Mittwoch, 17. Juli 2013

Unser täglich Brot und intermittend fasting

von hier:  http://www.gesund-heilfasten.de/blog/10in2-2013/   (kein Hyperlink, kursiver Text von da)

Die Seite meines Lieblingsheilpraktikers befaßt sich überweigend mit gesunder Lebensweise, gesunder Ernährung und Fasten. Aktuell: ein launig netter Beitrag übers intermittierende Fasten "10in2", was von einem Österreicher als Marke eingetragen und seitdem in kabarettistischer Form vermarktet wird.
Ludwigs intermittierendes Fasten hat auch einen Namen: „10in2“. Laut eigenen Angaben hat er damit selbst 20 Kilogramm abgenommen. Sein intermittierendes Fasten sieht so aus, dass der Fastende einen Tag ganz normal essen darf und dann den nächsten Tag fastet, aber ausreichend trinkt. Somit steht die „1“ für einen Tag Essen, die „0“ für einen Tag Nichtessen. Da der Essenstag und der Nichtessenstag = 2 Tage sind, ergibt sich die „Formel“ „10in2“. Er hat diese Formel als Marke eintragen lassen (2009) und vermarktet sie gemeinsam mit seinem Partner Erwin Haas.
Durchaus eine Überlegung wert, meine ich. Angeschlossen an den Beitrag ist eine Reihe von Kommentaren, die auch lesenswert sind.

Warum es gut tut: unser Körper profitiert davon, nur jeden zweiten Tag die volle Verdauungsleistung bringen zu müssen. By the way, auch Geist, Verstand und Seele können sich erholen, denn ein unglaublich großer Energie-, Zeit- und Sorgenfaktor fällt weg - nämlich die Sorge, was man als nächstes ißt, wie man es verdaut und wo man die Endprodukte unauffällig wieder los wird. :-)
Vollfasten, das heißt, über eine Zeitraum von mehreren Tagen bis Wochen vollständig auf feste Nahrung zu verzcihten, können nur wenige durchhalten, und es ist auch nur eingeschränkt empfehlenswert, vor allem, wenn man es öfter ohne ärztliche Kontrolle durchführt. Aber jeweils einen Tag zu fasten und dafür jeden zweiten Tag zu essen (was das Herz) begehrt, klingt praktikabel.

Ich habe es in meiner Jugend so gehalten - im Sommer nur jeden zweiten Tag gegessen, und es ging mir prächtig. (naja, außer Erdbeeren, aber die zählen ja nicht *lach*) - und ich wußte bis eben nicht, warum.

Als Kind habe ich in einem Indianerbuch (ja, damals wurde noch sowas gelesen!) etwas gefunden, das mich tief beeindruckt hat: die Krieger eines Stammes aßen nur eine Mahlzeit am Tag, in Jagdzeiten und auf dem Kriegspfad sogar nur jeden zweiten oder dritten Tag, um jederzeit agil, beweglich und hungrig zu sein (zum vergleich: ein Raubtier jagt nur, wenn es hungrig genug ist), und um nicht kostbare Energie und Zeit auf die Verdauung mit all ihren Zustandsformen zu verschwenden.
Eine Frühform von intermittend fasting? Denn auch wenn genügend Nahrung vorhanden war (selten genug), wurde sich nicht der Bauch vollgeschlagen, nur um des Essens willen. Das war eines Kriegers nicht würdig.
(Nur Frauen und Kinder durften zwei Mahlzeiten zu sich nehmen. Ich wollte auch ein Krieger sein. Und verweigerte wochenlang außer dem Abendessen alle anderen Mahlzeiten. :-) )

Was hat das mit "unser täglich Brot" zu tun?
Wir Menschen deutscher Lebensart (darf man das so schreiben?) werden von Kindesbeinen auf zu regelmäßigen Mahlzeiten erzogen, dem täglichen Brot (auch buchstäblich), das zu immer den gleichen Zeiten eingenommen wird. Eine Mahlzeit auszulassen, bedeutete gleich, den Teufel des Jojo-Effektes an die Wand zu malen. Der Jojo-Effekt tritt ja "bekanntlich" sofort ein, wenn man mal eine Mahlzeit ausläßt. ;-) jaja, jojo...
von den "bekannten" Effekten auf die hungrigen Kinder in Afrika ganz zu schweigen.
Das tägliche Brot ist für uns wohlgenährte Europäer keine Lebensnotwendigkeit, sondern sitzt eher in den Köpfen, in den Gewohnheiten, in dem, was wir für "richtig" erkannt haben (und was uns eventuell auch krankmacht), und weil wir uns "schon immer so" ernährt haben. Man kann es überwinden und einen Testlauf mit sich selbst starten, und sei es nur, um experimentell zu beweisen, daß die These vom link siehe oben Murks ist.

Gute Gesundheit wünschend, Sathiya

Kommentare:

  1. Upps, war das (noch) nicht bekannt?

    Irgendwelche japan. Insel-Bewohner scheinen auch die sog. Methode "nicht bis ganz zum Rande vollschlagen (=fressen)" zu leben (= das jap. Wort dazu hoert sich natuerlich edler an, aber ich weiss das leider nicht mehr - sorry).
    Zumindest scheint es den pos. Effekt zu haben, dass die Meschen dort wohl fast durchgehend ein sehr hochbetagtes und wesentlich gesuenderes Leben haben. Zusaetzlich leben sie wohl auch die Devise: 'fuer EIN Ziel die Nacht zu ueberleben'. Dies - vorzugsweise - z.G. eines anderen lieben Mitmenschen (kein Verwandtschafts- oder Bekanntschafts- oder 'Liebes-Abhaengigkeits-Grad' noetig !!!).

