Freitag, 16. November 2012

Irrverständnis - oder Worte allein reichen nicht

Eben habe ich ein neues Wort kreiert: Irrverständnis. Ein Hybrid aus Irrtum und Mißverständnis.
Als Katalysator diente mir der folgende Diskussionsabschnitt.
Ein erneuter Beweis, daß Worte allein nicht ausreichen.
Es ist wirklich erforderlich, etwas mehr über den Sprecher oder Schreiber zu wissen. Sodann ist ja jedes Wort, jeder Satz an sich frei interpretierbar - und wird außerdem, je nach Lust und Laune, auch ganz nach Belieben ausgelegt.

Ich plädiere erneut dafür, in Blogkommentaren Ironie, Sarkasmus, Witze, Frotzelei und "nicht ganz ernst gemeint" mit deutlichen Worten anzukündigen.
Manchmal hilft allerdings auch das nicht. Manche Menschen wollen eben unbedingt, koste es was es wolle, das letzte Wort behalten und lenken damit von einer durchaus ernsthaften Diskussion ab zu Erörterungen ihrer selbst.
Davon abgesehen: wenn man nichts konstruktives, hilfreiches oder auch nur unterhaltsames beitragen kann - welchen Grund gibt es, dann nicht einfach mal den Mund zu halten?
Aber lest selbst.

Dem folgenden Wortwechsel vorangegangen waren ein Artikel über Homöopathie und eine längere Diskussion mit über 60 Beiträgen. Der aufmerksame Blogleser ;-) wird wissen, um welchen Artikel  es sich handelt.  (Hinter C. verstecke ich mich :-) )  Anmerkungen in rot
A: 
Ich lese und staune – so ein begeistertes Homöopathiebashing!
Und wieder mal schüttle ich den Kopf: haben wir wirklich nix gescheiteres zu tun als Leute auszulachen, weil sie irgendwas glauben?

1
B: 
Statt uns um die verhungernden Kinder in Afrika zu kümmern, A.? Dass die Früchte der Aufklärung vor die Säue geworfen werden, hat weitreichende gesellschaftliche Auswirkungen. Das mag dir egal sein; aber lach die Leute nicht aus, denen es nicht egal ist.
 2
C:
Hallo A.: Hier wird keiner ausgelacht, nur sich gewundert, Fragen gestellt und Antworten gesucht. Daß dabei auch die eine oder andere ironische Bemerkung rüberkommt, ist unvermeidlich.
Wieso nur scheint es in Ordnung zu sein, über Blonde, Frauen, Iren, Religion zu lästern – aber über Homöopathie nicht?

Ich möchte B. (frei interpretiert)zustimmen, Glaube  h a t  globale Auswirkungen, in der Vergangenheit, in der Gegenwart und wird es auch in der Zukunft haben.
Eine mögliche Koinzidenz: die Kinder in Afrika hungern, weil wir in Europa an Homöopathie glauben.
Der mögliche Ausweg: diesen Glauben als Irrglauben erkennen und ablegen. Das Geld, was für Besuche beim Homöopathen und für Globuli ausgegeben wird, direkt nach Afrika schicken. Wenn auch nur ein Zehntel der Deutschen HP-Abhängigen dies tut, wird Brot für die Welt dagegen arm aussehen.
Und dies erscheint mir sinnvoller zu sein, als bei jedem eingebildeten Wehweh eine Handvoll Globuli zu schlucken.

Danke nochmals, liebe Frau B., für Ihren Beitrag und die konsequente intelligente freundliche Moderation der Diskussion!
Liebe Grüße, C.

3
A: Also Moment mal, ich hab weder von Kindern in Afrika gesprochen (das empfinde ich als put-down, B.), noch bin ich diejenige, die irgendjemanden auslacht.
Um es nochmal klar zu machen – ich finde, es gibt gefährlicher Bedrohungen für unsere hart erarbeitete aufgeklärte Kultur als Homöopathie.
Und C. – ich finde es absolut nicht in Ordnung, Witze über Randgruppen zu machen – nicht mal über Herrn Rösler.

4
C:
Entschuldigung, liebe Frau A., ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten.
Witze über Randgruppen – wissen Sie, ich als Frau begreife mich nicht als Mitglied einer Randgruppe. Sie? ;-)
Ein gewisse Form von höflich frotzelnder Skepsis – auch HP gegenüber – muß erlaubt sein, das ist sich eine tolerante aufgeklärte Gesellschaft schuldig.

Die Bemerkung über Herrn Rösler habe ich nicht verstanden. HÄH? (Mit Verlaub :-) )
Lg, C.
5
A: Die Frage, ob wir Frauen eine Randgruppe sind, diskutieren wir ein andermal, Frau C.. Herr Rösler ist bekanntlich in Vietnam geboren und wird deshalb oft für rassistische Witze missbraucht (zuletzt von dem mir verhassten Stefan Raab).
So, und jetzt is mal gut.
 
         6
(Ich hatte Lust, auch darauf nochmals zu antworten, hielt es aber für sinnlos. Herr Rösler und Stefan Raab und Vietnam - den Knackpunkt habe ich immer noch nicht verstanden. ??? Und was haben die zwei mit Homöopathie zu tun? Klugerweise hielt sich Fr. B. vornehm zurück. Manche Bemerkungen sollte man eben einfach so stehen lassen.)

Zum Glück hatte ich eine Homepage hinter dem A. gefunden, so konnte ich diese aufrufen und sehen, daß A. durchaus nicht so bissig und biestig ist, wie sie hier zu sein schien. Pardon, wie sie mir vorkam. Und - Achtung, Ironie!, A. ist keine blonde tiefreligiöse Frau irischer Abstammung ...
Ein neuer Fall für Blogger-Etikette. Sollte ich wohl mal ein Fäßlein aufmachen, ein kleineres. :-))
Ein Irrverständnis: jeder fühlt sich im Recht, jeder will sich verteidigen, jeder versteht die Argumente des anderen absichtlich falsch und zitiert sie dann auch noch verkehrt und aus dem Zusammenhang gerissen.

