Sonntag, 24. März 2013

Fairnopoly

heute gefunden: eine neue alternative Verkaufsplattform - FAIRNOPOLY http://info.fairnopoly.de/

Nach dem flüchtigen Durchlesen aller Beiträge bin ich erst einmal verhalten optimistisch.

Wie es zur Idee kam - hier: http://info.fairnopoly.de/die-ersten-schrittchen/ (Text von da)
Eines dieser Stückchen war ein eher abstrakter Gedankengang, der mir in der späten Septembersonne auf einer Bank vorm Bateau Ivre in der Oranienstraße durch den Kopf ging. Ich stellte mir die auf der Hand liegende Frage, was man tun müsste, um das komplex gewachsene sozio-ökonomisch-politische System wirklich zu verändern, das die Menschen zu einer ungesunden Unehrlichkeit antreibt, zu einem alles andere als nachhaltigen Ressourcenverbrauch und zur mehr oder minder unfreiwilligen Verbreitung von extremistischer Unfairness.
...
Wie kann man es schaffen, die vielen vielen, überall zu findenden Inseln der Ehrlichkeit, Nachhaltigkeit und Fairness durch einen fairen “Subwirtschaftsraum” zu verknüpfen?
In meinem Kopf zeichnete das Bild eines Netzwerkes kleiner Inselchen, das sich mit der Zugkraft marktwirtschaftlicher Dynamik immer weiter ausbreitet und dabei das korrupte System mehr und mehr verdrängt: 
...
Natürlich, dachte ich, müsste dieser faire Subwirtschaftsraum innerhalb des bestehenden Institutionengefüges von zivilgesellschaftlichen Akteueren zusammengebastelt werden. Denn mir leuchtete die ernüchternde Analyse ein, die man immer häufiger hört: Dass die existierenden politischen Institutionen sowohl auf nationaler, als auch auf internationaler Ebene viel zu sehr im Geflecht des Interessenausgleichs gefangen sind, um sich schnell und weitreichend genug zu reformieren. Oder gar selbst Lösungen durchzusetzen, die schnell und weitreichend genug sind.
Daraus entstand die Kernidee von Fairnopoly: Der Aufbau eines multinationalen Konzerns, der in seiner Struktur systematisch fair, transparent und verantwortlich angelegt ist und der durch seine Aktivitäten faire, transparente und verantwortliche Strukturen fördert.
Dazu kam die Überlegung, dass man uns Menschen in der industrialisierten Welt da abholen muss, wo wir momentan sind: auf Konsum getrimmt. Ergänzt um ein paar weitere Stückchen ergab sich daraus die Idee des fairen infoes im Besitz der Nutzer. 
Mit dieser Idee ging ich also zur Socialbar. Das war ein Experiment, denn normalerweise werden dort Ansätze und Erfahrungen von bereits erfolgreichen Initiativen vorgestellt. Stattdessen kam ich mit einer bloßen Idee. Es schien mir nicht unwahrscheinlich, dass das erfahrenen Web 2.0 Publikum sie als sozialromantischen Größenwahn in der Luft zerreißen würde.
Erfreulicherweise kam mir in der Diskussion zunächst Sympathie entgegen. Am Thementisch später allerdings setzte sich jemand zu mir und sagte: “Die Idee klingt nett, aber ich muss Dir leider sagen, das wird nichts.”
Natürlich fragte ich, warum. Die daraus folgende Diskussion hat mich endgültig davon überzeugt, dass dieses Projekt gestartet werden muss. Wir brauchen nicht allein bessere Institutionen und gesellschaftliches Umdenken, sondern auch neue Unternehmensmodelle, die anders funktionieren, als es die Regeln der Marktwirtschaft vermeintlich vorschreiben. Und angesichts der Größe der Herausforderungen, müssen wir auch große Schritte versuchen.

Das klingt beinahe zu schön um wahr zu sein und erfordert eine gehörige Portion Optimismus und Durchhaltevermögen und ein großes Maß an Dickköpfigkeit. Und Kraft, den allenthalben aufkommenden Skeptikern und Berufspessimisten standzuahlten und Paroli zu bieten.
Ich werde das ganze mit Interesse und Wohlwollen beobachten.
(Mehr dazu heute nicht, da mein Kopf mich wieder mal fast umbringt.)
Grüße, Sathiya

Kommentare:

  1. ... Du hast was gaaanz Wichtiges vergessen:

    Bis sie vom eigenen Ertrag/wirtschaften-wurscheln leben koennen, muessen sie wohl von den Unfairen ORDENTLICH subventioniert werden.
    Wie machen wir das dann
    a) mit dem 'Gewissen' der Fairen ?
    b) der wohl doch nicht ganz vorhandenen Dummheit der Unfairen?

