toten und die hilflosen Helfer. Ich hoffe nur und wünsche mir, daß zu der unglaublichen Verwüstung, die mich an die Feuerwalzen über deutschen Städten im zweiten Weltkrieg denken läßt, nicht auch noch Elend, Seuchen und am schlimmsten von allem: das mediale Vergessen kommt. Schon heute erinnert man sich nur noch schemenhaft und undeutlich an die Seebeben und Tsunamis und Hurrikans der letzten Jahre - weil es eben so weit weg von "uns" war, daß wir Europäer es nur durch die Nachrichten mitbekommen haben.

Viele Menschen glauben, daß "Klimawandel", "Treibhauseffekt" durch Überindustriealisierung für die zunehmend als schrecklicher empfundenen Naturkatastrophen verantwortlich wären. Der Taifun oder ein schlimmer Sturm hätte also ohne weiteres ebensogut auch hier wüten können.
Nur - hätten wir Menschen was daraus gelernt? Und unser Handeln geändert? Solange UNSER Häuschen noch steht, gibt es für UNS doch keinen Grund etwas zu verändern - so war und ist die allgemeine Denkweise, schon seit Tausenden von Jahren.

Viele Menschen, Wissenschaftler und Politiker machen den Klimawandel für die großen Katastrophen der vergangenen Jahre  verantwortlich, den berühmten Klimawandel, der vermutlich von uns Menschen mit initiiert wurde. Die menschliche Schuld ist aber keineswegs sicher. Es gibt kaum gesicherte Daten. Das Makroklima auf unserer Erde ist von so vielen Faktoren abhängig, die um ein Vielfaches größer sind als alle Industrien der Welt, daß alles reine Vermutung und Theorie ist. Zugegeben, gut begründete, aber keineswegs über jeden Zweifel erhaben.
Auch das Wort "Klimaschutz", was sich in politischen Reden immer so gut macht, um anderen das zu verbieten, was man bis gestern selber, unbeschwert von schlechtem Gewissen, praktiziert hat, ist viel eher ein Politikum als ernsthafter Ansatz.
Das Klima zu schützen bedeutet nicht mehr oder weniger als den momentanen klimatischen Status quo zu erhalten. Es ist aber keineswegs sicher, daß es das Normale oder gar Optimale für die Erde wäre - es ist nur normal für uns, die wir jetzt in dieser Epoche auf dieser Erde leben.
Wir sind bestrebt, den augenblicklichen Zustand zu erhalten, weil er unseren Bedürfnissen am besten zu entsprechen scheint, wir uns und unser Verhalten ausgepaßt haben, und so "das Meiste herausholen können".

Um unsere Erde zu schützen, sollen seit Jahren schon Klimaschutzabkommen getroffen werden. Sie sollen den erlaubten Grad der Verschmutzung regeln, und damit wohl solche Katastrophen wie Taifune, Überschwemmungen, das Abschmelzen der Polkappen verhindern oder zumindest vermindern oder aufhalten.
Ich weiß allerdings nicht, wie das ein Klimaschutzabkommen ändern können sollte. Habt ihr euch den Text desselben mal angesehen? Selbst wenn alle unterschrieben UND sich daran hielten und es genauso funktionierte wie erhofft - es wäre genauso hilfreich wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn: die Wirtschaft MUSS boomen, sie MUSS wachsen, die Märkte wollen es so. Da hat die Politik leider nichts zu melden, denn der Rubel/Dollar/Yen/whatever muß rollen, koste es was es wolle und nach uns die Sintflut.
Die Abfahrt in den Abgrund hat bereits begonnen, es ist nur eine Frage der Zeit.
Die Karten und Tickets und Lose für den nächsten Tsunami/Taifun/Hurrikan/Überschwemmung/Vulkanausbruch sind für jeden an der göttlichen Theke zurückgelegt. Jedes Los gewinnt...

Trotzalledem - schönen Sonntag!
Sathiya

Kommentare:

  1. Mag sein, dass wir Menschen dafür (mit) verantwortlich sind. Zu welchem Anteil ? who knows. Ich glaube persönlich jedoch: weit weniger als wir uns einbilden. Denn mir fällt etwas anderes auf: Unsere Komfortzone ist weit kleiner als sie früher mal war.

    3 Wochen -20 Grad im Winter und bei uns bricht nicht nur die halbe Zivilisation scheinbar zusammen, sondern der Klimawandel ist schuld. 3 Wochen 35 Grad im Sommer und der baldige Weltuntergang wird beschworen. Es regnet zwei Wochen am Stück oder 2 Wochen mal nicht ? Oh Schreck, sofort dürfen weder Kühe furzen noch wir jemals wieder Auto fahren.

