Sonntag, 30. September 2012

Strick- und Mutti-Blogs

Verschiedene Aussagen über gewöhnliche Strick- und Mutti-Blogs. Bitte zutreffendes ankreuzen, nichtzutreffendes streichen. Vielen Dank.

... gibt es mehr als Sand am Meer. Jede, die glaubt, sie hätte der Welt etwas zu sagen, eröffnet einen Blog und notiert darin ihre Gedanken, ihr Tun, ihr wasweißich.
Besonders beliebt ist es, offen und aggressiv zuzugeben, daß frau nicht nähen kann, das überhaupt erst seit einiger Zeit (maximal 1 Jahr) tut, aber schon ein Shöppchen voller selbstgenähter Werke auf Dawanda eröfnet hat, sich bei Stoff- und Zutatenwahl nicht von gutem Geschmack sondern ihren aktuellen Gelüsten leiten läßt (grün und türkis, weinrot und grellbunt, grauweiß und knallrot, billig und billiger, Hauptsache bunt), desweiteren eine unglaubliche Zielsicherheit im Danebengreifen beweist (Stil? Ohne mich - was ist das???).
Die typische Strick- und Blog-Mutti ist eine, die Anfängerbücher gleich Dutzendweise kauft und DIY-Bücher und andere, egal welche, Literatur danach bewertet, ob sie auch anfängergeeignet sei, über die einfachsten Dinge seitenlange Tutorials verfaßt und diese 100fach weiterverlinkt, wie ein Hündchen den Blog-Stöckchen hinterherhechelt, die nur zuckersüße Kommentare verfaßt, alles toll findet, was die anderen in ihrem Dunstkreis tun, auf ihrem Blog nur x-mal liebeWorte lesen will, immer gespannt ist, was die anderen machen, sich in ihrer Entscheidung nur über eines sicher ist: daß sie nicht weiß, was sie will. Die angesagte Kleid-Mantel-Shirts mit Namen, Joana oder Johanna oder Adelia oder wie sie alle heißen deswegen nachnähen muß, weil alle anderen auch eine genäht haben. Die immer ihre Kinder, wahlweise 1, 2, 3 oder 4, als Alibi vorschickt, um eine 20. Kiga-Tasche oder 40. U-Heft-Hülle zu nähen, die selbst immer grau in grau trägt, und dafür die lieben Kleinen in grellpinkblaugrünbunt herumlaufen läßt, die immer probenäht und probestickt, sich tagelang über Stickdateien begeistert, immer der neuesten hinterherhechelt, die stolz verkündet, beim Kauf von Stoff/Essen/Krimskrams einen Euro gespart zu haben, indem sie 30 Kilometer mit dem Auto hin und 30 wieder zurückgefahren ist... Die immer einen vollen Terminkalender hat, die immer drei Sachen gleichzeitig zu erledigen hat, die immer schwer beschäftigt ist, die immer zu allem eine Meinung hat, die den anderen immer sagen muß, wo´s langgeht, die ihre eigene Auffassung und Lebensweise als erstrebenswert darstellt und von den anderen erwartet, diese Ansicht zu teilen. Die alles selbst macht, aus dem Grund, da ihr die käuflichen Dinge alle nicht gut genug seien - die mit den selbstgemachten Sachen ihren Dawanda-Online-Shop füllt und von den anderen erwartet, ebendiese Dinge zu kaufen (und was, wenn die anderen nun finden, das wiederum sei ihnen nicht gut genug?). Die anfängt, Schmuck zu häkeln, weil 100 andere Bloggerinnen das auch machen, die anfängt zu filzen, zu stricken, zu häkeln, zu sticken, zu wasweißich, nur weil es gerade Mode ist. Die sich darin gefällt, in Müby-Sprache zu reden, alles ist immer irgendwie toll, spannend, frau hüpft herum oder hinein oder hinunter oder hinauf, das Stöffchen lacht, die Maschine, pardon Näh-Ma bzw. Sticki bzw. Ovi singt, die Sachen sind alle zucker, die Farbkontraste sind hammer, die Applis brauche frau unbedingt auch, nach welcher Anleitung hast du das gemacht, das werde ich auch nachnähen oder nachbasteln oder nachhäkeln oder nachkochen oder nachbacken...
Die Strick- und Häkel-Super-Blogger-Mutti.
Diese Gedanken (obiger Text) sind mir aktuell beim Durchsehen der Beiträge (und besonders der auf den teilnehmenden Blogs verlinkten Seiten) zum gemeinsamen Wintermantelnähen bei Cat-und-Kascha gekommen. Sie waren so übermächtig, daß ich überlegte, meine Teilnahme daran zu beenden. Kann ich ohne weiteres, es gibt ja keinen Zwang bzw. eingetragene Mitgliedschaft. Es fängt an, mich es zu stören, wieviele beim Nähen mitmachen und eigentlich vom Tuten und Blasen keine Ahnung haben und dies öffentlich. Vielleicht wäre eine Challenge im Advanced-Bereich eher etwas für mich...?
Das Kuh-Herde-Prinzip: eine muht und die anderen traben hinterher. Momentan geht es um die Stoffauswahl für den Mantel. Die meisten wollen einen Wintermantel nähen und haben dazu vernünftigerweise einen Wollstoff ausgewählt. Dazu planen sie noch zusätzlich zum Futter - das flauschig sein soll - eine wärmende Einlage zu verarbeiten. (Mit einer Schneiderausbildung und entsprechenden Kenntnissen in Materialkunde würde es nicht einer einfallen, zusätzlich zum Wollstoff noch Warmfutter einzunähen - was man verwendet, um Chemiefaserstoffe WOLLE-warm zu machen) Aus lauter Angst, der Mantel würde nicht warm genug werden, glauben viele den Werbeaussagen der Warmfutterhersteller bzw. folgen blind der Masse, da ja die anderen ebenfalls die Folienmembran für innendrin verwenden, kann es doch nur gut sein, nicht wahr?!
Auf Qualität des Stoffes, Farbe und Materialzusammensetzung legt wohl auch kaum eine wirklich viel Wert, zumindest jene nicht, deren Beiträge ich mir heute angesehen habe. Oder sie wollen nur 3 Euro pro Meter ausgeben (das ist lachhaft, dafür bekommt man vielleicht einen Putzlappen, aber noch nicht einmal einen mittelprächtigen Wollstoff). Hauptsache billig. Und kaum eine scheint zu realisieren, daß sie ein Kleidungsstück für sich näht - und nicht für den Wintermantel-Sew-Along. Schon bei der Schnittauswahl ist mir das aufgefallen... Die größte Angst überhaupt scheint darin zu bestehen, den teuren Stoff zu verschneiden und ihn damit unbrauchbar zu machen. Mädels, wollt ihr nun einen Mantel nähen oder nicht?!
Einer Teilnehmerin habe ich einen Tip zu Stoffwahl und Stoffpreis gegeben: wie lange wird frau den Mantel voraussichtlich tragen und was wäre es ihr pro Jahr wert geteilt durch den individuellen Schmerzgrenzenfaktor... ergibt den Stoff-Kaufpreis, bei dem es frau nicht wehtut. Beispiel: ich möchte den Mantel mindestens 10 Jahre tragen. und pro Jahr 50 Euro ausgeben, was es mir wert wäre. Ergibt ein Materialbudget von 500 Euro für meinen Mantel... :-))) Pro Mantel benötigt frau je nach Modell und Länge, zwischen 2,50 und 4,00 Meter Stoff plus Futter plus Einlage plus Zutaten. Da kann frau locker mit einem Stoffpreis von 25 bis 40 Euro pro Meter arbeiten - und gute Qualität kann wirklich zehn Jahre lang und länger getragen werden. Zum Glück gibt es auch einige, die durchaus vernünftig und rationell an die Sache herangehen, mit Logik und gesundem Menschenverstand. Was bedeutet: ich gebe der Sache noch eine Chance.
Viele Strick- und Mutti-Blogs werden von Frauen geführt, die ihre Wünsche als Frau hinter die ihrer Kinder stellen, auch wortwahlmäßig. Ich frage mich besorgt, was für Erwachsene einmal aus diesen Kindern werden sollen. Kinderzimmer in extremkunterbunt, die Mütter dazu in grau, schwarz, oliv, tarngrün, alle Wünsche der Kinder werden in "Mutti kann das" übersetzt und Mutti wetzt los und macht und tut... und wenn sie mal nicht mehr kann, dann ningelt der Nachwuchs - irgendwie auch berechtigt, denn man ist es ja gewohnt, das alles gleich nach Lustäußerung erfüllt wird...! Wohin das führt, sehe ich auf den Spielplätzen und bei Kindergeburtstagen, in Kauhäusern, Zoos und Eisdielen (da ganz besonders). Und das erschütternd ungezogene Verhalten der Sprößlinge wird später im Blog verbal bunt umhäkelt und zudem sich selbst angelastet (naja, so verkehrt ist das ja auch wieder nicht *g*), allerdings leider ohne die Konsequenzen daraus zu ziehen und eventuell in Betracht zu ziehen, etwas am eigenen Verhalten und Erziehungsstil ändern.