    Maedel, der Traum ist schoen, jedoch wir zwei werden ihn nicht mehr erleben - das schwoere ich Dir. Da sind mind. noch einmal 1000 Jahre Wartezeit noetig - so die Menschheit als solches dann noch existiert!
    Jedoch - ganz meinem bevorzugtem Motto von 'never give up hope' (= at least it will keep you busy and out of mischief): keep on dreaming...
    Abaenderung zum End-Satz vom Film 'Pretty Woman': this is NOT Hollywood (yet it might still work! ;-) )

    LG, G.

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  2. Wäre 'fair' eine absolute Masseinheit, dann wäre das ok. Leider ist 'fair' aber eine der subjektivsten und eigeninteressebehaftetsten Einschätzungen die es gibt - selbst der Einzelne hat da zu zwei verschiedenen Zeitpunkten gerne zwei verschiedene Meinungen was 'fair' ist.

    Aber es wäre ein schöner plot um einen Science-Fiction-Roman im Stil von Isaac Asimov draus zu machen. Den würde ich gerne lesen.

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    1. @ Castagir


      Heavens, Du wirst doch damit nicht meinen, dass DU selbst vielleicht auch gar im 'Zuge eines Denkprozesses Deine Meinung aenderst', sprich: verschiedene 'Fair-Versionen' auf den Tisch bringst? ;-)
      Jetzt wuerdest Du aber langsam 'menschlich' = traue ich meinen Augen? ;-) (= Beruhigungs-Hug hinterher: war Montags-Teaser fuer mich zum 'Warmlaufen' an Dich als Lieblings-Trainings-Opfer, weil Du 5-Star-Rating in dieser Disziplin
      hast ;-) !)

      Jedoch muss ich Dir sehr wohl zustimmen mit den Unabwaegbarkeiten dieser Nicht-Masseinheit.
      Als Fiction-Roman koennte es nach dem Film 'Starman' zu meinem Liebling avancieren.

      LG, G.

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    2. Na, zumindest hoffe ich stark, dass ich das kann ... auch wenn das manchmal echt harte Arbeit ist ;-)

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    3. Ich glaube an Utopien.
      Ich glaube daran, daß sie funktionieren können, wenn alle mitziehen und ihr Ego raushalten.
      Ich glaube an das Gute im Menschen.

      Aber - ich weiß nur zu genau, daß Wort wie "fair" und "gerecht" heutzutage etwas völlig anderes bedeutet als vor 100 Jahren, daß beide im Grunde genommen ein reklametechnischer Ausdruck für Egoismus sind. Im Sinne von "fair" = die anderen sollen was dazu berappen, und "gerecht" = die anderen sollen das bezahlen. Schade, schade.
      Zuviel geträumt.
      Oder nicht?
      Ich werde mir die weitere Entwicklung anschauen und bin - wie schon geschreiben - vorsichtig optimistisch.

      G., Dein Einwand ist gerechtfertigt. ;-)
      Aber: wir müssen alle irgendwie von den Früchten vergangener Jahre leben, während wir die neue Saat ausbringen und auf die neue Ernte warten.
      Das würde ich nicht subventionieren nennen. Und wenn schon: das wäre mal was, was ich für subventionswürdig halten würde.

      Einen SF-Roman zum Thema? Gab es doch schon - mehrfach. Die sind langweilig... der edle nichtbesitzgierige Mann trifft die edle nichtgierige Maid und zusammen retten sie das Universum. :-)))
      Am besten gefällt mir dazu noch die SF-Serie Voyager. Das trifft es in etwa. Vor allem - kein Gedöns mit handmade und love - Replikator programmiert und gut ist. :-D

      Lg, Sathiya

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    4. Liebste Sathiya - suessestes aller hoffnungsgeladenen Maedels unter der Sonne (mM),

      " Ich glaube an Utopien.
      Ich glaube daran, daß sie funktionieren können, wenn alle mitziehen und ihr Ego raushalten.
      Ich glaube an das Gute im Menschen. "

