Donnerstag, 6. Dezember 2012

Kunsthandwerksmarkt

Eine Betrachtung aus der Sicht einer Kunst-Handwerkerin, einer Weberin.

http://de.dawanda.com/topic/21/10123846?page=6  (Text von da, Unterstreichungen von mir)
Sanfte Kritik an der Plattform Dawanda und am Konsum- und Kaufverhalten der Kunden. Eher Hinweise und Beobachtungen. Die Schreiberin/Shop-Inhaberin schätze ich sehr.
Ich denke vom Grundgedanken her war es mal eine Seite um Kreativen die Vermarktung zu ermöglichen. Das war eine Situation, in der beide Seiten profitierten. Kunsthandwerker sind oft schlechte Verkäufer und es ist gut, wenn ihnen da jemand Hilfestellung gibt und als ich vor 3 Jahren hier her kam, war ich einfach nur begeistert, von dem was mir alles für wenig Geld geboten wurde. Einschließlich der Statistiken, eine Seite, die quasi selbstpflegend ist, viele nette Gleichgesinnte, einfach super.
Für die Macher der Seite, die gute Kaufleute sind, aber weniger gute Kunsthandwerker genau andersherum. Sie bekamen erwas, das sie vermarkten konnten, Preise für ihre geniale Geschäftsidee ect.
Und diese Zusammenarbeit stand im Vordergrund und war die Hauptsache. Ich konnte und kann übrigens immer noch nicht verstehen, das sich Menschen über die Einführung der Gebühren aufregten, denn wir bekommen hier eine Menge geboten.
Neuerdings aber ist die Plattform selbst der Mittelpunkt. Alles dreht sich um sie. Alle vorher genannten Vorteile sind eigentlich noch da, aber die Gewichtung hat sich verschoben, jetzt dienen diese Vorteile dazu die Kreativen auf der Plattform zu behalten, weil die nun für sich genommen stark genug ist, um Gewinne einzufahren, durch Werbung von MyMüsli und Gilette z.B.

Im realen Leben hat genau diese Entwicklung auch stattgefunden. In den 80er Jahren war die Idee des Kunsthandwerkermarkts neu und die Menschen waren begeistert, endlich andere Märkte zur Weihnachtszeit, was Neues, was Frisches, was Individuelles, was Einmaliges. Es wurde gekauft und gefreut auf beiden Seiten, Kunsthandwerk wurde zum beliebten Geschenk und zum Prestigeobjekt.

Heute ist ein Kunsthandwerkermarkt in aller Regel da, um das Idyllebedürfnis der Besucher zu befriedigen. Er findet häufig an verkaufsoffenen Sonntagen statt, so als Beigabe und damit es einen Grund gibt in die Stadt zu gehen. Die Standgebühren wurden immer höher, ich zahle selten unter 150 € für ein Wochenende, die Einnahmen immer geringer. Eine Kollegin erzählte mir an einem Sonntag (verkaufsoffen), das ihr eine Kundin gesagt hätte *Ich nehme auf solche Märkte grundsätzlich kein Geld mit, sonst gebe ich immer so viel aus !* 

Der Markt, wunderschön übrigens, auf dem das passierte, existiert seit 25 Jahren. Früher reisten die Besucher von weit an. Kunsthandwerkermarkt verteilt in der gesamten historischen Stadt. Es war schwierig einen Standplatz zu ergattern, es wurde juriert. Heute bleiben Stände frei und die Stadt plant am selben Wochenende einen verkaufsoffenen Sonntag. Und die Besucher flanieren und freuen sich am Anblick aber bleiben auch nur selten an einem Stand stehen. 
Weil mir der Markt so gut gefällt, habe ich es fünf Jahre lang versucht. Und genau das beobachtet, was mir andere vorher schon berichteten, er wird immer mehr zu einer Sonntagnachmittagveranstaltung, netter Spaziergang und schönes Ambiente um seinen Kaffee zu trinken und in den Läden, das zu kaufen, wozu man innerhalb der Woche nicht kam.
(W.W.) 