Alles wird gut... und ja doch, man könnte sich derweil auch um die wirklichen Weltprobleme kümmern. Aber eines der Weltprobleme ist eben leider das Brett vorm Kopf.
Viele Grüße, take it easy, Sathiya

1: ist erst mal in Ordnung. Auch solche Bemerkungen sind erlaubt und können hilfreich sein. Obwohl sie eine Unterstellung darstellen und eigentlich am Thema vorbei gehen.
2: ironisch-freundliche Antwort. Kein Grund für A., motzig zu werden, oder?
3: nach meinem Dafürhalten nur logisch, ansonsten ernst und freundlich. Oder nicht?
4: da fühlt sich jemand auf den Schlips getreten - warum eigentlich?
5: ich wollte es eigentlich gut sein lassen - fühlte mich aber angegriffen, Ton, Wortwahl.
6: und bamm. Da hat sie es aber allen gezeigt. Ende der Diskussion. ;-)

Bei nochmaliger Lektüre des Posts hielt ich es für besser, erst mal Fieber zu  messen. 
Geht´s noch, Frau Sathiya?!  Na, Humor ist´s, wenn man trotzdem lacht. 
In diesem Sinne - let´s roll!     Sathiya 

Donnerstag, 15. November 2012

Erstverschlimmerung

siehe hier:
http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2012/11/uber-die-weite-verbreitung-von-geschutteltem-wasser-und-von-starkekugeln.htm  (kein Hyperlink)

Nachdem ich zunächst irrtümlich glaubte, es handele sich um einen Selbstversuch mit dem modernen "Bubble-Tea"... geht es doch um Homöopathie und das Eingebundensein derselben in politische, wirtschaftliche und bildungshoheitliche Verflechtungen. Da ich durch meine pharmaziestudierende große Tochter dem nicht ganz gleichgültig gegenüber stehe, habe ich mich zu Wort gemeldet.
Lesenswert.
Die folgenden Sätze sind ein Kommentar, der, warum auch immer, von mir nicht dort publiziert werden konnte. Das verstehen allein die Künstlichen Intelligenzen des World Wide Web...
Meine Pharmaziestudentin hat eben laut gelacht, als sie den Beitrag las samt aller Argumente und Kommentare... sie findet´s lustig.
Am besten gefallen ihr "Aspirin und beten" und die "Brötchentherapie".
HP soll jeder so oft und lange nehmen, wie es ihm behagt und nicht schadet, allerdings sollte Selbstmedikation speziell was Schwangere und Kinder angeht, gründlich erwogen werden. Desweiteren sollte man dringend den Reflex "Aua"-"Globuli nehmen" hinterfragen.
Manche (fr)essen ja Aspirin wie andere Tictacs, und mit den Globuli ist das anscheinend nicht anders.
Die Schädlichkeit des Aspirins ist ja bekannt (was die Leute aber nicht daran hindert), aber die Unschädlichkeit von Globuli muß erst noch erwiesen werden (was die Leute auch nicht dran hindert).

Ich frage mich: wenn HP in Form von Globuli tatsächlich so wirksam wäre, daß eine Verdünnung in 12. oder gar 16. Potenz helfen würde, wie genau kommen sie dann auf die Idee, daß das Zeug unschädlich sei?! Es hilft also nur und schadet nicht? Wie soll das gehen? Das heißt ein Globulus hilft, zwei auch, 10 auch, 100...? Wo ist die Grenze für Überdosierung?

Lachhaft finde ich auch die sogenannte "Erstverschlimmerung". Nee, oder?! Was im Übrigen ja zu garantieren scheint, daß ich wochenlang dasselbe Zeug zu mir nehme und damit die HP-Industrie/Apotheken am Laufen halte, immer auf Besserung hoffend, solange, bis mein Körper eingesehen hat, daß er außer Globuli keine Hilfe bekommen wird und anfängt, sich selbst zu heilen. Was er unter Garantie auch ohne Globuli getan hätte, möglicherweise sogar früher. Aber möglicherweise bin ich bis dahin in eine Art psychische Abhängigkeit geraten (von körperlicher wollen wir mal nicht reden - es "schadet" ja nichts)... und der irrigen aber festen Überzeugung, mein Globulikonsum habe etwas mit meiner Gesundung zu tun. Wallfahrt zum Heiligen Globulus.

Ich persönlich finde, Gesundheit und Wohlbefinden unseres Körpers hängt in allererster Linie von der Lebensweise ab. Ernährung, Lebensführung, Glücksgefühl, Liebe. Das kann man weder mit einem konventionellen Medikament noch mit Homöopathika erreichen.

Sie durfte im übrigen auch schon was Globuli-ähnliches herstellen - Pfefferminzpastillen. Mit Schwenken und Tröpfchen zählen und ganz viel positiver Energie. *lach* Tictacs halt.

Ansonsten: eine schöne lesenswerte Diskussion. Köstlich...
Glaubenskrieg um den Globulus. *grinst sich eins*
Lg, Sathiya
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und hier:
http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/11/13/die-homoopathie-luge-so-gefahrlich-ist-die-lehre-von-den-weisen-kugelchen/   (kein Hyperlink)

Die Kommentare zu diesem klugen, gerissenen, ganz und gar parteiischen Beitrag grenzen ja schon an Realsatire. Es ist teils konstruktiv und klug, teils komisch, teils erschütternd, teils mächtig dumm, was man da zu lesen bekommt. Dennoch lesenswert. Vor allem stößt es einen Denkprozeß an - bei denen zumindest, die noch denken können. Oder wollen. Viel Vergnügen! (Warnung - es ist nicht ganz leicht zu lesen)
Mein Beitrag dazu: (man merkt schon, daß ich nicht unbedingt ein Verfechter oder Gläubiger der Homöopathie sein kann, aber mein Grundsatz dazu lautet "leben und leben lassen". Solange mich keiner zu missionieren versucht...)