      Ich auch, sonst waere mein staendiges 'never give up hope' nur Schall und Rauch - ist aber (m)ein groesster 'Stroh-Halm'/andere Religion !!!
      ABER: das ist eine aaaarge 'Bonsai-/langwierige Sache' und so lange Du, ich und noch ein paar Andere wenigstens bereit sind die 'Samen' dafuer zu setzen, ist DAS auch schon ein Gewinn!
      Jedoch: 'alle mitziehen' ist etwas was uns Menschen wohl nicht in die Wiege gelegt wurde. Ausser: hoere 'Starman' (Film mit Jeff Bridges) ziemlich zum Schluss, wo ihm ein paar Wenige unter selbst groesstem Einsatz 'Die Flucht' ermoeglichen. Er sagt vorneweg einen ziemlich Gaensehaut-kreierenden Satz von in ca. " Ihr Menschen seid doch komisch; ihr seit am Besten wenn es Euch am Schlechtesten geht!"
      Sei ehrlich: 2 Menschen = ziemlich sicher auch 2 verschiedene Meinungen; 5 Menschen = 5 Meinungen; Castagir macht hier BITTE weiter (evt. nur fuer sich alleine = danke!) als 'entsprechend G'schudierter' (;-); weil's mit den 'Milchmaedchen-Rechnungen' doch nicht genau so logisch hausfrauen-technisch weiter geht = minimal 'Gaertner-Wissen-Erinnerung ;-)
      ABER: es ist ein wenig wie mit der 'Defloration': irgendwann ist's immer ein (Neu-)Anfang - wer macht's!
      Ich schwoere Dir allerdings, dass der/die/das Organisateur/Whip/Peitscher mit Sicherheit nicht von Anfang bis Ende haelt, weil ein derart fordernder Einsatz, welchen ich keinem antun moechte - aber wohl jemanden brauchen!

      'Bruete noch ein wenig - ich auch; lebe Dein Leben in den Bahnen, welche Du fuer gut und richtig haeltst, so gut wie moeglich und .... bleib 'startklar' -noch sind wir das wohl nicht (mM!).
      Ausserdem brauchen wir wohl doch den Schutz derer, welche durch diesen 'Aufschwung/Uebernahme' im Gegenzug ihr eigenes Leben aushauchen werden (muessen): die derzeitig 'amtierende Wohlstandsgesellschaft'.
      Wie allerdings dieser das eigene Ableben schmackhaft(er) zu machen .... weiss auch ich (noch) nicht (seufz)
      @ Castagir: ich weiss about 'Incentive'/etwas Kommunismus/ etwas Sozialismus... und das Scheitern darob = Danke!
      Wir reden aber hier um 'Kopf & Kragen' von Dir/Firma und mir(leicht 'Ueber-Durchschnitt'), welche ihren Sinn/Weg umlenken sollen fuer untested Terrain. Bzw.: wieder etwas durch die Hintertuere hereingeholt wird/werden soll, was wir schon einmal durch die vordere Tuere hinausgeworfen haben.
      Aber gut: ich geh mal vorerst einfach nur 'aus deren Sonne und versuche die entsprechenden Kreise nicht (gleich ! Aber 'ready' ) zu zerstoeren. Fair wird naemlich auch oefter damit verwechselt, jemandem ploetzlich 'Chancen/Moeglichkeiten' zu zu schubbsen, der eigentlich entweder zu bloed, faul oder einfach nur naiv untauglich ist fuer die 'haertere Richtung' - und DAS sehe ich auch nicht ein! Wenn man dann das ohhh so hochgepriesene Gesetz der Natur zugrunde legt koennte man naemlich auch brutal sagen "zu dumm zum Ueberleben - also ging es unter". Dies ergab durch diese brutale Selektion was? Genau!
      Was haben wir beim Menschen? Hmm - kopfkratz! Aber dies waere noch Endlos-Diskussionsmaterial - packen wir's lieber mal 'handfester' an: versuchen wir Fairness in u/eigenes tagtaegliches Leben zu kriegen! D.h.: schauen wir doch mal hin, wo wir selber Handlungsbedarf haetten. Ich glaube, man koennte sich wundern. ;-)

      LG, G.

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  3. ... stimmt, mit Dir wuerde ich auch nicht gerne in einem 'one-on-one' kaempfen muessen; das koennte katastrophal fuer die entsprechende Umgebung ausgehen, weil 'harte Arbeit' !

    ... und jetzt OZ-Staubwolke hier; seeya sweetie-pie ;-) (= sooooo ging obige Tour vermutlich schon los :-o + ;-) !)

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  4. PS: Kannst Du naemlich lange warten, dass ich mir von DIR den Hintern versohlen liesse; da wuerden wir aber zwangs-schlank bei entsprechenden Jagden und vorgegeben waeren uns solche bei unser beider, aehem 'Missionierungs-Drang'/Klugscheisserei . ;-)

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  5. @ Castagir:

    Btw.: leichtes Contra zu Deinem Satz "na zumindest hoffe ich stark ...."
    Stimmt NICHT gaaaanz, weil Du naemlich auch so'n 'Dreh' eingebaut hast, wo Du Dich dann aber vorsichtshalber schon von vorneherein weigerst ueberhaupt zu denken bzw. NEU zu denken, WEIL Du dann in ca. behauptest '... weisst Du schon ... brauche dafuer nicht naeher ....' ! Siehe 'Schwulen-Lied' fuer Dich mit der 'unguenstig gekleideten Kuenstlerin'.
    Also: 5 Minuten into the Naughty Corner stellen und 'Heiligenschein' doch auch ein wenig passender schnippseln bitte. Wir polieren ihn Dir ohnehin ausreichend immer wieder auf = keine Beschwerden diesbezueglich bitte! ;-) :-D