    Ist doch kein Wunder, dass da richtige echte Naturkatastrophen inzwischen fast zwangsläufig zum Pavlowschen "wer ist schuld?" führen, samt einem "da muss man doch was machen" !

    Nur: Taifune, Hurrikans, Dürren, Überaschwemmungen hat es immer schon gegeben. Und zwar genau so oft wie heute. Auch, als wir noch auf den Bäumen lebten, wurden halbe Zivilisationen vom Tsunamis ins Meer geschwemmt, wurden ganze Regionen von Stürmen planiert, vertrockneten oder ersoffen ganze Landstriche.

    Damals haben die Menschen aber gelernt "ok, neben dem Vulkan ziehe ich meine Holzhütte vielleicht doch nicht hoch", und "hmmm, wenn mir dreimal im Jahr bei Flut die Haxn nass werden baue ich vielleicht doch nicht direkt am Ufer". Auch ein "Mann, im Herbst gibt es hier Tornados/Hurrikans/younameit" führte mal dazu, sich dort nicht dauerhaft niederzulassen. Das ist heute anders. Man zieht seine Blechhütte hoch und kräht lieber rum, wenn sie von einer Naturkatastrophe planiert wird.

    Und genau deshalb finde ich es völlig richtig und richtig gut, wenn wenigstens ein paar Länder (wenn auch aus ganz anderen Interessen) sich nicht an dem ganzen Schwachsinn beteiligen, bremsen wo es nur geht, und nicht mal die völlig bescheuerten Alibi-Absichtserklärungen unterschreiben wollen, ohne dass man überhaupt WEISS, wie weit "wir" dafür verantwortlich sind. Raten, vermuten: Das langt nicht.

    Gibt es unstrittige Fakten ? Ok, dann können wir Abkommen unterzeichnen und was weiss ich alles treiben. Solange das aber reines Rumgerate ist, und man für all die Studien in den "richtigen" Wissenschaften kopfüber gekreuzigt und anschließend gesteinigt würde weil sie so miserabel sind, solange nicht einen cent für diesen Mist.

    Schade für die Betroffenen, sicher. Aber verantwortlich ist nicht der, der angeblich den Sturm der jedes Jahr dreimal kommt mit verursacht, sondern der, der dort immer noch wohnt OBWOHL er weiss, dass er kommt.

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    1. Du hast ein Wort genannt, daß ich vorhin gesucht habe: die Komfortzone des modernen Menschen. ;-)
      Genau das ist es. Wird die Komfortzone bedroht, ist neuerdings sofort reflektorisch die Rede von Klimabedrohung. Was natürlich die Angst der Menschen in die Höhe treibt und auf diese Art einen Teufelskreis in Gang setzt. Schmelzen die Gletscher und schneit es im Winter nicht genug, ist sofort eine ganze Region vom wirtschaftlichen Tod bedroht - und natürlich ist der Klimawandel schuld, wer sonst. :-)

      Ob der Klimawandel wirklich von uns Menschen hausgemacht ist, bezweifle ich ja auch stark, allenfalls helfen wir ein Stückchen bei der ohnehin stattfindenden Entwicklung mit. (Gegenbeispiel: das drohende Aussterben der Wale. Daß die Wale heutzutage nicht von allein aussterben, sondern unter tatkräftiger Mithilfe der Menschen, steht außer Frage und ist nicht Gegenstand der Diskussion)
      Dazu würde ich auch gern ernsthafte Untersuchungen sehen, nachvollziehbar, belegbar und verrständlich. Wobei - sollten die Menschen tatsächlich schuld am Klimawandel sein und erst handeln, wenn ihnen hieb- und stichfeste Beweise vorliegen, wäre es vermutlich zu spät, um sinnvoll und erfolgreich gegenzusteuern.
      Wobei die Erde ja erstaunliche Selbstheilungskräfte zu besitzen scheint (siehe das nach menschlicher Einschätzung für Jahrtausende unbewohnbar verstrahlte Bikini-Atoll, das seit einigen Jahren wieder betreten werden kann, und so gut wie neu ist) - und alles irgendwann von selbst wieder in Ordnung zu kommen scheint.

      Aber die Klimadiskussion ist meiner Meinung nach ein gutes Mittel, um dem ungehemmten Wachstum und der damit einhergehenden Umweltzerstörung zumindest ab und zu einen wenn auch kleinen Riegel vorzuschieben, und auch um die Aufmerksamkeit dafür zu schärfen, was Menschen auf und mit unserem Planeten so anstellen.