*Achtung, Ironie!*
Angebot*:
Ich biete ab sofort Globuli in den Potenzen von D-1 bis D-24 für den Adventskalender an. Zum Selbstbefüllen. Jeden Tag wird es Ihnen möglich sein, ein anderes Leiden oder Beschwerden zu lindern. Keine Angst vor der Erstverschlimmerung! Im 24. Türchen ist eine spezielle Überraschung versteckt… was genau, wird noch nicht verraten.
Absolut und garantiert (neben)wirkungsfrei. Bitte beachten Sie den Beipackzettel mit den aufgeführten erlaubten und verbotenen Tätigkeiten.
Mit vorzüglicher Hochachtung,
My Holiness The HP-Guru
*wer das ernstnimmt, dem ist auch nicht mehr zu helfen… aber wenn doch - nehme ich es auch nicht übel und konstruiere flugs aus erwas Papier und Zuckerperlchen einen hochhomöopathischen Adventskalender. Homöopathisches Doktor-Zertifikat vorhanden. Anfragen per Email erbeten. Express-Lieferung bis zum 1. Dezember. Kaufpreis auf Anfrage.
Garantiert nebenwirkungsfrei! Deswegen brauchen Sie auch nicht Ihren Arzt, Apotheker, Homöopathen oder Heilpraktiker zu befragen. Es schadet ja nichts.
*breit grinst*, Sathiya

Stopfleber

PETA   http://www.stopfleber.info/  (kein Hyperlink, starke Nerven erforderlich)

Diese Art der Tiermast ist in Deutschland und einigen anderen Staaten wohl schon verboten, aber die so gewonnenen Lebensmittel dürfen eingeführt, verkauft und konsumiert werden.
Das Verbot der Stopflebermast ist nicht genug, das reicht nicht. Auch die Einfuhr, der Vertrieb und der Konsum von Stopfleber müssen für illegal erklärt werden.
Man kann sich der Unterschriftenaktion anschließen. Man sollte es tun.

Ich bin zwar kein Christ (außer auf dem Papier), aber das ist ein Fall von "was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu". Und "was du dem geringsten und ärmsten getan hast, das hast du mir getan" (freies Zitat Jesus Chr.) Das sollte auch für Tiere gelten.
Das muß aufhören.

Stoppt die Stopfleberpraxis. Sofort.
Macht es per Gesetz so unattraktiv, teuer und illegal wie möglich, daß solche und ähnliche menschen- und tierverachtende Praktiken keine Lobby mehr haben und die daraus hergestellten Produkte keine Interessenten mehr finden.

Ich habe geweint, als ich den Link aufrief und mich übergeben, vor Ekel, Entsetzen, Abscheu.
Was tun wir Menschen nur...
Sathiya

(Entschuldigung, ich möchte mit meiner Meinung keinem auf die Füße treten. Aber wenn dieser Post schon keinen anderen Effekt hat als den, daß man sich seiner eigenen Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten bewußt wird und sie gegebenenfalls mal überdenkt, dann hätte ich mein Ziel schon erreicht. Ich will und werde keinem meine Lebensweise und Art zu denken aufdrängen, noch will ich jemanden missionieren. Aber meine persönliche Meinung ist: wer sich Dokumentation, Beiträge, Berichte, Aufrufe obengenannter Art ansieht und es ihm/ihr gleichgültig ist, den halte ich, bei allem Respekt, für emotional abgestorben... )

Dienstag, 13. November 2012

Nicht in meinem Namen

siehe hier:
http://grundeinkommenimbundestag.blogspot.de/2012/11/nicht-in-meinem-namen-nichtinmeinemnamen.html   (kein Hyperlink)


Jemand hat sich - wie, ist obiger Adresse zu entnehmen - Sanktionen sprich Kürzungen seiner "Leistungen zum Lebensunterhalt" in Höhe von 90 Prozent "verdient". Mit voller Absicht - nämlich gegen die unsäglich menschenverachtende Sozialgesetzgebung der Bundesregierung zu protestieren. Ob er erfolgreich sein wird oder das Ganze mit seiner Gesundheit oder gar seinem Leben bezahlen wird - bleibt abzuwarten.
Bitte erst die Adresse oben aufrufen und dort lesen...

Ich bin ebenso erschüttert wie die Autorin.
Ebenso wie sie habe ich Hemmungen und Probleme, darüber zu schreiben, mich dazu öffentlich zu äußern - ist es doch die gängige Auffassung im Lande, ein Sozialhilfeempfänger sei an seinem Elend selbst schuld und habe es selbst in der Hand, dem ein Ende zu setzen - indem er eine staatlich wohlwollend abgenickte abhängige Arbeit aufnimmt beispielsweise, oder sich selbständig macht (ich sage nur "Mit Handarbeiten aus Hartz 4", ein unsäglicher TV-Beitrag).
Genug der Scham - des Fremdschämens eher, Fremdschämen für die Politiker, die in der wohltuenden und garantierten Sicherheit ihrer lebenslangen sehr hohen Bezüge und Ruhestandsgelder (ich sage nur Wulff!!!) einfach über das zum Leben notwendige monatliche Existenzminimum befinden (wovon sie nicht die geringste Ahnung haben und was jedem beliebigen nicht mal einen einzigen Tag reichen würde) und dasselbe auch noch in einer modernen fortschrittlichen Variante des mittelalterlichen Hungerturms verwenden, indem sie bei Zuwiderhandeln und Nichtbefolgen der amtlichen (oft willkürlichen) Anordungen einfach Saktionen ansetzen - zunächst 30prozentige Kürzung des Existensminimums für 3 Monate, dann 60prozentige und schließlich 90prozentig... wie im oben genannten Beitrag zu lesen ist.
Ich bin fassungslos.
Daß soetwas in unserer modernen Gesellschaft tatsächlich durchgeführt wird.
Hungerturm im 21. Jahrhundert.
Immerhin gibt es keine Ketten, keine gegenständlichen zumindest.
Die Ketten sind durchaus da - die ständige und wohlkalkulierte Haltung in psychischer Angst und Abhängigkeit, die ständige Angst vor Obdachlosigkeit und fehlender medizinischer Versorgung, die Angst vor Sanktionen, wenn jemand nicht sofort spurt, das Gefühl, sich ständig irgendwelchen potentiellen "Arbeitgebern" präsentieren zu müssen, die doch nur auf der Suche nach billigen Arbeitskräften, eher - sklaven waren ("Leiharbeiter" der Jobcenter - nimm dir welche, teste sie - bei voller Arbeitsleistung ein paar Tage, maximal zwei Wochen - und dann schickst du sie einfach zurück und besorgst dir neue. Supereasy.) Dazu die subtile Botschaft, daß man ja eh und sowieso selbst schuld sei, daß es ganz allein an einem selbst läge. Was, der ehemalige Arbeitsplatz ist jetzt in China? Selbst schuld... Was, der ehemalige Chef bevorzugt auf deiner Position nur Männer? Selbst schuld... !!! Was, du hast zwei Doktortitel und zum Regaleeinräumen reicht die 8. Klasse? Zu gut ausgebildet, selbst schuld... Was, du bist schon über 40, nee, das geht gar nicht. Selbst schuld...