    LG, G.
    (mit Polier-Tuch on standby; zumindest 'immmmerst' fuer DICH ;-) )

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    1. Es ist doch normal dass es im Laufe der Zeit mehr und mehr Dinge gibt über die man eben nicht mehr diskutiert. Weil man es hundert mal getan hat und sich sicher sein kann das die eigene Meinung mindestens so fundiert und richtig ist wie eine andere.

      Ich kann nicht sehen dass das eine schlechte Eigenschaft sein soll, im Gegenteil - andernfalls diskutiere ich bis an mein Lebensende auch, ob und warum ich Grünkohl mag oder nicht. (Ich mag ihn nicht und ich diskutiere nicht darüber ;-))

      Und von solchen Grundüberzeugungen gewinnt man völlig zurecht mehr. Das beliebte "alles in Frage stellen, man muss über alles unbeeinflusst diskutieren können" ist völliger Unsinn, denn es ignoriert die eigene Erfahrung, alles das was man gelernt hat. Daher fange ich bei einer Diskussion über Wirtschaftssysteme nicht kurz nach Erkaltung der Erde an sondern auf der Basis dessen was funktioniert und mehrheitlich akzeptiert ist. Es sei denn ich schreibe einen Science Fiction Roman, wie erwähnt.

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    2. Na, da würdest Du Dich aber mit Galilei oder Kopernikus oder Einstein nicht gut verstehen. Wenn sie damals nicht das etablierte Wissen in Frage gestellt hätten und selbst geforscht hätten und dafür ihr schon vorhandenes Wissen für ausreichend gehalten (was die Kirche ja ohnehin gern zur Doktrin erklärt hätte) - hättest Du heute mit Sicherheit kein Raumschiff. ;-)
      (und über Wirtschaftssysteme diskutiere ich lieber nicht, da ich darüber viel zu wenig weiß, um außer Wunschdenken etwas von Belang äußern zu können)

      Ich persönlich halte nicht viel von sog. Grundüberzeugungen, vor allem dann nicht, wenn sie mir einreden wollen, immer in absolutum zu gelten, weil schon ausdiskutiert, angeblich. Das hat nichts mit "eigene Erfahrung ignorieren" zu tun, sondern im Gegenteil - seine Erfahrung kann und sollte man zur Beurteilung neuer Sachverhalte und Sichtweisen heranziehen. Hattest nicht auch Du mal sowas in der Art geäußert? Das fand ich nämlich gut gesagt.
      Ich habe mich schon zu oft geirrt und bin eines besseren belehrt worden, um meine eigenen Überzeugungen für unverrückbar zu halten (Du weißt - ich bin eingebürgerte Neu-Westdeutsche *g*). Wobei - Deine Abneigung des Grünkohls teile ich. :-)) Dieses Gemüse ist absolut indiskutabel. :-))

      Lg, Sathiya

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    3. Hm, ja und nein mit dem Neu-Diskutieren und/oder nicht-mehr-noetig-dies-zu-tun.
      Wir hatten z.B. am WE hier geeeehoerigen Krach, weil mein 'eigenes Nerdchen' etwas technisch derart Tolles entdeckt hat; mir freudestrahlend vorgefuehrt und ich dann aehnlich blitzschnell wurde wie beim Satz "Liebling, hast Du auch irgendwelche Schuhe zu putzen". Das war naemlich genau DAS, was ich ohnehin schon seit Monaten haben wollte.
      So weit so gut; aber: Nerdchens sind mitunter gaaaanz gluecklich, wenn sie was entdeckt haben - weitergeben .... eigenes Kapitel = ergo Riiiesenkrach.
      Da hat's mal wieder mit der Geduld des Lehrers gehappert, welcher schliesslich 'Die Knoepfe' alle schon auswendig kannte, waehrend bei mir die Ausgangsbasis dies nicht intus hatte. Kommt wie's kommen muss: Vor lauter Einfuegungen - noetig, weil Hoerrr Lehrer schon weiter machte und Knoepfe einfach drueckte, wo sein Schueler noch schrieb - wurde dann alles derart unuebersichtlich, dass ich ihm das Klippboard erst mal um die Ohren schlug.
      Da kamen eben wirklich 'ich-halt-das-nicht-fuer-noetig' und 'Nachfrage-/Erklaerungsbedarf aufgrund anderer Ausgangsbasis' zum Clashen.
      In so fern, habt Ihr 2 schon beide Recht: Sathiya haelt sich aus Wirtschaftsthemen vorsichtshalber raus (Basiswissen scheint ihr mangelhaft); Castagir ist mitunter 'muede der Erklaerungen/Wiederholungen'!
      Das Problem ist, wenn dann irgendein Loeffel, wie ich, meint er will auf die 'jeweils andere Seite'.
      Ausserdem ist bei Castagir (sehr) erschwerend, dass er eigentlich keinen NICHT-Bereich hat und aufgrund seiner eigenen Omnipraesenz mit Sicherheit schon die meisten Themen mind. 1x 'chewed over' hat.
      Ergo, lieber Castagir: etwas Geduld mit Deinen 'aelteren Kindern' bitte. Danke und Bewunderung vorneweg - auch schon fuer die obige ohnehin schon sehr 'Mildform' von Erklaerung. Ich hatte ja im Geiste fast schon ein 'zweites Klippboard' zur Verteidigung aufgezogen. DANKE, dass Du's mich wieder unbenutzt wegstecken laesst und Deine Erklaerung weeeesentlich sanfter ausgefallen ist! Dicken Hug hierfuer!