Viele Strick- und Mutti-Blogs werden von Frauen geführt, die im wahren Leben tough sind, stark, geradlinig, schnellentschlossen, stilsicher, souverän, perfekte Gastgeberinnen, Ehefrauen und Mütter, gleichermaßen gutaussehend in Abendkleid und Jeans, die dreimal wöchentlich ins Fitnessstudio, zweimal zum Yoga und einmal zur Paartherapie gehen (vorbeugend natürlich), die perfekt nähen, zeichnen, designen, basteln, stricken, Häkeln, schnitzen, entwerfen können, perfekt Klavier spielen, die gute Entscheider sind, das Familiengepäck für eine 3-Monatsreise innerhalb einer halben Stunde packen können ohne etwas zu vergessen, die gleichzeitig ein 5-Gänge-Menü kochen, die Zwillinge windeln, füttern und ins Bett bringen, den Wein wohltemperiert servieren, die Waschmaschine bedienen und die Spülmaschine ausräumen, nebenbei drei Telefonate führen und die neuesten Unternehmenskrisen beheben, sich den Lidstrich nachziehen und bestrickend lächeln können - während sie in Abendkleid und Highheels ein Fotoshooting auf der Balkonbrüstung im 34. Stock machen. (Achtung: das war Ironie. Oder eher Utopie? Wer kann schon wissen, was die Mädels in 10 oder 20 Jahren alles so drauf haben!)
*LOL* Das klingt alles ein bißchen nach Heidi Klum, oder? :-)))))))))))))))))))))))))))))))))) ich glaube aber kaum, daß sie ein Mutti-Strick-Blog führt...
Ach ja, schön wär´s. Sollte es eine geben, die das alles kann, bitte melden. Ich wäre schwer beeindruckt.

Wie immer entschuldige ich mich an dieser Stelle, sollte ich jemandem zu nahe getreten sein oder sich jemand persönlich angesprochen oder gar angegriffen fühlen. Die Meinungen über dieses Thema sind halt verschieden und ich äußere hier lediglich meine eigene. Das ist eben Geschmackssache :-) .
Best regards, Sathiya

Freitag, 28. September 2012

Textilkennzeichnungsgesetz

Was alles auf das Etikett eines Textilerzeugnisses gehört - (bitte im Internet suchen bzw. google fragen) - (oder hier lesen:  http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/textilkennzg/gesamt.pdf  (kein Hyperlink) )
wenn man vom Wortlaut ausgeht und alles buchstabengetreu ausführt.
Und noch eins draufsetzt. Wenn schon - denn schon. :-))

Ich habe ein (hypothetisches) Kleiungsstück genäht - aus bunt bedrucktem Baumwolljersey mit Elasthan, des namhaften Herstellers Hilco aus Deutschland. Ich möchte es verkaufen, rein hypothetisch. Diese Angaben in blau sollen laut Textilkennzeichnungsgesetz ins Kleidungsstück hinein. (Die Angaben in lila würden mich interessieren und meine Kaufentscheidung beeinflussen.)
Mich persönlich interessiert bei einem Kleidungsstück nur: die ungefähre Material-Zusammensetzung, die Größe und die Pflegehinweise.