Der Gedanke hinter den Sanktionen, den Kürzungen der Sozialhilfe, ist durchaus nachvollziehbar: wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Altes Testament...
So weit so gut. Doch was ist die Definition von Arbeit? Jemand trägt was in eine Lohnsteuerkarte ein? Oder jemand erschafft etwas, was Hand und Fuß hat? Was einen gesllschaftlichen, wirtschaftlichen Nutzen hat? Wofür ein anderer Geld bezahlt? Oder jemand wischt anderen den Allerwertesten ab? Oder jemand spekuliert mit dem Geld fremder Leute? Oder jemand bäckt ein paar Gesetze, bequemerweise zu seinem eigenen Vorteil? Oder was?
Das Gesetz, die Sozialgesetzgebung, wie sie jetzt ist, ist einer modernen Gesellschaft unwürdig. Ich schäme mich... daß Volksvertreter, die sich für den Mund des Volkes halten, in ihrer Selbstherrlichkeit derartige Gesetze verabschieden und sie auch durchsetzen lassen. Ich habe auch den deutlichen Eindruck, daß sie nicht mit dem wichtigsten Grundsatz des Grundgesetzes konform geht - "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Wie ich das sehe, wird durch die Hartz4-Gesetze ständig dagegen verstoßen... oder gehen die Menschen, die sich als Sozialhilfeempfänger registrieren lassen (müssen), damit automatisch ihrer staatsbürgerlichen Rechte verlustig?!

Ein Argument gegen die Sanktionen, daß die Autorin bringt, ist nachdenkenswert: würde sich jemand so verhalten, der Kinder oder Alte oder Kranke oder Behinderte oder Schüler oder Studenten zu betreuen hätte, um sich derart Gehorsam und Unterwerfung zu verschaffen, würde es nicht hingenommen, nie und nimmer. Wieso ist es hinnehmbar und akzeptabel, den eigenen Bürgern im Lande sowas zuzumuten?

Nicht vergessen: nichts ist sicher. Jedem kann es passieren, eher als man es für möglich hält, vor dem Tresen eines Jobcenters zu stehen und sich als Sozialhilfeempfänger registrieren lassen zu müssen.

Wer die Aktion unterstützen möchte, es gibt genügend Adressen und Unterschriftenaktionen (Adresse oben), an die man sich wenden kann.

Sathiya

Kinderspielzeugwahnsinn

Einige Gedanken dazu.
Meine Jüngste bittet mich ab und zu, mit ihr in einen Spielzeugladen zu gehen - obwohl sie genau weiß, daß ich auch beim 100. Besuch nichts kaufen werde. Sie möchte sich erfreuen am Anblick der Fülle, des bunten weichen Reichtumes. Ich gehe immer brav mit... bin aber mit jedem Besuch genervter. Es ist mir zu bunt, zu aufdringlich, zu gewollt, zu aufgesetzt niedlich, zu bemüht witzig, zu beliebig, und überhaupt zu überflüssig.
Gerade jetzt in der erweiterten Vorweihnachtszeit ist alles wieder sehr aufdringlich und schreit so laut KAUF MICH, daß man es kaum überhören kann.
Nichts gegen Spielsachen, die dem Kind helfen, seinen Horizont zu erweitern und sich bestimmte Fertigkeiten und Fähigkeiten anzueignen, seine Geschicklichkeit zu verbessern und das Gehirn zu trainieren, Alltagsituationen nachzuspielen, seine Phantasie anzuregen und zu träumen.
Davon gibt es ja Gott sei Dank noch einige geeignete Spielsachen. Nicht allzuviele, aber sie sind noch da. Noch.

Aber das meiste ist überflüssiger Schnulli, den ich keinem Kind zum Spielen geben würde. Allen voran das Plastikzeug von Duplo, Fisherprice und Co. Wozu muß ein Spielzeug düdeln und blinken und wackeln??!!
Wozu muß es durchdesignt und mit allem möglichen Schmus beladen sein, wenn es doch eine einfache Holzfigur wie von einem altertümlichen Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel ebenso tut? Wieso gibt es soviele Knöpfchen-drück-Spiele?! Warum muß alles aus Plastik sein?? (Pardon, natürlich ist nicht alles aus Plastik. Aber leider ein sehr großer Teil, der immer größer wird.)
Ein Beispiel - wir lieben das Spiel "Die Siedler von Catan". Geniales Spiel. Super. Wir haben das Glück, eine der ersten Ausgaben zu besitzen, die mit den Holzfiguren, minimalistisch gestaltete Spielfelder, perfekt, kein Gedöns und Design-Schnickschnack. Die aktuelle Edition dieses Spieles enthält leider nur Plastikfiguren, überdesignte Spielfelder und allerlei Tand und Tinnef, den kein Mensch, kein Spieler braucht...  Schön finde ich das nicht. Ich bin da eher Minimalist. Weniger ist mehr.
Ich bin für weniger Schnulli, für mehr Phantasie und damit mehr Spielspaß.