Diesen Text möchte ich einfach so stehen lassen. Ich kann dem nichts hinzufügen, und es deckt sich mit meinen eigenen Beoachtungen. Die unterstrichenen Passagen kann ich besonders bestätigen. Da sie leider auch mein eigenes Verhalten widerspiegeln...
Nachdenklich, Sathiya

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Ergänzung 18.12.:
Dieser Thread entwickelte sich zu einer Unmutsbekundung und massiver Kritik an Dawanda. Aufgrund immer weiter bestehender gravierender technischer Mängel und Beschwichtigung mittels Textbausteinen und leeren Pseudoinformationen, einer rechtlich auf fragwürdigen Beinen stehenden Rabattaktion samt irreführendem Banner UND einer unangekündigten Neuerung durch Dawanda, die unverfroren als SEO-Optmierung verkauft wurde (letzteres hat die Verkäufer wirklich auf die Palme gebracht, so wütend habe ich sie noch nie erlebt - welcher Künstler mag es schon, als besonders billigbillig beworben zu werden) UND einer Weigerung, endlich die Partnerseiten Dawandas offenzulegen, haben sich einige Schreiberinnen wohl etwas im Ton vergriffen - was ich sehr gut verstehen kann.
Lange genug haben sie gute Miene zum bösen Spiel gemacht, alles hingenommen und akzeptiert, sogar Dawanda verteidigt und nur das Gute gesehen. Doch nun nicht mehr. Einige haben einen Maulkorb verpaßt bekommen, sind vielleicht sogar gesperrt worden (man weiß es nicht, sie können sich ja nicht mehr im Forum äußern, wie praktisch) und man hat den Thread geschlossen, wegen beleidigender Äußerungen.
Ich bin entsetzt.

Mir egal, daß D. sein Hausrecht ausübt. Ich fühle mich in meinen Rechten beeinträchtigt und des Grundrechtes auf freie Meinungsäußerung beraubt. DAS GEHT GAR NICHT.
Kritiker mundtot machen, Redeverbot, Probleme ignorieren, aussitzen... wo geht das nur hin?
Der Crash ist vorprogrammiert, es ist nur eine Frage der Zeit. Ich glaube nicht, daß D. die Verkäufer in Scharen davonlaufen, aber die vernünftigsten werden es tun, und was übrigbleibt - naja. Gute Nacht.
Ich finde das SCH---

GOTTSEIDANK ist dies hier mein Blog und ich kann sagen, schreiben, tun, was ich will. :-)

Dawanda-Vertriebene - falls einer hierherfindet, oder zwei oder mehr, ich biete an zum Thema zu diskutieren und sich auszutauschen, ohne Zensur und ohne Maulkörbe. Soviel und solange mein Blog Speicherplatz hat ;-) .

Dienstag, 4. Dezember 2012

Schwingungen

Eine Überlegung.
Physiker werden gebeten, hier nicht weiterzulesen. Es könnte mit ihrem Wissen kollidieren. Da ich selbst kein Physiker bin, sondern nur die allgemeinen Schulgrundlagen beherrsche (bzw. mich dunkel daran erinnere :-) ), sei es mir nachgesehen, wenn ich mich nicht gewandt und wissenschaftlich korrekt ausdrücke. Ich erhebe auch keinen Anspruch auf Korrektheit oder Beweisbarkeit.


Ich glaube dieses:
Die Zeit ist zyklisch, in sich geschlossen, alles kehrt irgendwann in neuer, veränderter Gestalt wieder, wieder und wieder, Einbahnstraßen gibt es nicht, nur in unserer begrenzten Wahrnehmung. Wir sprechen oft von "Einbahnstraßen des Lebens" und meinen es auch so, dabei gehen wir davon aus, daß ein Augenblick dem nächsten folge, wie Perlen auf einer Schnur. Ginge die eine Perle vorbei, käme die nächste, und es gäbe kein Zurück. Allenfalls ein Zurückblicken.
Ich denke, wir bewegen uns irgendwie in Zyklen, auf mehr oder weniger runden Kurven und Schlingen durch das Leben. Und wir kreuzen unseren eigenen Weg mehr als einmal. Immer und immer wieder. Und haben erneut die Gelegenheit, zu wählen, einen anderen Weg einzuschlagen. Jede Gelegenheit, die wir heute verpaßt haben, kehrt morgen wieder, verstärkt oder abgeschwächt, oder übermorgen, aber sie kehrt wieder. Es ist eines der Geheimnisse und Mysterien, die Frequenz des Wiederkehrens herauszufinden.