      LG, G.

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    4. "Thinking outside the box" in allen Ehren. Freilich hilft Dir ein offener Ansatz bei manchen Dingen. Aber er tendiert auch dazu, dass Du ständig gefühlt auf Sand stehst. Nicht Erfahrung projizieren kannst. Und das ist nicht erstrebenswert. Es gibt Dinge und muss sie geben, die nach einer gewissen Zeit/Erfahrung/you name it für Dich nicht mehr diskutierbar sind. Und es gibt mehr davon als es umgekehrt open-end-Themen gibt.

      "Outside the box" wird von vielen dann gerne gefordert wenn man in einem Thema selber unzufrieden ist oder eine Minderheitsmeinung hat. Zumal es in der Regel doch so ist, dass der revolutionäre neue Ansatz zwar schön zu denken, aber nicht umsetzbar ist. Und wofür ist er dann gut gewesen ? Als 37te Bestätigung dessen, dass die vorherrschende Meinung/Lösung nicht falsch ist ? Verschenkte Zeit, das war schon nach der 10ten oder 20ten revolutionären Idee hinreichend klar.

      Die genannte Wissenschaft ist da an sich ein ganz ganz schlechtes Beispiel für Dich. Denn gerade sie besteht zu 99% aus Erfahrungen. Die man nicht mal selber gemacht hat, sondern die andere lange vor einem bereits gemacht haben.

      Auch Einstein hat das Weltbild nicht auf den Kopf gestellt. Er hat es verbessert/detailliert/geschaffen in einem Bereich von dem man vorher keine oder nur eine diffuse Ahnung hatte. Er hat aber nicht die Physik gezwungen, serienweise ihre Axiome neu zu definieren und Wälder an Lehrbüchern zu verbrennen weil er der erste war der herausgefunden hat dass 1+1 zwei ergibt und nicht drei wie man vorher fäschlich annahm.

      Auch Kopernikus hat das nicht getan. Auch Galilei nicht. Das Weltbild zu deren Zeiten war nicht wissenschaftlich geprägt, sondern religiös. Die haben nicht gegen ihre Fachkollegen gekämpft, sondern gegen die Kirche. Ganz andere Baustelle. Da war die box der Petersdom, nicht aber die Erkenntnisse der Naturwissenschaftler.

      In der Wissenschaft hält Deine Argumentation daher nicht wirklich durch. Aber selbst in viel banaleren Dingen halte ich Grundüberzeugungen für nicht nur gerechtfertigt, sondern sogar für erstrebenswert. Denn es gibt Dinge die haben keinen oder so gut wie keinen Spielraum mehr dafür, falsch zu sein. Andere nennen es gesunden Menschenverstand. Ich nenne es lieber eine Wahrscheinlichkeitsbetrachtung. Über Dinge die hinreichend gut funktionieren muss man nicht diskutieren oder mit hohem Aufwand neue Lösungen für sie finden, die nur graduell besser sein können. Diese Energie gehört m.E. eher in die Bereiche die nicht mal halbwegs funktionieren oder noch gar nicht.