Die Bürokraten sehen das anders - Größe und Pflegehinweise sind vernachlässigbar (ja, daran kann frau ersehen, wer sich unter Garantie nie selbst um die Reinigung seiner Hemden kümmert...), aber die genaue Faserzusammensetzung samt Herkunft, Hersteller und chemischer Analyse - DAS ist ihnen wichtig...!!! Und Name und Adresse des Händlers, die ladungsfähige, nicht zu vergessen.
Faserarten - samt genauer botanischer bzw. biologischer bzw. chemischer Bezeichnung, mit genauer prozentualer Menge der jeweiligen Bestandteile. Im Beispiel: 95% Baumwolle, 5% Elasthan
Gewirke-Art: Strick, Gewebe, usw. mit Angabe des Herstellers samt Anschrift  Jersey von Hilco, Echterdingen, xxx g/qcm
Druck bzw. Färbung: Art und Zusammensetzung der Farbe, Anschrift der Druckerei bzw. Färberei   hier wäre die Farbart angebracht - giftig oder nicht? Leider kenne ich das Textil-Druckverfahren und die spezifischen Zusammensetzung der Farben nicht.
Nähfaden: Art des Fadens, bei synthetischen Fasern genaue chemische Analyse samt prüfendem Labor mit Namen und ladungsfähiger Anschrift, bei Naturfasern wie oben. Faden 100%Polyester (Hersteller Gütermann)
Herstellungsverfahren der Grundsubstanzen: Anbaugebiet, Pflegemethode, verwendete Pestizide und Antibiotika, Haltemethode bei Tieren, Erntemethode bzw. Schermethode, Aufbereitungsart, Syntheseart, Spinnerei, Weberei mit Namen des jeweiligen Unternehmens samt ladungsfähigen Anschriften, Herkunft der Rohstoffe (noch nicht Pflicht, wäre aber auch interessant): Ägypten (Baumwolle), Deutschland (Elasthan und Polyester), unbekannt (Farbe)
Konfektionierung: Schnittmuster mit Designer (Name und Anschrift), Näherei bzw. Konfektionsfabrik mit Bezeichnung und Anschrift, Name und Anschrift der Näherin/des Nähers, Nähmaschinentyp, Nadelstärke, ... mein Name und Anschrift - möglicherweise reicht auch ein MADE IN GERMANY
Deko-Elemente wie Ösen, Knöpfe, Sticker, Straß usw. und Zubehör wie Knöpfe und Reißverschlüsse, Haken, Schnallen usw. sind von der Deklarierung ausgenommen, außer sie enthalten Leder und/oder andere Tierbestandteile.
Etikett: Material - Papier (Hersteller, Anschrift, Öko-Zertifizierung, Altpapier, Druckfarbe, chemische Analyse samt Labor mit Namen und Anschrift), für Kordel, Sicherheitsnadel und Co. dasselbe   Kartonpapier von Leitz
Verpackung: Plastiktüte, Karton, Boxen (genaue Zusammensetzung, Druckfarbe, usw.) recycelte Plastiktüte und Schuhkarton zum Versand
Händler: Name und ladungsfähige Anschrift und evtl. Name des Lizenzgebers oder -nehmers mein Name und Anschrift, klar :-)
Ja, man kann´s auch übertreiben - und ja, das tu ich eben. :-)
Es ist zum Verrücktwerden. WOZU muß dieser ganze Quark aufs Etikett? Welcher Kunde wird das jemals lesen, wen sollte das alles jemals interessieren - außer einem irregeleiteten Bürohengst im Bürokratenwahn(sinn)?!?!?

Wenn ich das alles ausdrucke - in eben noch lesbarer Schrift - habe ich auf einem 5 cm breiten Etikett, das ich ins Shirt einnähen kann, soviel stehen, daß mein Etikett knapp 2 Meter lang würde. Am besten schreibe ich gleich noch - weil ich ja gerade dabei bin - das gesamte Textilkennzeichnungsgesetz mit drauf, damit der Kunde ja gleich sieht, woran er ist. Ach, und wenn frau sich verschrieben hat - weil ausgerechnet DIE Faserart SO nicht in der Liste der erlaubten Bezeichnungen aufgeführt ist - dann gute Nacht... dann kann sie einpacken. Am besten schreibt sie gleich noch die Adressen ihres Anwaltes und der zuständigen Gerichte mit drauf. 
Und derartige Etiketten (ja, es gab schon ganze BÜCHER in Kaufshirts... sechsseitig, jeweils 5 cm breit und 12 cm lang, unglaublich) schneide ich IMMER ab. Ungelesen, wohlgemerkt.

Ach, und noch was: wo ist eigentlich das Gesetz gegen Schadstoffe in Textilien?
Wo sind die Grenzwerte, die verbindlich für alle Hersteller gelten?
DAS wäre doch mal wichtig. WIRKLICH WICHTIG.
Und DIESEN Satz hier würde ich mit höchster Wonne in alle Textilien hineinnähen -
"Dieser Artikel entspricht den höchsten Anforderungen des Textilsicherheitsgesetzes"
Hoffen wir, daß ein solches bald kommt - und uns und unsere Kinder vor Schadstoffen in Textilien und Zubehör schützt.
Liebe Grüße, Sathiya

Zeit und Raum für mich

Dieser Beitrag ist Anlaß  für meinen heutigen Post.
http://meertjes-stuff.blogspot.de/2012/09/ein-raum-nur-fur-mich.html  (kein Hyperlink)

Gedanken dazu schwirren schon seit langem durch meinen Kopf... ich hatte mich aber nicht getraut, sie zu formulieren und gar im Blog zu veröffentlichen... frau stellt sich gern als stark dar, chaotisch, kreativ, fröhlich, sarkastisch, ironisch, verletzlich, sogar zynisch - aber niemals schwach.

Auch ich wünsche mir Raum und Zeit nur für mich.
Wo ich nur ich sein muß - sein darf, ohne eine Funktion zu erfüllen, ohne irgendwelchen Erwartungen zu entsprechen, ohne schon den Speiseplan und Spielevents für die nächste Woche vorzubereiten, ohne Einkäufe und Wäscheberge bewältigen zu müssen, ohne Mutter, Tochter, Freundin, Gefährtin, sonstwen darstellen zu  müssen. Ohne Pflichten, ohne Haushalt, ohne Last...

Das wäre es. Ich säße den ganzen Tag oben auf dem Tempelchen und schaute in die Sonne. :-)
Wie ich hinaufkäme? Egal. Wie hinunter? Egal...

Vor Jahren, als meine Große klein war, habe ich sie immer im Sommer für 4 Wochen zu meinen Eltern gebracht - und war für diese 4 Wochen nur für mich selbst da. Einen Sommerurlaub hatte ich eigens danach geplant, eine Woche lang mit niemandem reden zu müssen - ich bin nach Frankreich gefahren und war nur allein mit mir ...
Vor zwei Jahren hatte ich das Glück, eine 3-wöchige Mutter-Kind-Kur absolvieren zu können... und hatte seit vielen Jahren zumindest tagsüber wieder Zeit und Kraft und Gedanken nur für mich allein.

Einen Raum nur für sich allein zu haben - das wünscht sich Meertje... vor allem aber, nur sie selbst sein zu dürfen und nicht unterzugehen im Chaos aus Müssen-Sollen-Wollen-Wünschen-Funktionieren-Akzeptieren-Begreifen-Vermitteln-Planen-Dürfen-Können. Ich wünsche mir das auch.