Das meiste Spielzeug machen wir uns ohnehin selbst. Das macht auch den meisten Spaß, und überhaupt deckt es alles ab, was ich von einem Spielzeug erwarte: die Phantasie wird angeregt, die Kreativität geschürt, die Frustrationstoleranz trainiert, die soziale Kompetenz erhöht, die allgemeine Lebenslust vergrößert, das eigene Nachdenken gefördert, die Planungsfähigkeit erweitert... :-)) und das Spielen selbst ist umso vieles erfüllender, kreativer, fröhlicher, als wenn einfach ein gekauftes Spielzeug mittels vorgebener Knöpfe bedient wird. 
Letztens erst kramte meine Jüngste ein Häschen aus ihrer Spielzeugkiste, das ich vor Jahren genäht hatte. Weil sie sich noch eines wünschte, ich aber das Schnittmuster nicht finden konnte, hat sie sich selbst eins ausgedacht. Sich selbst hingesetzt und ein Schnittmuster für ein Kuschelhäschen entworfen. Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... sie ist erst 8 Jahre. Das Häschen (siehe Blog Sathiya 1) ist mittlerweile fertig (die Schnitteile wurden noch leicht von mir überarbeitet, damit alles zusammenpaßt :-) ) und sie ist superfroh über ihr Häschen. Selbstgedacht und selbstgemacht.

Überhaupt: am besten spielt es sich sowieso mit einem alten Schuh, Mutters Schal, Wäscheklammern, verschiedenen alten Töpfen und Kochlöffeln und diversen leeren Flaschen und Schuhkartons. Wenn das die Spielzeugindustrie wüßte... :-))

Greetings, Sathiya

Sonntag, 11. November 2012

Warum, Mami?

Auf dieser Seite gefunden -  
http://www.schweigen-brechen.de/Nachdenliches.html#Warum%20Mami   (kein Hyperlink)
O mein Gott...

Warum, Mami ? Alkohol am Steuer - Tod einer Unschuldigen

Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine Worte.
Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkohol.
Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde: aufgrund Deiner Erziehung
Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie Du es vorhergesagt hattest.
Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich mokierten. Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und dass Du immer recht hast.
Die Party geht langsam zu Ende, Mami, und alle fahren weg. Verantwortungsvoll und fein. Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Strasse ein.
Aber der andere Fahrer sah mich nicht, und sein Wagen traf mich mit voller Wucht. Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den Polizisten sagen,
der andere sei betrunken.
Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss. Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm' doch schnell.
Wie konnte mir das passieren?
Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon. Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir.
Ich höre den Arzt sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr für mich gibt. Ich wollte Dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken.
Es waren die anderen, Mami, die haben einfach nicht nachgedacht. Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami.
Der einzige Unterschied ist nur: Er hat getrunken, und ich werde sterben. Warum trinken die Menschen, Mami?
Es kann das ganze Leben ruinieren.
Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf. Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich liege hier im Sterben.
Er guckt nur dumm. Sag' meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami.
Und Papi soll tapfer sein.
Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami, schreibt "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein. Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann fahren.
Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben. Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe große Angst.
Bitte, weine nicht um mich, Mami.
Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte.
Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe:
Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken, warum bin ich die jenige, die sterben muss?

Erschüttert, Sathiya
Für ein anderes Gedicht auf derselben Seite braucht es starke Nerven... die ich momentan nicht habe.
Die Adresse:  http://www.schweigen-brechen.de/Nachdenliches.html#Warum%20Papi 

Freitag, 9. November 2012

Das Seifen-Desaster

Manche Leute haben Probleme... :-)

Im Folgenden eine wahre Begebenheit - ein Schriftwechsel, der zwischen den Mitarbeitern eines Londoner Hotels und einem seiner Gäste hin- und herging. Das betroffene Hotel überließ diese Korrespondenz der Sunday Times. Es wurden selbstverständlich bei der Veröffentlichung keine Namen genannt.
Gefunden irgendwo online, ich weiß leider nicht mehr wo genau. Viel Vergnügen bei der Lektüre!
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Sehr geehrtes Zimmermädchen,
ich möchte Sie bitten, keine dieser kleinen Seifenstückchen mehr in meinem Badezimmer zurückzulassen, weil ich ein großes Stück meiner eigenen Lieblingsseife (Dial) mitgebracht habe. Bitte entfernen Sie die sechs ungeöffneten kleinen Seifenstücke von der Ablage unter dem Medizinschränkchen, ebenso wie die drei weiteren Stücke aus der Seifenschale in der Dusche - sie stören mich.
Danke. S. Berman
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Sehr geehrter Gast in Zimmer 635,
ich bin sonst nicht für Ihr Zimmer zuständig, und meine Kollegin wird morgen, am Donnerstag, wieder hier sein. Ich habe wie gewünscht die 3 Hotelseifen aus der Seifenschale in der Dusche genommen. Die 6 Seifen auf der Ablage habe ich weggeräumt und auf die Oberseite Ihres Papiertuchbehälters gelegt, falls Sie es sich anders überlegen sollten. Ich hoffe, dass dies zu Ihrer Zufriedenheit ist.
Katrin, Aushilfszimmermädchen
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Sehr geehrtes Zimmermädchen - ich hoffe, dass Sie mein reguläres Zimmermädchen sind,
anscheinend hat Katrin Ihnen nichts von meiner Nachricht über die kleinen Seifenstücke erzählt. Als ich heute Abend in mein Zimmer zurückkam, stellte ich fest, dass Sie 3 weitere Stückchen Camay-Seife zu den Stücken auf der Ablage unter meinem Medizinschrank gelegt hatten. Ich werde zwei Wochen lang hier im Hotel sein und ich habe meine eigene große Seife mitgebracht. Ich werden also diese 6 kleinen Camay-Seifen auf der Ablage nicht benötigen. Sie stören mich beim Rasieren, Zähneputzen usw. Bitte entfernen Sie sie.
S. Berman
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Sehr geehrter Herr Berman,
am Mittwoch hatte ich meinen freien Tag und meine Kollegin hat 3 Hotelseifen in Ihr Badezimmer gelegt. Wir sind vom Management angewiesen, das so zu machen. Ich habe die 6 Seifenstücke, die Ihnen im Weg waren, von der Ablage weggenommen und habe sie in die Seifenschale gelegt, wo Ihre Dial-Badeseife war. Die Dial- Seife habe ich in Ihren Medizinschrank gelegt. Ich habe die 3 Hotelseifen nicht aus dem Medizinschränkchen genommen, die sind immer für neue Gäste da und Sie haben darüber nichts gesagt, als Sie am letzten Montag ankamen. Bitte teilen Sie mir mit, wenn ich Ihnen weiter behilflich sein kann.