      Ansonsten bin ich weitgehend Deiner Meinung.
      Das Häusle gefälligst nicht direkt am Vulkankraterrand zu bauen, egal wie schön die Aussicht von dort auch sein mag, ist nichts als vernünftig. Nicht unbedingt ins Auge des Sturmes ziehen.
      ... es wäre so einfach, sich rational zu verhalten... ;-) aber es scheint eben oft so viel einfacher, immer den anderen die Schuld zu geben.

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    2. Ich stimme Dir zu, man kann das Thema prima instrumentalisieren um eine ganz andere Agenda zu verfolgen. Das mag angenehme Nebeneffekte haben, Scheisse finde ich sowas grundsätzlich jedoch trotzdem ;-)

      Auf die Selbstreinigungskräfte setze ich gar nicht so sehr. Vielmehr auf den Zuwachs an Wissen. Was hat man uns in den letzten 50 Jahren nicht schon alles für wissenschaftlich verbrämten bullshit an die Backe genagelt, der sich 10 oder 20 Jahre später entweder als Hirngespinst erwiesen hat, oder in seinem Auswirkungen weit banaler war als angenommen. (Und was sich tatsächlich als Problem herausstellte hat man behoben/verhindert/reduziert).

      Wir raffen aktuell ja noch nicht mal wieso und in welchen Abständen die Erde selber massive Temperaturschwankungen durchläuft bzw. was sie verursacht. Von Sonneneruptionen bis zu Erdstrahlen ist mittlerweile jede Sau als Ursache durchs Dorf getrieben worden. Die furzende Kuh ist momentan der ganz heisse Kandidat. Für mich heisst das: Man rät frohgemut herum, und ich kann das ganz entspannt ignorieren.

      Freilich ist es Mist, wenn die Meldungen von 3 auf rund 10.000 Tote gehen. Aber deshalb heisst es auch "Naturkatastrophe" und nicht "kleines Problemchen mit'm Wind".

      Wenn ich so eine Zahl lese dann denke ich ganz kurz "tragisch". Gehört sich so. Direkt danach denke ich mir aber: "Wenn eine Viertelmilliarde Menschen in einer Hochrisikoregion leben will (Indonesien ist einer der 5 bevölkerungsreichsten Staaten der Welt mit einem Wachstum von 1%/Jahr, und da unten scheppert es seit Jahrhunderten regelmässig), dann haben sie verdammt nochmal Dusel gehabt dass es so wenige erwischt hat".

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  2. Hallo Sathiya,
    whoow ... in Deinem Text stecken tolle Formulierungen und sehr geradlinig argumentiert. Hast Du evtl. gesehen, dass ich mich über dasselbe Thema ausgetobt habe. Das ist in der Tat ein Problem, dass sich die ganze Welt einig sein muss. Was innerhalb Europa schon ein riesiges Problem ist, wird noch viel komplexer, wenn die USA, Russland, China oder Japan mit am Tisch sitzen. Es ist nicht so, dass sich gar nichts beim Klimaschutz tut, siehe Windparks, Gaskraftwerke, CO2-Zertifikats-Handel usw. Es geht halt nur viel zu langsam ...

    Gruß Dieter

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    1. Hallo Dieter,
      ja, hatte ich. Und Dein Post war ehrlich gesagt auch der Anstoß dazu... ich hatte schon einen ellenlangen Kommentar bei Dir geschrieben, und mich kurz vor dem Absenden doch lieber zu einem eigenen Post entschlossen. Sonst wäre Dein Blog wegen overloads vermutlich in die Knie gegangen...! *lach* (obwohl das Kommentarfeld ganz schön was aushält, zumindest bei mir hier)

      Die Welt sollte sich besser einig sein, da hast Du recht. Ob ein Klimaschutzabkommen nun künftige Wirbelstürme verhindern würde, weiß ich nicht so recht - aber die liebe Welt könnte zumindest deutlich schneller und effektiver helfen, so Hilfe nötig ist. Aktuell stürmt und hurrikant es ja auch wieder bei den Amerikanern - die mir genauso leid tun. Nur - wird auch dieser Sturm nichts am allgemeinen Aussitzen ändern, solange nicht die Hütte von Obama selbst davongewirbelt wird...

      Ich tu was ich kann im kleinen. Vielleicht puste ich auch mal ein wenig in Richtung Westen - und hoffe auf den Effekt des Flügelschlag eines Schmetterlings, welcher eine halbe Welt entfernt einen Sturm auslöst... ;-)

      Viele Grüße, Sathiya

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