Im Frühjahr schon habe ich einen Blogbeitrag von Luzia Pimpinella gelesen - in dem sie darstellte und beschrieb, was alles an ihr nicht perfekt sei (wie bei allen Frauen - nahezu alles *g*), und das hat sie viel Mut gekostet. Ebenso verschiedene andere Bloggerinnen, die den Mut hatten, öffentlich sie selbst zu sein. Ich hatte den Mut dazu bisher nicht gefunden... vor allem wollte ich meine (noch wenigen) Blogleserinnen nicht vergraulen...
Ich sehe gerade erschreckt - wie oft ich die Worte "allein mit mir" bzw. "ich allein" verwendet habe.
Ja, die Sehnsucht ist groß, das Bedürfnis ansteckend und das Gefühl, gleich platzen zu müssen oder tot umzufallen, wenn es sich nicht innerhalb kurzer Zeit verwirklichen läßt, ist alarmierend.

Aber ich glaube noch etwas anderes: insgeheim sehnen wir uns danach, die Kontrolle über unser Leben abgeben zu können - zumindest für einen gewissen Zeitraum an einem geschützten Ort, der ganz allein uns gehört.
Ich habe so einen Ort bereits - in mir, während der Meditation. Aber manchmal will ich diesen Ort auch nach draußen tragen, an einen realen Ort, wo auch wirklich kein anderer eindringen kann...
Sathiya

Mittwoch, 26. September 2012

Das Hock-Klo

Ich bin auf ein leicht anrüchiges Thema gestoßen - wie so oft aus Zufall.
Anlaß war die genaue Übersetzung des japanischen Begriffes "senpai", was mich zu Wikipedia führte, über japanische Etikette zu japanischem Alltag bis zum japanischen Hock-Klo bis zu der weiter unten genannten Seite.
Was es nicht alles gibt...!!!

Das Hock-Klo. Wahlweise mit Blickrichtung zur Tür oder zur Wand - aus Edelstahl, Porzellan, gemauert, durchdesignt, mit oder ohne Wasserspülung, mit Wasserrinne, sauber, besch..mutzt,... Benutzung immer in tiefer Hockposition, egal ob auf der Autobahnraststätte, Flughafen, Zug, Hotel, Gefängnis, Wohnung.
Ich war schockiert, ein sogenanntes modernes Hockklo zu sehen zu bekommen... da ich der Meinung war, das westeuropäische Sitz-WC wäre der Gipfel der Zivilisation und Kultiviertheit. Und ich bin schon aus Restaurants in Italien geflüchtet, wenn ich feststellen mußte, daß es dort nur ein Klo für "Wilde" gab.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hocktoilette (kein Hyperlink)
Für einen ersten Eindruck...

http://www.darmhilfe.de/index.htm  (kein Hyperlink)

Wie man sich irren kann!
Nach der Lektüre der ersten Seiten der Website Darmhilfe (Adresse eine Zeile weiter oben) (dieselbe ungläubig, zähneknirschend, äußerst unwillig und peinlich berührt) muß ich das leider einräumen. Wie sehr frau/man sich irren kann.
Da glauben wir ahnungslos, das westliche moderne Wasserklosett zum Spülen und zum Benutzen in Sitzposition wäre das allerbeste und fortschrittlichste auf der Welt - und siehe da, es ist überhaupt nicht so. Was allein die unphysiologische Position des Sitzens an sich im menschlichen Körper kaputtmacht, durcheinanderbringt und aus dem Gleichgewicht bringt, ist einem schon klar - aber daß es einen bis ins Badezimmer verfolgt, hätte ich nicht gedacht.
Ich schaffe mein Klo ab...!!! :-))

Die Argumentation ist logisch, schlagend und unwiderlegbar. Desgleichen die Zunahme zivilisationsbedingter Krankheiten wie Verstopfung, Appendizitis, Darmvorfall, Krebs usw..... ich finde das erschütternd und bin schockiert, daß niemand einen darüber aufklärt. Den Kindern wird in Kindergarten und Schule ja sogar eigens beigebracht, anstelle zu laufen und zu gehen eben zu sitzen... Ich glaube, ich werde ab sofort entweder stehen und gehen oder liegen - oder, wenn ich sitzen muß, im Schneidersitz auf dem Boden sitzen. Oder hocken. Oder knien.
Eine Anmerkung: die alten Griechen, die so gern zitiert werden als Ahnherren der westlichen Kultur und Wissens, bevorzugten das Stehen und Gehen. Alle Statuen sind in stehender oder liegender Position, die Lehrer lehrten im Gehen (auch heute heißt es noch Lehr"gang" bzw. Studien"gang"), das Essen wurde im Liegen eingenommen ("Gelage", cool nicht?), nur der König oder Caesar oder Basileus mußte auf dem Thron sitzen... oder heutzutage der Professor auf seinem Lehrstuhl (doch: wer sitzt im Hörsaal? Eben - NICHT der Professor...)

Das ist wieder einmal ein Fall von Geschmacks-Sache - buchstäblich. Doch bei aller Peinlichkeit und Unangenehmberührtheit - vom Verschweigen wird es leider nicht besser.
Viel Vergnügen - bei der Lektüre, dem Ausprobieren, Weitvonsichweisen, Ignorieren, Zustimmen... was auch immer.  :-)) Sathiya

Genmais -Vorsicht?!

http://renegraeber.de/blog/vorsicht-genmais/    (kein Hyperlink)

Man ist, was man ißt.
Mais zu essen werden wir uns wohl abgewöhnen, ebenso wie das Fleisch von Tieren, die mit ebendiesem Mais gefüttert werden. Für Soja gilt dasgleiche - jedenfalls solange, wie der Anbau im großen Maßstab völlig unkontrolliert und allein auf möglichst raschen und möglichst hohen Profit ausgelegt stattfindet. Studien, die die Sicherheit und Unbedenklichkeit des neuen Nahrungsmittels beweisen sollen, werden leider unter Verschluß gehalten werden und im Gegenzug wird vielmehr der Verbraucher aufgefordert zu beweisen, daß eben diese Nahrungsmittel schädlich seien.
Es existieren sehr wohl Studien darüber, aber diese werden bequemerweise von den Verantwortlichen nicht anerkannt und als völig haltlos dargestellt.

Für jedes Kräutchen, das in der Apotheke angeboten werden soll, werden umfangreiche Untersuchungen verlangt, die die Unbedenklichkeit beweisen sollen - und bei Nahrungsmitteln, wie genverändertem Mais und Soja, das beides massenhaft verzehrt wird, ist das plötzlich nicht erforderlich?