      Wenn Gerline sagt "müde der Erklärungen", dann trifft sie es an sich verdammt genau. Wenn Du weisst, was in einem bestimmten Bereich funktioniert, weil Du es siehst, oder es praktizierst, oder es gerne praktizieren würdest weil Du siehst dass es bei anderen funktioniert, dann hast Du nur die Chance Pfarrer/Prediger zu werden oder zu beschliessen "absehbar falsch, brauchmer gar nicht drüber zu reden". Ich habe Sonntags gerne frei, also scheidet Pfarrer aus ;-)

      Und aufs Ausgangsthema bezogen: Den da gedachten Ansatz halte ich schon in der Theorie für nicht durchdacht. Das ist ein wenig Schwarmintelligenz gewürzt mit Basisdemokratie gemischt mit "Lösungen schnell duchsetzen wollen". Dass sich genau das beides beisst, dazu muss man nicht lange überlegen. Da kippt das Theoriegebäude doch schon bei der Grundsteinlegung, drum Buch draus machen, im Selbstverlag ;-)

      Von umsetzbar jenseits einer religösen Gemeinschaft die daran glaubt will ich gar nicht erst reden. Falscher Planet, falsche Bevölkerung.

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    5. @ Castagir:

      ist gut, guter Mann, aber 'das' faellt auch unter das 'Waldmann-Syndrom': muessen es versuchen, so lange sie nicht vom Gegenteil ueberzeugt sind.
      Ausserdem: keeps them busy and out of (more/worse) mischief.
      Ein wenig ist es ausserdem wie bei einem beliebten Maennerblog, der da bei 'sich Kraut/Berechtigung von Kommentieren gewisse damit verbundene und arg unsinnige Bedingungen verbindet'. Bei meinem ersten Kommentar fuegte ich noch ca. hinzu ".... kann hier bei Ihnen aaalles unterschreiben, denn wenn's ernst wird, wird hier mit Sicherheit von weiiit mehr Leuten niedergebuegelt als umgekehrt helfen (koennen)"

      Sogar echt-gaertnertechnisch herrscht da doch oftmals die Meinung: da waechst zwar was, wovon ich keine Ahnung habe, aber ausgerissen ist es doch MEIST schneller als hochgehaetschelt - schauen wir's uns an.
      DU bist sonst oefter mal der Erste, welcher Borniertheit/non-open-mind gegenueber Neuem kritisiert - bitte sei dann ausnahmsweise eben vielleicht auch ein wenig ruhig(er).

      Wie war da schon einmal - peinlicherweise ;-) - passiert: junge Frau trifft faszinierenden Mann und gesteht irgendwann, dass sie von ihrer Umwelt landlaeufig als 'odd' bezeichnet wird. Dies zwar auch glaubt (weil selbst wenn sich sooo viele Andere irren wuerden, so zaehlt doch 'Mehrheit siegt' ) aber eben wenig machen kann es fuer gaenzlich auszumerzen sondern immer wieder nur auf 'co-operativen' Level fuer Andere zu druecken.
      WAS sagt 'faszinierender Herr'? "Ja, ja Kleines, ich weiss, aaaalle Weiber halten sich fuer special!"
      Well, grinst sich 'odd junge Frau' was, denn sie HAT gewarnt ...
      (in den 25 Jahren dann folgender Ehe wurden Beschwerden diesbezueglich immer herzhaft lachend
      zurueckgewiesen! ;-) ) = man kann nicht mehr machen als sagen/warnen und dann halt beobachten (und notfalls fluchend korrigierend eingreifen)
      Ich wuerde empfehlen: abwarten und Tee trinken - keine Energie-Verschwendung noetig (vorlaeufig).
      Bitte hau' nicht immer so hart zu mit Deinem Detailwissen/Erfahrung - wir kommen ja dann ohnehin immer wieder dahergekrabbelt und fragen Dich um Hilfe; egal ob Du helfen willst oder kannst, ABER: Du bist zumindest feste und liebgewordene Anlauf-Adresse in etlicher Leute Leben (und sei's nur speakig for myself!) .

      LG, G.