Ihr reguläres Zimmermädchen, Annette
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Sehr geehrter Herr Berman,
Herr Kramer, unser stellvertretender Manager, hat mich darüber informiert, dass Sie ihn gestern Abend anriefen und ihm mitteilten, dass Sie mit unserem Zimmermädchen-Service unzufrieden sind. Ich habe ein neues Mädchen eingeteilt, das jetzt für Ihr Zimmer zuständig sein wird. Ich möchte mich für alle Ihnen entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen. Sollten Sie weitere Beschwerden haben, setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung, damit ich mich persönlich darum kümmern kann. Sie erreichen mich unter 1108 zwischen 8.00 und 17.00 Uhr. Danke.
Elisabeth Möller, Haushälterin
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Sehr geehrte Frau Möller,
Es ist nicht möglich, telefonisch mit Ihnen in Verbindung zu treten, weil ich in geschäftlichen Angelegenheiten das Hotel um 7.45 Uhr verlasse und nicht vor 17.30 oder 18.00 Uhr zurückkomme. Aus diesem Grund habe ich gestern Abend Herrn Kramer angerufen. Sie waren nicht mehr im Dienst. Ich habe Herrn Kramer nur gefragt, ob er irgend etwas gegen die kleinen Seifenstückchen unternehmen könnte. Das neue Zimmermädchen, das Sie für mein Zimmer eingeteilt haben, muss gedacht haben, ich sei ein heute gerade angekommener Gast, denn sie hinterließ 3 weitere Stücke Hotelseife in meinem Medizinschränkchen, zusammen mit ihrer üblichen Lieferung von 3 Stücken auf der Badezimmerablage. In nur 5 Tagen
Aufenthalt habe ich unterdessen 24 Seifenstückchen angesammelt. Warum tun Sie mir das an?
S. Berman
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Sehr geehrter Herr Berman,
Ihr Zimmermädchen, Katrin, ist angewiesen worden, in Ihrem Badezimmer keine weitere Hotelseife zurückzulassen und die überschüssigen Seifenstücke zu entfernen. Wenn ich Ihnen weiter behilflich sein kann, rufen Sie mich bitte zwischen 8.00 und 17.00 Uhr unter der Nummer 1108 an. Danke.
Elisabeth Möller, Haushälterin
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Sehr geehrter Herr Kramer,
meine Dial-Badeseife ist verschwunden!!! Jedes einzelne Stückchen Seife wurde aus meinem Zimmer entfernt, einschließlich meines eigenen großen Stücks Dial-Seife. Ich kam gestern Abend erst spät zurück und musste den Portier bitten, mir 4 kleine Cashmere Bouquet-Seifen zu bringen.
S. Berman
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Sehr geehrter Herr Berman,
ich habe unsere Haushälterin, Frau Möller, von Ihrem Seifenproblem informiert. Ich kann es mir nicht erklären, warum keine Seife in Ihrem Badezimmer war, weil unsere Zimmermädchen angewiesen sind, bei jeder Zimmerreinigung 3 Stück Hotelseife zurückzulassen. Diese Situation wird sofort richtiggestellt werden. Für Ihnen entstandene Unannehmlichkeiten möchte ich mich entschuldigen
Martin Kramer, stellvertretender Manager
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Sehr geehrte Frau Möller,
wer hat zum Teufel 54 Stückchen Camay-Seife in meinem Badezimmer deponiert? Als ich gestern auf mein Zimmer kam, fand ich 54 kleine Seifenstückchen. Ich will keine 54 Stückchen Camay-Seife haben. Alles, was ich will, ist meine eigene vermaledeite Dial-Badeseife. Haben Sie eigentlich eine Vorstellung davon, dass hier jetzt 54 klitzekleine Seifenstückchen herumliegen? Ich will nichts anderes als meine Dial-Badeseife. Ich flehe Sie an - geben Sie mir mein großes Stück Dial-Seife zurück.
S. Berman
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Sehr geehrter Herr Berman,
Sie haben sich darüber beschwert, dass Sie zuviel Seife in Ihrem Badezimmer haben. Dann haben Sie sich bei Herrn Kramer beschwert, dass Ihre Seife verschwunden sei, und ich habe sie persönlich alle wieder in Ihr Zimmer zurückgebracht: die 24 Camay-Seifen, die entfernt worden waren, plus die 3 Stücke Camay-Seife, die in jedem Zimmer pro Tag vorgesehen werden. Ich weiß nichts über die 4 Cashmere Bouquet-Seifen. Offensichtlich hat Ihr Zimmermädchen, Katrin, nicht gewusst, dass ich Ihnen Ihre Seifen zurückgebracht hatte, so dass auch sie die 24 Camay-Seifen und die drei täglichen Seifenstücke auf
Ihr Zimmer gebracht hat. Ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen, dass dieses Hotel Gästen große Stücke Dial-Badeseife zur Verfügung stellt. Ich habe einige große Ivory-Badeseifen beschaffen können, die ich auf Ihr Zimmer gebracht habe.
Elisabeth Möller, Haushälterin
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Sehr geehrte Frau Möller,
nur ein paar Zeilen, um Sie über den aktuellsten Stand meines Seifen-Inventars zu informieren. Mit dem heutigen Tag bin ich der stolze Besitzer von:
Auf der Ablage unter dem Medizinschränkchen - 18 Camay-Seifen in 4Stapeln à 4 Stück und 1 Stapel à 2 Stück
Auf dem Papiertuchbehälter - 11 Camay-Seifen in 2 Stapeln à 4 Stück und 1 Stapel à 3 Stück
Auf der Kommode im Schlafzimmer - 1 Stapel à 3 Stück Cashmere-Bouquet-Seifen, 1 Stapel à 4 große Ivory- Seifen und 8 Camay-Seifen in 2 Stapeln à 4 Stück
Im Medizinschränkchen - 14 Camay-Seifen in 3 Stapeln à 4 Stück und 1 Stapel à 2 Stück
In der Seifenschale in der Dusche - 6 Camay-Seifen, sehr feucht.
Auf der nordöstlichen Ecke der Badewanne - 1 Stückchen Cashmere-Bouquet-Seife, nur leicht benutzt
Auf der nordwestlichen Ecke der Badewanne - 6 Camay-Seifen in 2 Stapeln à 3 Stück
Wenn Sie freundlicherweise Katrin bitten würden, beim nächsten Saubermachen in meinem Zimmer dafür zu sorgen, dass alle Stapel ordentlich zurechtgerückt und abgestaubt werden. Zudem weisen Sie sie bitte daraufhin, dass Stapel mit mehr als 4 Seifenstückchen die Tendenz aufweisen, umzufallen.
Darf ich Ihnen folgenden Vorschlag unterbreiten: Das Fensterbrett in meinem Zimmer wird für nichts gebraucht und würde sich ganz hervorragend als Deponie für künftige Seifenlieferungen eignen.
Zum Abschluss noch ein weiterer Punkt: Es ist mir gelungen, ein großes Stück Dial-Badeseife zu erwerben, das ich zum Vermeiden künftiger Missverständnisse im Hotelsafe hinterlegt habe.