Nach der Lektüre des Artikels über Genmais suchte ich nach einem Spruch, der halb vergessen durch meinen Kopf geisterte. Das hier kommt dem am nächsten.
Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.
Only after the last tree has been cut down / Only after the last river has been poisoned / Only after the last fish has been caught / Then will you find that money cannot be eaten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Weissagung_der_Cree   (kein Hyperlink, Text von da)
Erst wenn das alles eingetreten ist, wenn das letzte Konto leergeräumt, der letzte Scheck geplatzt, das letzte Bier getrunken, das letzte Kind geboren, dann wird man feststellen, daß man auf dieser Erde festsitzt und zusammen mit allen anderen, die dann noch leben, untergeht.
Am erschütterndsten finde ich, daß Ratten und Mäuse und auch schon Großvieh, was mit Genmais gefüttert wurde, unfruchtbar geworden sind. Das ist alarmierend! Wieso wird sowas als nicht besorgniserregend angesehen? Müssen wir erst auf ein Mais-Contergan warten? (Obwohl - da sind ja wenigstens Kinder geboren worden...)  -Was kann ich tun?
Nachdenklich, erschüttert, mich hilflos fühlend, Sathiya

Sonntag, 23. September 2012

Designer Destroyed Jeans

Was es nicht alles gibt - heute habe ich eine Anleitung gefunden, wie frau sich selbst ihre eigenen Jeans im destroyed-Look designen kann.
Guckstu hier: http://julieoriginals.over-blog.de/article-107782423.html  (kein Hyperlink)

Man glaubt es nicht... ja gibt´s denn sowas? Seit wann braucht die Jugend denn Anleitungen zum Kaputtmachen?
Das Vorgehen ist denkbar einfach: Jeans auf Holzbrett spannen (Bügelbrett beispielsweise) und an den Stellen, die später löchrig sein sollen, mit Nagelfeile oder Bimsstein bearbeiten, bis Blut kommt - ich meine, bis das Ergebnis zufriedenstellend ist.
Für diese Beschreibung eine halbe Seite Text zu verwenden, macht mich leicht sprachlos.

Leicht fassungslos und etwas verwirrt (ja, bin ich überhaupt im richtigen Film?!), Sathiya   
ENJOY LIFE!

Samstag, 22. September 2012

Spielzeugnorm - CE-Zertifizierung

In Antwort auf verschiedene Mails, die mich zum Thema Spielzeugnorm EN 71 und CE-Zertifizierung erreicht haben.

Liebe Damen und Herren, die sich hilfesuchend per Email an mich gewendet haben,

leider kann ich Ihnen nicht wirklich helfen, aber ich kann Ihnen einige unterstützende Worte mitgeben.

Häufige Fragen betreffen die CE-Zertifizierung.
Das Problem fängt ja schon bei der Materialbeschaffung an: kaum ein Hersteller rückt genaue Angaben über seine Produkte heraus - Schadstofftabelle, Labortests, Dokumentation des Herstellungsprozesses, der Lagerung, Verlagerung bzw. Transport usw. Sollte er aber - er wird aber vom Gesetz nicht dazu gezwungen. Wieso auch? Solange alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten ist...
Aber der Spielzeughersteller muß das alles haben. Und weil er es vom Materialhersteller nicht bekommt, muß er die entsprechenden Tests und Laboruntersuchungen selbst vornehmen und natürlich auch die Kosten tragen. Sodann - je nachdem was er fertigen möchte, muß er sich auch noch an den für seine Produktklasse geltenden Sicherheitsrichtlinien orientieren, diese strikt einhalten und auch penibel dokumentieren. Außerdem den Herstellungsprozeß planen, dokumentieren und Materialproben archivieren. Sonst noch was? Ach ja, sich von der Apotheke ein paar Zusatznerven holen... :-)
Hat er das alles getan, darf er, rein theoretisch, selbst ein CE-Zeichen draufkleben. Um sicher zu gehen, läßt er die Prüfprozess von einem anerkannten Labor oder TÜV oder anerkannter Prüfstelle für "Pipapo" (ich finde gerade keine genaue Bezeichnung - aber Google wird schon was rausrücken, wenn es lieb gefragt wird)  vornehmen - und die machen es logischerweise auch nicht umsonst. Schön wär´s ...!

Ein Konformitätszertifikat (CE-Zeichen) können Sie sich selbst erteilen, sofern Sie die Richtlinien, die für Ihr Produkt zutreffen, genau einhalten. Dazu gehört die Dokumentation des Herstellungsprozesses (Material wie Karton, Farbe, Umverpackung, Etui; Druckmethode, Versiegelung oder Folierung), entsprechende Laboruntersuchungen auf Unbedenklichkeit (schädliche Stoffe oder giftige Ausdünstungen des Materials sollten unterhalb eines gewissen Grenzwertes liegen), Sicherheitsuntersuchungen (Entflammbarkeit, Reaktion mit anderen Stoffen, Löslichkeit, Scharfkantigkeit, verschluckbare Kleinteile usw.). Das können Sie bis auf die chemischen Labortests alles selbst machen - und alles gut dokumentieren!
Eigentlich könnten Sie mit Ihrer Akte nun hingehen und einen Prüfingenieur damit beauftragen, das zu überprüfen, durchzusehen und zu unterschreiben. Das wird er leider erst dann tun, wenn er alles SELBST kontrolliert hat. Da er mit seinem Wort dafür geradesteht, daß Ihr Produkt das Prüfsiegel zu Recht verdient. Deswegen der stolze Prüfpreis von beispielsweise  2000 € für ein Kartenspiel...
Sie könnten natürlich auch ohne eine solche Prüfung in Produktion gehen und Ihr Kartenspiel vermarkten - aber bei dem ersten Verdacht müssen Sie so oder so die Labor- und Prüfkosten ausgeben - um zu beweisen, daß Ihr Produkt sicher ist und den Richtlinien buchstabengetreu entspricht.
Also - leider kommt man nicht drumrum - Gesetz ist leider Gesetz, wobei egal ist, was einem lieber wäre.

Die nächste Frage betrifft die ominösen 200 €... das scheint wirklich viele auf diese Seite gezogen zu haben, in der Hoffnung, die Kosten würden dadurch im überschaubaren Rahmen bleiben. Ich muß Sie leider enttäuschen.
Die Zahl von 200 € habe ich aus der Luft gegriffen ohne es ernst zu meinen, einfach so, um die Unverhältnismäßigkeit des Verhältnisses von Prüfkosten zu Endverkaufpreis aufzuzeigen. Die tatsächlichen Prüfkosten liegen vermutlich um einiges, wenn nicht sogar um ein Vielfaches höher, als angegeben. Logisch, daß ich derartig hohe Prüfkosten nur dann auf mich zu  nehmen bereit bin, wenn ich plane, eine gewisse Mindestzahl an genau gleich aussehenden Dingen zu produzieren. Was beispielsweise meine Pläne mit einem Kuscheldelfin und einem Kuschelsternchen ja schon selbst ad absurdum führt (siehe erster EN71-Post).