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    6. Noch einmal einige 100 Jahre zurück.
      Damals war der Kernsatz der Wissenschaft und empirischen Erfahrungsgewinnung religiös geprägt und mußte sich den Vorgaben und Erwartungen der herrschenden Macht fügen. Beispiel "Die Erde ist eine Scheibe" das Dogma - und Häresie, in die "falsche" Richtung segeln zu wollen und einen neuen Kontinent zu entdecken (den es laut Kirche nicht geben konnte/durfte, da nirgends in der Bibel erwähnt). - Columbus und einige andere scherte das nicht, sie segelten los und entdeckte eine neue Welt. Und wer waren mit die ersten, die das schamlos für sich ausnutzten? Genau - die, welche vorher am lautesten "das ist unmöglich" und "Gotteslästerung" geschrien haben.
      Nächste Grundüberzeugung: "die Sonne dreht sich um die Erde". Ist jahrhundertelang eine Grundüberzeugung gewesen, und diese war, da ja von jederman quasi tagtäglich zu beobachten, nicht von der Hand zu weisen. Man konnte es schließlich sehen. Auch hier hat sich später die Minderheitenmeinung (Erde dreht sich um die Sonne) gegenüber der Mehrheitsmeinung durchgesetzt - aus heutiger Sicht, mit unserem jetzigen Wissen im Hintergrund, nur logisch. Nur, in damaliger Zeit war das alles andere als logisch. Es war unlogisch, gefährlich und ketzerisch. Und man konnte die neue Behauptung nicht sehen. Man konnte es nur glauben, denn zu sehen ist nach wie vor: die Sonne dreht sich um die Erde. Deswegen wird es aber nicht wahrer, und ich behaupte (mich weit aus dem Fenster lehnend), daß es auch mit beinahe allem anderen so ist. Auch mit Wirtschaftssystemen und Weltanschauungen. Eine Frage der Betrachtungsweise und des Standortes.
      Meine These: wir alle haben eine #vorläufige# Grundüberzeugung. Diese jedoch sollte neuen Erkenntnissen und Betrachtungsweisen gegenüber offen bleiben, ohne sie von vorn herein als nicht zur eigenen Doktrin passend abzulehnen. Bitte.

      Mir fällt eine Bemerkung Deines Kommentares auf: "Über Dinge die hinreichend gut funktionieren muss man nicht diskutieren oder mit hohem Aufwand neue Lösungen für sie finden, die nur graduell besser sein können." Zuerst dachte ich - ja klar, logisch. Aber dann - nein, doch nicht. Genau DAS ist es doch. Was für Dich hinreichend ist, muß es für einen beliebigen anderen noch lange nicht sein, und umgekehrt. Für mich und einige andere funktioniert das System eben nicht hinreichend gut, weder hinreichend noch gut, und wird daher als wert erachtet, über Änderungen und Neuerungen nachzudenken. Ich finde es auch nicht fair (ha, da wären wir wieder! ;-) ), für andere Personen definieren zu wollen, was hinreichend und gut genau bedeutet bzw. der eigenen Meinung nach zu bedeuten habe, und einen deswegen einfach und bequem als unzufrieden abzustempeln. Sehe ich da eine gewisse kleine Angst, etwas vom eigenen Wohlstand (oder von seinen hart erarbeiteten Vorurteilen, pardon Grundüberzeugungen) zu verlieren? ;-)

      Aber hab dank für Deine Erklärungen, auch wenn sie Dir schon zum Halse heraushängen. Ich gebe zu, meine Beispiele Galilei, Kopernikus und Einstein waren nicht wirklich gut gewählt, aber Deine Argumentation dagegen steht auch nicht unbedingt auf festem Boden. Aus heutiger Sicht gesehen schon - aber nicht aus damaliger Sicht.
      Und - um noch einmal auf Grundüberzeugungen zurückzukommen - was sind sie anderes, als eine neue Art Religiosität? Und was tun fast alle Menschen, wenn sie vor einer Entscheidung stehen, die ihr Wissen, ihre Erfahrung, ihre Grundüberzeugungen überfordert? Sie verleugnen. Sie klammern sich an ihren alten Erfahrungen fest. Die ja auch immer funktioniert haben. Nur wenige schaffen es, von sich aus soviel Neugier und Interesse aufzubringen, einen anderen Weg als den ausgetretenen zu beschreiten.
      DAS ist es, was ich am Projekt fairnopoly interessant und beobachtenswert und unterstützenswert finde. .

      Wie sagen doch die Indianer: "wenn du entdeckst, daß du ein totes Pferd reitest, steig ab". Und sag nicht "aber so haben wir das Pferd doch immer geritten" ;-)

      Grüße, Sathiya

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    7. Nun, ich versuche nicht meine Regeln für andere gültig zu machen anders gesagt: Mir ist wurscht was sie diskutieren. Natürlich hat jeder seine eigene Ansicht von "hinreichend gut". Das muss so sein.

      Wenn ich ihre Ansicht nicht teile, dann muss ich sie aber nicht davon überzeugen dass sie vermutlich schief liegen a.k.a. mit ihnen diskutieren. Da stelle ich mich ganz entspannt auf den Standpunkt "zeig mir, dass das jenseits des Elfenbeinturms auch funktioniert und DANN können wir drüber diskutieren ob das, was bisher für mich 'Wahrheit' war, überdacht gehört". Die einen nennen das unflexibel. Oder klammern an alte Hüte. Oder von oben herab. Letzteres ist es auch, es ist aus einer Position der Stärke resp. Sicherheit heraus argumentiert. Ich nenne es aber effizient. Das ist ein Filter um all den Unsinn auszublenden der sowieso im Ansatz scheitert weil er postuliert, alle Erfahrungswerte müssten wohl falsch sein und die Leute alle kollektiv geträumt haben. In einer Zeit, wo die Wissenschaft sagt was Sachstand ist, nicht aber eine Religion.