Mittwoch, 7. November 2012

The Power of Words

Quer durch den Erdball erreichte mich aus Australien (danke schön!) dieser Link.
Dank sei dem Internet - connecting people - die man sonst nie im Leben kennengelernt hätte.

http://www.youtube.com/watch?v=Hzgzim5m7oU  (kein Hyperlink)
The Power of Words    (Bilder von da)

Da sitzt ein Mann auf der Straße, vor sich eine Blechdose und neben sich ein Schild:  "Ich bin blind. Bitte helfen.".
Die Ausbeute ist mager - gelegentlich mal eine Münze, die kleinste Sorte.
Eine Frau kommt vorbei, bleibt stehen, nimmt sich das Schild und schreibt einen neuen Satz darauf.
Daraufhin prasseln die Münzen nur so...
Sie kommt zurück und wird voll Dankbarkeit gefragt, was sie denn getan hätte. Sie antwortet, sie habe einfach nur dasgleiche geschrieben -  nur mit anderen Worten. Auf dem Schild steht zu lesen: "Es ist ein wunderschöner Tag und ich kann es nicht sehen."
- - -

Unabhängig davon, daß die Situation gestellt war, für mich ein unglaublicher Beweis für die Kraft der Worte.
Worte erzeugen Gefühle in uns und diese Gefühle steuern unser Denken und Handeln.

Einfach ansehen und eventuell auch die folgenden Videos aufrufen. Taschentücher bereitlegen.
Die Menschen sind doch nicht schlecht... sie wissen es nur manchmal nicht besser.

Montag, 5. November 2012

Mützen und Typen

Ich habe lange überlegt, zu welchem Thema dies nun paßt, und meine anderen Blogs erschienen mir nicht so ganz geeignet. Wegen Blogger-Etikette und so weiter. Da es wieder mal leicht unbequem wird. Und frech. Sorry for that.

Momentan kursieren ja diverse Strick-Challenges und Do-Alongs und was weiß ich, die ich so am Rande mitbekomme und amüsiert mitlese und sogar mit dem Gedanken gespielt habe, bei dem einen oder andereren mitzumachen. Oder gar mitgemacht habe. Gott sei mir gnädig.
Dazu habe ich mir einige Gedanken gemacht - auch passend zu diversen anderen Gedanken von Bloggerinnen, Stil, Mode, Trends und allgemein den Geschmack betreffend. Letztens erst das Thema "Textiler Ungehorsam" :-) . Und - der Inhalt zählt. Nicht vergessen.

Zur Zeit kratzen mich die Mäntel und Jacken, und auch die Mützen und Hüte. Ich konnte dort schon einige Fehlgriffe - stilistisch, modisch und passformtechnisch - bestaunen, was mich letztlich dazu bringt, diesen Beitrag zu schreiben.

Mädels. Stellt euch doch mal ehrlich vor den Spiegel, betrachtet euch von allen Seiten und stellt einfach mal die Ausgangssituation fest. Ganz und schonungslos ehrlich, ohne Schummelei und Getrickse und Schönfärberei und Waswärewenn und Aber. Die Anfangsbedingungen sozusagen. Da kann frau erst mal nicht viel machen... von einem strahlenden Lächeln mal abgesehen, oder? Was im übrigen die Situation schon um 50% verbessert. Mindestens :-)))))))))))  Der Inhalt zählt, egal, was drüber drapiert ist.