Noch einige Worte zum Thema:
Die Spielzeugnorm scheint mir dahingehend ausgelegt zu sein, daß sich die Tests, Sicherheitsuntersuchungen und das gesamte Prozedere der Zulassung bzw. Zertifizierung von Spielsachen nur für großmaßstäbliche Produktion eignen bzw. sich die Prüf-Kosten am erwarteten Gewinn für diese orientieren.
Ich glaube auch, daß die Gesetzgeber ursprünglich tatsächlich die Großfabrikanten härter in die Pflicht nehmen wollten, um die Konsumenten vor gefährlichem Spielzeug, Schadstoffen und billig hingeschlonztem Schund zu schützen.
Tja, leider ging der Schuß nach hinten los - und traf und trifft kleine Hersteller.
Den billigen Schund, der teilweise auch noch gefährlich ist, gibt es immer (oder trotzdem) noch... was man sehr schön an den vielen Rückrufaktionen für Spielzeuge sehen kann. Na, solange die Anwaltskosten aus der Portokasse bezahlt werden - und die zuständigen Gerichte in China sitzen...

Wo sind denn die kleinen Spielzeugmanufakturen hin? Wo die Puppen- und Teddyhersteller, von denen es früher Dutzende im deutschsprachigen Raum gab? Wo die kleinen Bilder- und Kinderbuchverlage? Allenfalls einige Sammlerpuppenhersteller sind übriggeblieben (wobei ich mir nicht vorstellen kann, daß sie sich noch allzu lange halten - denn laut Definition ist alles als Spielzeug einzustufen, womit ein Kind spielen  kö n n t e).
Fast die gesamte Spielzeugproduktion ist ins Ausland verlagert worden - dorthin, wo die Prüfkriterien nicht so streng bzw. sogar überhaupt nicht vorhanden sind.

Was Ihre geplante Produktion angeht, liebe Leser, Hilfesuchende, künftige Spielzeughersteller - wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen die Nervenstärke und Geisteskraft, sich erfolgreich mit der vermurksten Gesetzgebung auseinanderzusetzen und als Sieger daraus hervorzugehen. Lassen Sie es mich bitte wissen, welche Fortschritte Sie erzielt haben! Und auch wie genau Sie vorgegangen sind. Diese Erkenntnisse können Sie auch sehr gut mit allen betroffenen Kleinherstellern teilen, man wird Ihnen dankbar sein.

Bitte beachten: das ist keine Rechtsberatung! Nur gesunder Menschenverstand und meine eigene Interpretation der Gesetzeslage.

Herzlichst, Sathiya

Freitag, 21. September 2012

Online-Shop - Retouren

Aus aktuellem Anlaß ... :
Eine Freundin hatte online einen Artikel zum 50%-Sale-Preis gekauft und sich total gefreut, ein schönes Stück zum halben Preis bekommen zu haben. Der Artikel kam an - und war eine Enttäuschung - nagelneu sieht anders aus. Sie wollte vom Kaufvertrag zurücktreten und ihr Geld erstattet bekommen. Der Shopinhaber dazu: eine Rücknahme sei nicht möglich, da erstens 50% Preisnachlaß gewährt wurde und zweitens sei es bereits Retourenware. In der Artikelbeschreibung war nichts dergleichen zu finden. In Kaufhäusern ist es ja üblich, daß reduzierte Ware vom Umtausch oder Rückgabe ausgeschlossen ist ...
Na, sie ist sauer, läßt es aber auf sich beruhen. Verstehe ich auch nicht, aber ist ihre Entscheidung. :-)
... eine Frage:
Darf der Händler bzw. Online-Shop-Besitzer einen Artikel wieder als NEU verkaufen, der schon einmal beim Kunden war (also außer Haus) und als Rückläufer wieder zurück kam?
Kann ich als Kunde erwarten, jedesmal Neuware zu bekommen (und nicht "neuwertige Ware", also Ware, die bereits (mindestens) einmal außer Haus und damit aus dem Einflußbereich des Händlers war), habe ich ein Recht darauf?
Muß der Händler in der Artikelbeschreibung angeben, daß der Artikel ein Rückläufer war - und muß dieser vor Wiederverkauf geprüft sein - und darf der Artikel ohne weiteren Hinweis auch zum Neupreis verkauft werden?

Was ich meine: die Artikel müßten, wenn sie nach einer Rücksendung wieder angeboten werden, doch als Rückläufer gekennzeichnet sein, oder?
Ich als Kunde würde erwarten, daß ich tatsächlich NEUWARE bekommen und nicht etwas, was dem direkten Einflußbereich des Händlers entzogen war ( also schon mal irgendwo anders war und vorher durch ganz Deutschland gegondelt ist). Ich weiß, die Grenze ist schwer zu ziehen, und es gibt keine adäquate Rechtsprechung, außer vielleicht für Elektronik-Artikel... aber soviel Ehrlichkeit würde ich vom Anbieter erwarten.

Das folgende habe ich noch zum Thema gefunden. Anscheinend existiert (noch) keine Rechtssprechung zu diesem Thema oder ich finde sie nicht.

http://www.mein-shop-im-web.de/gebrauchtwaren-b-ware-2.wahl-restposten-verkauf-handel-garantie-gewaehrleistung-defekt-kaputt-shop-webshop-internetshop-onlineshop.php  (kein Hyperlink, Text von da)
Darf retournierte Ware als neu verkauft werden ?
Die Frage ist nicht pauschal zu beantworten.
Tatsache jedoch ist es, dass ein Händler kaum abschätzen kann, ob ein Artikel ausgepackt oder gar genutzt worden ist.
Kritisch beispielsweise könnte es bei Textilien werden.
Auch wenn die Bluse so aussieht, als wäre sie von der Käuferin nicht getragen worden, so kann dies jedoch nie zu 100% garantiert werden. Wenn Sie durch versiegelte Karton beispielsweise versichern können, dass ein versendeter Artikel nicht genutzt worden ist, so sollte einem Wiederverkauf als "Neuware" nichts im Wege stehen.
Klar ist die Situation, wenn der Käufer beispielsweise die Annahme verweigert hat, der Artikel also direkt an Sie zurück gegangen ist.
http://www.monero.de/geld-sparen/verbraucherrecht/gebrauchtware-statt-neuware-bekommen-das-sind-ihre-rechte.html   (kein Hyperlink, Text von da)
Schauen Sie beim Online-Händler nach, ob er auch B-Ware zu günstigeren Preisen verkauft. Darunter fallen typischerweise Rückläufer. Wenn der Online-Händler keinerlei Angebot von B-Ware hat, könnte das ein Indiz dafür sein, dass er generell Rückläufer wieder hübsch verpackt und an Sie als Neuware sendet.
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Die Kolleginnen bei Dawanda  (http://de.dawanda.com/topic/22/9579481)  sehen das teilweise etwas anders und eher aus der Sicht des Verkäufers, der plötzlich auf Retourenware sitzenzubleiben droht.