      Und was soll ich Dir sagen: Den Beweis bleiben sie fast immer schuldig. Was mich zur Schlussfolgerung bringt es ist (für mich) effizient, revolutionär klingende Ideen (für mich) als solche einzustufen und abzuhaken. Sich toll anhören aber nicht mal experimentell umgesetzt sein ist für mich nahezu gleichbedeutend mit vollkommen wertlos.

      Dein "vorläufig" lasse ich ja trotzdem zu, als ein "bis zum Beweis des Gegenteils". Überzeugungen können sich ändern, natürlich. Und gelegentlich wird einem bewiesen dass es anders doch geht oder richtiger ist. Aber es ist kein Problem etwas zu vertreten was sich irgendwann mglw. als falsch herausstellt oder durch eine bessere Lösung ersetzt wird. Denn solange es funktioniert ist es berechtigt. Und die 80/90%-Lösung umgesetzt gewinnt bei mir IMMER über das 100%-Gedankengebäude, solange wir noch Dinge haben, wo es noch keine 80/90%-Lösung gibt.

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    8. @ Castagir:

      waere ich nicht schon Fan von Dir - wuerde ich es spaetestens heute!

      LG, G.

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  6. @ Sathiya

    Weisst Du, dass ich heute ganz besonders grinsend Deinen 'Affen-Hug' bewundere?
    Noch dazu, wo ich gestern diese herrliche Story erzaehlt bekam:
    Pastor/Prediger/Pfarrer hier im Umkreis hielt vor nur wenigen Wochen seinen 'Schaefchen' einen Vortrag ueber Tolleranz und Akzeptanz - aaaalle sind instant seiner Meinung!
    WAS tat der 'Mistkerl' doch tatsaechlich letztes Wochenende?
    Liess ein paar 'wilder guckende Kerlchens' sich stinkend turnen und ziemlich nachlaessig/schlampig kleiden und pflanzt sie in die 'Schaefchen-Mitte' und wartet, wie diese behandelt werden!
    Bricht 'Besprechung' auch etwas frueher ab und erzaehlt/erklaert seine Feststellung/Auswertung seinen 'Schaefchens'!
    "Hypcrites" war noch das sanfteste Wort, welches gefallen ist!!!

    LG, G.
    (arg grinsend und sinnend von dannen ziehend)




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    1. Ein mutiger Prediger. Alle Achtung. Eine Lektion in Nächstenliebe und Toleranz. Und er hat es überlebt? :-) Beinahe niemand nimmt es gut auf, wenn ihm unvermittelt ein Spiegel vorgehalten wird und ihm offengelegt wird, daß sein Selbstbild mit der Wirklichkeit so gut wie nichts gemeinsam hat...
      Es erinnert mich an das Bären-Hug-Video von aufeinanderzu. Hätte auch nur einer den Mann umarmt, wenn von vorn herein ersichtlich gewesen wäre, daß er anders ist?

      Toleranz ist für viele Menschen etwas abstraktes, etwas, wovon man in schlauen Büchern liest. Aber dieselbe zu praktizieren - o my god, unmöglich. Das Aussehen, das Benehmen, der Geruch... haben die überhaupt eine Seele? Vor allem von Christen habe ich unglaubliche Bemerkungen darüber gehört. Im Sinne von "Toleranz ja, aber nur, was tolerabel ist. Akzeptanz ja, aber nur was akzeptabel ist. Nächstenliebe ja, aber nur wenn es mir opportun erscheint und er/sie/es genügend Liebreiz hat. Und dazu gut riecht"

      Alles wird gut - mein ewiges Mantra. :-)

      Grüße, Sathiya
      (die sich jetzt aber wirklich abmeldet bis nach Ostern. Bitte randaliert nicht in meinem Blog...!!)

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    2. Yes, Madame, Drill-Sergeant Sathiya : Waffenstillstand hier! Unterschrift: Gerlinde! Dir noch viel Spass und Erholung!

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  7. "Bis sie vom eigenen Ertrag/wirtschaften-wurscheln leben koennen, muessen sie wohl von den Unfairen ORDENTLICH subventioniert werden.
    Wie machen wir das dann
    a) mit dem 'Gewissen' der Fairen ?
    b) der wohl doch nicht ganz vorhandenen Dummheit der Unfairen?"

    Hebelt nicht allein die Unternehmensform als Genossenschaft und eine Decklung der Anteile deinen Ansatz aus, dass sie von unfairen subventioniert werden müssen? Ich mag sie jedenfalls und drücke die Daumen.

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