Ich glaube auch dieses:
Wir Menschen sind wie schwingende Teilchen. Unser Selbst, unsere Seele, unser Ichverständnis, unsere Ich-Projektion, unsere Interaktion mit anderen Seelen wird von Schwingungen und Harmonien bestimmt.
Dazu möchte ich ein Experiment beschreiben: man stelle sich drei Kugeln vor, an drei unterschiedlich langen Schnüren übereinander aufgehängt (wie Kettenanhänger). Versetze alle drei in Schwingung und beobachte. Die mit der kürzesten Schnur schwingt am schnellsten, die mit der längsten Schnur am längsten. Es ist ein Durcheinander. Alles schwingt kreuz und quer, hoch und runter, das Auge kann sich nicht auf einen Punkt fixieren... aber: alle paar Momente schwingen die drei Kugeln für Sekundenbruchteile im Gleichtakt, befinden sich in Harmonie - und dann geht es wieder mit dem Chaos los.
Oder ein anderes Beispiel: Kinder auf Schaukeln. Drei Kinder auf nebeneinander hängenden Schaukeln, bewegen sich, schwingen hoch und nieder. Manchmal schwingen sie im Gleichtakt vor und zurück, und manchmal entgegengesetzt. Jedes hat seinen eigenen Rhythmus. Sie schwingen und lachen, erfreuen sich am Gleichschwung und ebenso am Gegenschwung. Kluge Menschen, die Kinder! :-)

Wir Menschen sind irgendwie wie solche Kugeln oder wie Kinder auf Schaukeln - wir alle vollführen unsere ureigene Schwingung, die nur manchmal mit anderen harmoniert, für einen begrenzten Zeitraum. Dieser kann Sekunden andauern, Minuten, Wochen oder Jahre, auch mal ein ganzes Leben.
Und egal, wie sehr wir es wollen, daß die Zeit der Übereinstimmung der Schwingungen andauert, wenn die Schnüre unterschiedlich lang sind, sind eben auch die Schwingungszeiten unterschiedlich, und die Zeit der Harmonie ist begrenzt. Die eine Beziehung dauert Minuten, die andere Jahre...
Da kann man nur jedem raten, diese Zeit auszukosten, solange sie andauert, oder man findet einen Weg, auch die Zeiten der entgegengesetzten Schwingung für sich zu nutzen und ebensolche Kraft aus dem Gegensätzlichen zu ziehen (Ende esoterische Abschweifung :-) ).

Das Leben ist ein Auf und Ab, alles ist Schwingung, Klang, Harmonie. Wir sind wie Saiten eines (meinetwegen) göttlichen, überirdischen, weit über unserer Vorstellungskraft befindlichen Instruments. Wir sind wie gespielte Noten einer gewaltigen Schöpfungssinfonie.
Machen wir uns Gedanken, ob dem Ton C gefällt, daß er mit Ton E und G kombiniert wird? Solange es in unserem Ohr wohlklingt, sind uns die Befindlichkeiten der Herren C, E und G gleichgültig.
Die Probleme des Schöpfers. Ach du liebe Zeit!

Schnell nochmal die 5. Sinfonie hören. Bevor mich die Überlegungen zu menschlichen Schwingungen vollends durcheinanderschwingen ähm -bringen.

*zwinker* Sathiya

Sonntag, 2. Dezember 2012

Kali-Yuga

Geht unsere Welt, wie wir sie kennen, unter?
Und das auch noch pünktlich zum 21.12.?
Geht sie nicht. Warum nicht, kann hier nachgelesen werden:  http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/02/19/analyse-der-nostradamus-effekt-2012-das-ende-der-welt   (kein Hyperlink; plausibel und amüsant. Und wehe, er hat nicht recht...!! - :-)  obwohl es dann auch egal wäre)

Eigentlich bin ich kein Anhänger oder Verfechter von Weltuntergangs- und Verschwörungstheorien, aber ich bin offen und interessiert und lese viel und höre mir an, was andere zum Thema zu sagen haben.
Daß die Welt untergehen soll, womöglich noch  mit einem großen großen Badabumm :-) bringt mich zum Schmunzeln. Also wirklich... schönen Gruß aus Hollywood!

Was mir allerdings sofort einleuchtet, ist: Haß, Gier und Verwirrung bedrohen unsere Welt, unser Leben, unsere Zukunft. Ob man das nun ausgerechnet als Wurzel-Geistesgift (siehe den Text von Wikipedia) bezeichnen muß, sei dahingestellt, aber ich meine, es trifft in großem Umfang zu.

Die Menschen sind von Haß erfüllt, von Gier zerfressen und in tiefster Seele verwirrt. Es gibt keine Leitung, keine Lehre, keine Führung, kein Vorbild, kein Ideal mehr. Die alteingesessenen Vorbilder und Führer haben sich selbst diskreditiert, als moralisch ungeeignet erwiesen, mit mehr Dreck am Stecken als gut ist.
Kirche, Partei, Gurus... zu keinem kann man mehr aufsehen, keiner ist als Vorbild geeignet.
Der neue Götze ist das Geld. Die Medien stellen die neuen sittlichen Leitbilder, und ein Mensch wird nach seiner Effizienz und dem wirtschaftlichen Nutzen beurteilt.
Leben wir im Kali-Yuga?... dann sollten wir uns nicht wundern...