Was auch interessant ist: kaum ein Online-Shop hat in seinen AGB einen Satz über die Beschaffenheit der Artikel stehen. Mit Beschaffenheit meine ich NEU. Vor allem die ganzen Shöplein auf Dawanda, die Selbstgenähtes, -gestricktes, -gehäkeltes, -geschnitztes usw. anbieten. Absicht oder netter Zufall? Auf diese Art garantieren sie sich selber volle Handlungsfreiheit... und können völlig legal nach Lust und Laune alle Retouren ungeniert und ungekennzeichnet dem Warenkreislauf wieder zuführen.
Ich komme darauf, weil ich bei meiner WWW-Suche auf ein Suchergebnis gestoßen bin, worin es (sinngemäß) hieß: "Wir, die Kanzlei XY, erstellen Ihnen für Ihren Online-Shop AGB, mit denen Sie Retouren völlig legal als Neuware verkaufen können."
Ha! Solche AGB gibt es doch schon... man verzichte einfach darauf, das Wörtchen "Neuware" zu verwenden und alles ist in bester Ordnung...

Wer noch mehr zum Thema findet, darf mir gern schreiben. Ich finde das wichtig! Ich als Kunde meine das Recht auf einen NEUEN Artikel zu haben, der tatsächlich unbenutzt ist, vor allem, wenn ich auch den NEUPREIS bezahle. Oder nicht?

Enjoy your day, Sathiya

Donnerstag, 20. September 2012

Mode - Normalverteilung nach GAUSS

Zur vertiefenden Information siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung
ziemlich mathematiklastik, und zwar der höheren Art. Wer was davon versteht, darf mir gern schreiben und es mir erklären :-)))

Beim Schaufensterbummel, den ich ja doch hin und wieder mache (obwohl ich außer Schuhen kaum jemals was kaufe) fällt mir auf, wie häufig das darin Ausgestellte unschön, espritlos, fantasielos, einfallslos, grell, aufdringlich, farblos, beliebig wirkt. Das gilt für normale Kaufhäuser ebenso wie für Boutiquen - selten nur bleibe ich stehen und sehe mir ein Stück genauer an. Am liebsten schaue ich mir Ballkleider an - Festkleider, die mir absolut untragbar vorkommen, reinste Satinschläuche (bewegen verboten) oder Schaumtorten aus Rüschen oder bunte Alu-Wraps mit 1 Million aufgenähten Pailletten.
Ich frage mich, nach welchen Kriterien die Designer ihre Kollektionen entwerfen?
Nur gelegentlich bis selten begegnet mir ein Mensch, dessen Kleidungsstück ich schon mal gesehen habe - auf der Stange hängend oder gar im Schaufenster. Die Läden sind jedoch voll davon. Von Klamotten, die kaum einer in der Öffentlichkeit trägt. Wo kaufen die Leute nur ihre Sachen ein? Online-Shopping bei Otto, Zalando, Amazon und Co.?

Jedenfalls fiel mir letztens ein 10-D-Mark-Schein in die Hände (oh wie ich die D-Mark vermisse...!!!). Darauf war die Glockenkurve nach Carl Friedrich Gauß abgebildet, die die Wahrscheinlichkeitsdichte  beschreibt. (Was, das habt ihr vergessen?!?! Nicht möglich... :-) - hier ist der Zehner. Für Mathematik bitte Wikipedia bemühen oder das Abi-Wissen rauskramen.)


Dies wahrnehmend fiel mir eine Erklärung für meine Frage von oben ein.

Die Wahrscheinlichkeit, daß irgendein beliebiges Kleidungsstück einer beliebigen Frau gefällt, paßt oder gar steht, müßte doch der Normalverteilung angelehnt sein:
maximal 5 % aller Frauen können die aktuelle Mode tragen (mit einer tolerierten minimalen Abweichung).
für maximal 5 % treffen die Maßtabellen mit einer Güte von "geben die Körpermaße einigermaßen wieder" zu
maximal 2 % können alles tragen
maximal 0,5 % sehen in allem gut aus.
Und die Krönung und der absolute Triumph der Designer und Marketingstrategen: es kaufen trotzdem ALLE. Die Leute pfeifen auf die Normalverteilung... sie kaufen es trotzdem. Ja, die Macht der Mode... und wenn es 95% aller Frauen weder paßt noch steht - dann wird doch eben das irgendwann zum Normalen, oder?

Und diese 95% - gehen in Sack und Asche, mode- und geschmacksmäßig gesehen. Oder in billigen Billigklamotten. Oder decken sich mit allem ein, was nur geht, wenn die Kaufhäuser Schlußverkauf haben... und tragen es dann - egal, ob es paßt, steht, gefällt...
Tja, das könnte doch dann ein Grund sein, wieso die Läden voller Kleidung hängen und die Leute trotzdem Sachen am Leib tragen - unattraktive zugegeben, teilweise sogar regelrechte Mißgriffe (Stil, Schnitt, Material, Größe, über Farbwahl will ich mal hinwegsehen). Aber WO kaufen sie diese Sachen nur?

Nicht ganz ernst gemeint (was habe ich heute wieder schreckliche Kopfschmerzen) und irgendwie ist der Text etwas durcheinander, aber ich habe keinen Nerv, ihn in eine logische Reihenfolge zu bringen, Sathiya

Mittwoch, 19. September 2012

Ideenklau

Hier gefunden:  http://de.dawanda.com/topic/6/9037793?page=8

Da lese ich schon eine Weile nicht mehr mit, aber heute habe ich noch einmal hineingeschaut. Die Wellen haben sich geglättet, ein vernünftiges freundschaftliches Gespräch ist in Gang gekommen.
Das neueste Thema ist: wie entstehen Trends? - Wie entwickeln sich Parallelerfindungen von zeitlich und saisonal und global bedingten Sehnsüchten, Wünschen und Ideen? Frei nach dem Motto "die Zeit ist reif"? Ich glaube schon!