    Ausserdem sehe ich bei uns hier in der eigenen Familie, dass es einfach wohl NICHT passen kann, dass man staendig NUR Kleinst-Portionen isst, um damit vermeintlich auf Gewicht zu bleiben oder sogar abzunehmen (= mein Mann!).
    Waehrend ich selbst gemischt entweder wie 'Scheunendrescher' hineinschaufle oder mich 'verarbeite' und dabei das Essen mitunter vergesse. Es scheint dies den Koerper 'denktechnisch' besser auf Trab zu halten; er scheint sich niiie wirklich anpassen zu koennen (weil er ja immer wieder diese starken Gegensaetze kriegt statt Gleichmaessigkeit).
    Ich selbst muesste viiiiiel molliger als mein Mann sein - ist aber absolut nicht.

    LG, G.

    Ausserdem, die geistige Erholung: What a difference a day makes .... ;-) :-D
    = Luftsprung und Salto und auf Wolke Nr. 9 herumrollen und viele andere ihrer Verwandten jagen!!! :-D


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    1. Bekannt, nicht bekannt - es entspricht nicht den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (und auch nicht den Interessen der Wirtschaft, die Nahrungsmittel, Diät-Ratgeber, Diät-shakes, Diät-Fitness-Programme, usw. verkaufen will) und ist dewegen offiziell nicht empfehlenswert. Allenfalls als Ernährungsform für freaks oder Esoteriker oder nerds (die das ohnehin meist schon von ganz allein praktizieren, mangels Interesse an der stofflichen Welt).

      Letztens habe ich mich gewundert - in den Schulmaterialien meiner Jüngsten steht nachzulesen, daß jeder pro Tag fünf Mahlzeiten zu sich nehmen soll: drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten. Modernes Schulwissen eben. Ich verstehe nicht, warum man den ganzen Tag essen soll, inwiefern das gesund sein soll. Maximal drei Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten... macht 12 Stunden, in denen weder Kopf noch Verdauungssystem eine Pause einlegen dürfen, weil ja immer neuer Nachschub kommt. Die Nacht, in der nicht gegessen wird, ist dagegen die reinste Erholung... ;-)

      Die Geschichte von den Japanern kenne ich, und auch, daß sie, seit die moderne Ernährungsweise (viel, mehr, noch mehr, und weit über den Hunger hinaus) üblich geworden ist, die junge Generation nun dieselben Zipperlein und vergleichsweise geringere Lebenserwartung vorzuweisen hat wie ihre Altersgenossen im Westen. Das Wort, das Du suchst, weiß ich leider auch nicht.

      Vor Jahren habe ich einen Diätratgeber gelesen, in dem drinstand, daß man ESSEN muß, um abzunehmen. In ihm wurde "essen" definiert als den Körper-Motor mit Brennstoff zu befüllen und diesen optimal zu verbrennen. Kein normaler intelligenter Mensch erwartet beispielsweise von seinem Auto, daß es nur mit leerer Luft und einem Minischlückchen Benzin läuft, das geht früher oder später über den Motor. Mit unserem Körper sei es ähnlich. Volltanken und fahren... bis nichts mehr geht, und erst DANN neu tanken. :-))
      Ich sage es gern noch einmal: wie Menschen sind keine Pferde oder Kaninchen, die unentwegt (fr)essen müssen, damit sich ihr Verdauungsapparat nicht verwirrt.

      Von der geistigen Befreiung, nicht ständig übers Essen und Verdauen nachdenken und sich damit beschäftigen zu müssen, mal ganz abgesehen. Bin ich ganz Deiner Meinung. *mit Luftsprüngen auf Wolke 7 hopst*

      Liebe Grüße, Sathiya

      (ich nähe jetzt die neue Picknickdecke weiter, das Top ist schon fertig, nun kommt der schwere Teil: das Zusammenfügen und Maschinenquilten. RIESENstoffrollen unter den Nähfuß der Maschine geklemmt. Verlustquote Nadel - geschätzt drei ;-) )

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  2. ...eine komisch-dramatisch-widerliche Angewohnheit unserer Gesellschaft, für alles Regeln und Prinzipien aufzustellen... nicht mal mehr ESSEN soll/darf/muss/ (oder eben NICHT!) man so, wie es sich gut anfühlt, je nach Persönlichkeit, Geschmack, Alter, Aktivität, vielleicht sogar Jahreszeit, Geschlecht, kurz, einfach je nach Bedürfnis...

    Liebe Grüsse,
    Jan S. Kern

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    1. Ja, recht hast Du.
      Es steckt in unseren Köpfen.

      By the way: ich habe die Methode direkt ausprobiert, bzw. befolge das Regimen soeben. Heute ist mein vierter "Null"-Tag. Cool! Ich habe plötzlich soviel mehr Zeit, und Energie, mein Kopf ist frei... :-)))

      Lg, Sathiya


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