Nun ist es an der Zeit, den Typ festzustellen.
Rundes Gesicht, schmales, Birne, Apfel (ja, was für Hintern gilt, gilt genauso gut auch fürs Gesicht. Nicht umsonst gibt es den Kraftausdruck "A..gesicht" LOL), Hängebäckchen, kleine Augen, große, Kinn breit, schmal, vorgeschoben, Hinterkopf flach, mittel, nach hinten ausladend... usw. Das als Trost: nur eine von Zehntausend hat auch nur eine leichte Ähnlichkeit mit Barbie oder einer beliebigen Schaufensterpuppe.
Nun setzt sich frau in ihrer Phantasie alle möglichen Arten von Mützen aufs Haupt und vergleicht. Nämlich ihre Wunschvorstellung mit der Realität.
Und darauf kommt noch der persönliche Wunschtraum. Waswärewenn und Wennichsoaussähedann und OMG-istdaseintollesoutfit. Das ist mit der nackten Wirklichkeit nicht wirklich deckungsgleich, oder? :-)
Und nun der Zweck der Kopfbedeckung: eher funktionell oder stilistisch oder modisch oder Accessoire oder Akzent oder Zubehör oder...
Jetzt gibt es eine Ausgangsbasis, nach der frau ihre Strickmuster oder vorhandenen Mützen/Hüte sichten kann.
Die Frage ist also: Was trage ich wann wie und warum wie lange wozu?  *g*


Was: Wie bei so vielem kommt es auf die Proportionen an. Schön sieht es aus, wenn bei recht jugendlichem Gesicht die Mütze relativ groß ist. Sieht süß aus. Bei ältlichem Gesicht mit großer Nase sieht sowas bestenfalls albern aus oder als ob frau dem Enkelchen die Mütze geklaut hätte. Da muß die Mütze die Proportionen wieder richten, beispielsweise indem sie eher röhrenförmig geformt ist, mit breitem Rand und ausgeprägtem aber nicht übertriebenem Oberteil. Wichtig ist auch, ob die Mütze plötzliche Bewegungen mitmachen können sollte, ohne eine ungewollte Eigendynamik zu entwickeln.
Ein Barett steht nicht jeder Frau, eine Bommelmütze auch nicht. Topf als Hut - Geschmackssache. Mit Ohrenklappen - Hauptsache warm, ist eine Frage der Außentemperatur, würde ich sagen. Die beliebten Beanies - großes Naja. Stirnband - naja. Steht nur einer von 1000, wenn überhaupt. Proportionen, sage ich nur. Hauptsache, die Ohren sind warm.


wann: Als Kind hatte ich eine Mütze - ein Haßobjekt in blau, pink und weiß. Furchtbar... aber  nur auf meinem Kopf. Auf dem Kopf meiner Freundin sah sie supertoll aus. Komisch, oder? Ich habe deswegen jahrelang überhaupt nie eine Mütze getragen... bis vorletztes Jahr, als es mir entschieden zu kalt war (und ja, ich werde auch älter). Und da habe ich mehr Wert auf Funktionalität gelegt als auf Stil oder Mode - Hauptsache, mein Kopf war warm.
Das ist natürlich auch ein Faktor, den es zu berücksichtigen gilt. Lieber modisch und trendy als warme Stirn und gut durchblutete Ohren? Ich könnte wetten, bei 20 Grad Kälte ist es jeder wurscht, wie ihr Hut oder Mütze steht, sie möchte es nur warm haben.

Und: egal, wie Mütze/Hut an der Frau aussieht, es ist immer noch die Trägerin, die ihnen Leben einhaucht. Ein Lächeln, eine veränderte Kopf- und Körperhaltung, ein Kinn weniger, Frisur verändert - das hilft schon enorm. Auch, sich mit einer Mütze oder Mantel oder sonstwas anzufreunden.

Auf daß der Winter nicht so kalt werde - *smile und Kußhand werf* Sathiya

Donnerstag, 1. November 2012

Arrogant oder selbstbewußt?

"Alles andere war mir nicht gut genug."
Das kann man beispielsweise auf einer Schokoladenpackung lesen, als Erklärung dafür, wieso zu den 100 Sorten Schokoladenherstellern  noch ein 101er sein Plätzchen am Markt finden muß.
Oder als Begründung für die Eröffnung eines Ladens für Kinderwagenzubehör, Schlüsselbänder und Loop-Schals.
Oder eines Geschäfts für extrafeine Öko-Wolle von Öko-Schafen, handgesteichelt.
Oder eines Outlets für Designerschuhe, freshly made in China, designed in Germany.
Oder eines Teegeschäfts für selbstgemachte Öko-Tee-Mischungen.

Ich frage mich..... ist das übersteigertes Selbstbewußtsein oder schlichtweg Arroganz?
Woher nehmen die Geschäftsinhaber eigentlich die Gewißheit, die Sicherheit, daß genau ihr Geschmack, ihre eigenen Lebensart so begehrenswert, so einzigartig, so dringend nachahmenswert seien, daß sie voraussetzen, daß alle Welt sie kopieren und besitzen will, und somit mit einem solchen Spruch um die Ecke kommen?
Wieso sollte ich dann bei ihnen kaufen, ausgerechnet bei ihnen - möglicherweise ist mir ja im Gegenzug ihr Erzeugnis, ihre Erfindung, ihr Produkt nicht gut genug...

Allerdings stört mich das eigentlich nur in Bereichen, wo ich keinen besonderen Wert darauf lege, dies oder das zu kaufen und zu besitzen. Schokolade zum Beispiel oder chinesische Schuhe oder Öko-Tee. :-)

Was ich lustigerweise nicht übelnehme, ist die Formulierung "nicht schön genug".
Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters, darüber kann sich nicht gestritten werden, da dies Geschmackssache ist.
Aber "Güte", also Qualität, ist etwas anderes. Menschen glauben, damit eine gewisse Objektivität ausdrücken zu können bzw. erwarten, daß ein gewisses Maß an Mindestanforderungen erfüllt ist. Welches man dann eben übertreffen kann und alles, was unter den eigenen Qualitätsstandards liegt, als "nicht gut genug" abqualifizieren kann.
Ich mache ja auch vieles für mich selbst oder die Familie aus dem Gedanken heraus "das verfügbare Angebot ist einfach nicht schön genug". Vielleicht ist das ja auch arrogant. *Schulterzucken* *g*

Best regards, Sathiya