Ihr habt schon recht - wenn viele eine Idee übernehmen, heißt es TREND, wenn es nur einer oder zwei tun, heißt es geklaut... :-)
Geklaut, parallel erfunden, gleichzeitige Entwicklung derselben Idee - deswegen gleich von Klauen oder Abkupfern oder Kopiern zu reden, ist irgendwie übertrieben. Anscheinend gibt es einen Wettlauf, wer seine Idee als erster in Geld umwandeln kann - und der Sieger darf die Idee dann wohl für alle Zeiten für sich beanspruchen und alle anderen des Ideenklaus bezichtigen?!

Und das ist doch anscheinend der Punkt, um den es sich dreht: wer zuerst die IDEE hatte, ihr/sein Produkt (wobei es egal ist, welches genau) bei Dawanda einzustellen und anzubieten. Ich glaube mittlerweile, daß sich vieles an Empörung und Sich-ungerecht-behandelt-fühlen genau damit zu tun hat. Gibt es denn ein Recht darauf, als einzige ein bestimmtes Design hier anbieten zu dürfen?
Auch das unfeine Wörtchen "Nachahmer", was viel zu schnell und viel zu unbedacht verwendet wird, bezieht sich wohl eher auf die IDEE des Anbietens bei D. als auf etwas anderes.

Am besten, alle beruhigen sich wieder und beherzigen den Rat eines (alten) chinesischen Meisters: Sei stolz und froh, wenn du kopiert wirst, denn nur die besten werden kopiert. Bei den zweitbesten und schlechteren ist es die Mühe nicht wert.
Auf diese Art entwickeln sich die Menschen in eine positivere, gute, bessere Richtung, als wenn das Gute und Schöne, das Beste, dem normalen Menschen verboten bleibt oder mit so hohen Lizenzgebühren belegt wird, daß es sich keiner leisten kann.
Und - das ECHTE wird sich immer durchsetzen. Mal früher, mal später. Es sei denn, die Kopie ist ebenso gut - und das kann sie nur sein, wenn nahezu ebensoviel Herzblut und Seele darin steckt wie im Original. Und dann macht es keinen Unterschied mehr.
Wer letztendlich das Geld damit verdient, ist einem wahren Meister gleichgültig.
Glück Auf, Sathiya
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Edit: In Erwiderung auf einen Beitrag im selben Thread (dort nicht veröffentlicht, weil ich keine Lust darauf habe, mich abwertend als Hobbypsychologen bezeichnen zu lassen - naja, vielleicht bin ich das ja auch :-)) - aber trotzdem)     (kursiver Text von da. Ich hoffe, die Urheberin verzeiht mir die unautorisierte Veröffentlichung ihrer Meinung auf meinem Blog.)
... Ich sehe das wirklich anders.
Keine Ahnung weshalb hier so viele mit den Achseln zucken und vom neu erfundenen Rad sprechen, mit Entspanntheit argumentieren und die asiatische Mentalität als Argumentation benutzen....
... Sobald jemand wirklich schöpferisch tätig ist, dann hat er das Recht, daß seine Idee respektiert wird und nicht einfach so nachgemacht.
Ich empfinde es überhaupt nicht als Ehre, wenn ich kopiert werde. Ich bin im Gegenteil verletzt und wütend. Ich bin nämlich kein Chinese. Und unsere Kultur ist da eben anders.
Aber ich denke daß diese Diskussion hier von vielen geführt wird, die von diesem Thema gar nicht betroffen sind, und es einfach nur gut meinen, wenn sie diese versöhnlichen Ratschläge geben....
Ich verstehe die Argumentation und stimme dem Beitrag in Teilen zu. Es geht ja mittlerweile nicht mehr um den Originalbeitrag sondern darum, wie einzelne die Sache sehen (die ich für vernünftig und gemäßigt halte und für fähig, auch über ihren eigenen Tellerrand hinwegzublicken) und darum, wie sie für sich einen Weg zu finden versuchen, mit einer möglichen Ideenverlagerung in fremdes Territorium umzugehen.

Unsere Kultur ist durchaus nicht anders als die der Chinesen.
Es hat nämlich durchaus niemand etwas dagegen, nachgemacht und kopiert zu werden. Ich denke an das klassische Lehrer-Schüler-Verhältnis. Lehrer macht vor, Schüler ahmt nach.
Nur, sobald jemand mit seiner Erfindung, wie klein und unbedeutend oder groß und welterschütternd sie auch sein mag, GELD verdienen will, da hört die Freundschaft auf, Übrigens auch die der Chinesen, by the way :-)   Oder Ruhm und Ehre einheimsen will. Dann ist Schluß mit lustig.
Nun muß jede für sich entscheiden, wie sie/er damit umgeht. Leute, die nie selbst etwas kopieren und die Kopie als ihr eigenes verkaufen würden, raten zu Zurückhaltung und Vernunft, andere fühlen sich angegriffen.
Ich frage mich, was das über die einzelne/den einzelnen aussagt?

Es geht doch letztendlich um das Geld, was man mit seine Ideen verdienen möchte.Tja, da ist sich plötzlich jeder selbst der Nächste. Eine Kopie als eigene Erfindung auszugeben und zu verkaufen - das geht gar nicht, das gebe ich zu. Mich würde das auch stören (ist mir auch schon an anderer Stelle passiert). Aber der Nachahmer wird damit nicht glücklich, und die drei Euros gönne ich ihm.
Was mich hier stört, ist der Eindruck, den ich gewinne: daß nur eine Person allein einen bestimmten Artikel herstellen und verkaufen dürfe - ob es nun Schlüsselbänder, Handymonster, Filzblüten, Herzkissen oder Stiftmäppchen sind. Und damit auch keiner denkt, man würde den Platz kampflos der Konkurrenz überlassen, werden mal schnell die Klauen gezückt und die Konkurrenz als Ideenklauer, Nachmacher und Raubkopierer beschimpft.

Diese Einstellung stört mich wirklich. Das hat sowas unangenehmes, sowas von Futterneid und Mißgunst.
Ich wünschte mir mehr versöhnliche Menschen, denen kein Zacken aus der Krone bricht, wenn sie einem weniger kreativen Menschen eine Idee abgeben. Und ich ginge mit gutem Beispiel voran. Idee gefällig? Bitte, bedient euch! Ich habe noch genug übrig... :-)

Das Leben ist trotzdem schön, Lg, Sathiya