Kaliyuga (Sanskrit, n., कलियुग, kaliyuga wörtlich „Zeitalter des Kali“, „Zeitalter des Streites“), ist die Bezeichnung für das letzte von vier Zeitaltern, den Yugas in der hinduistischen Kosmologie. Es gilt als das Zeitalter des Verfall und Verderbens. Als solches wurde es oftmals zu dem von Hesiod in der Theogonie geschilderten griechischen „Eisernen Zeitalter“ in Beziehung gesetzt und auch "Eisernes Zeitalter" genannt. Die weiteren sind Satya Yuga (oder Krita Yuga), Treta Yuga und Dvapara Yuga.
Herr über diese Zeit ist der schwarze apokalyptische Dämon Kali, laut Vishnu Purana die negative Manifestation von Vishnu, der in dieser Form für die Zerstörung des Universums zuständig ist. Kaliyuga wird (fälschlicherweise) auch oft mit der Göttin Kali (kālī) assoziiert, die generell für dunkle, materielle Aspekte steht. Kali bezeichnet auch die mit einem Punkt bezeichnete Verliererseite des Spielwürfels.
Nach der buddhistischen Kosmologie bezeichnet ein solches finsteres Zeitalter die vierte und letzte größere Zeitperiode eines Zeitabschnitts von zirka 3.000 Jahren, nach der Geburt eines Buddhas bis zum Erscheinen eines neuen Buddhas.
Die hinduistischen und buddhistischen Bezeichnungen für Kaliyuga beziehen sich prinzipiell auf dieselbe Sache - ein letztes Zeitalter von vier. Unterschiedlich ist jedoch die jeweils angegebene Länge, die im Hinduismus einen Umfang zwischen 1.200 und 360.000 "Menschenjahren" erreichen kann. Unklar ist dabei oft, ob "Menschenjahre" oder die viel länger dauernden "Götterjahre" gemeint sind. Neben anderen Schriften beschäftigen sich besonders das Vishnu Purana sowie die Manusmrti mit diesem Thema.

Zeitalter des Niederganges
Gemäß der Überlieferung degeneriert das Zeitalter nach dem Erscheinen eines lehrenden Buddhas schrittweise. Nach einem als golden, silbern und kupfern bezeichneten Zeitalter befinden wir uns heute im sogenannten „eisernen Zeitalter“ in der die äußere Welt, als auch die geistige Verfassung der Wesen sehr stark von den drei Wurzel-Geistesgiften Hass, Gier und Verwirrung betroffen sind. 
Das „schwarze Zeitalter“ ist daher in stärkerem Maße von Krieg und weit verbreitetem Leid betroffen als die vorausgegangenen Zeitalter es waren. Es wird auch als das „Zeitalter des Niedergangs“ bezeichnet. In einem solchen Zeitalter haben nur noch wenige Wesen die Fähigkeit, Meditation zur geistigen Entwicklung auszuüben und bedürfen sehr kraftvoller Methoden, um den Geist zur vollen Erleuchtung zu führen.

(Text von hier:  http://de.wikipedia.org/wiki/Kali-Yuga ) 

Ein Buch, ein Roman dazu, der in mir tiefste Verzweiflung und das Gefühl schrecklicher Unausweichlichkeit erzeugt hat:  
SONG OF KALI von Dan Simmons.

Wir brauchen einen neuen Buddha. Mit einem Wort - Shakyamuni.

Die Optionen sichten, die Chance ergreifen, das Richtige tun.
Viele Grüße, Sathiya

Freitag, 30. November 2012

Brust oder Flasche

Inspiriert von hier: http://talentfreischoen.blogspot.de/2012/11/wie-du-stillst-nicht.html

Das Stillen oder Nichtstillen - that is the question - ist heutzutage zu einer Ideologiefrage geworden. Es ist noch viel schlimmer als mit Christen und Heiden... da die Lager sich unversöhnlich gegenüberstehen. Alle argumentieren übrigens mit denselben "Fakten" - die sie ihren Ansichten entsprechend anders wichten und entsprechend einsetzen. O du schöne neue Welt...
Wo sind wir da nur hingeraten?
Daß sich Frauen übers Stillen bis aufs Blut zerfleischen...
Der Artikel selbst ist gut geschrieben, teils lustig, teils kritisch, und interessanterweise von eine Nichtstill-Mutter. Dabei durchaus alle Aspekte beleuchtend, auch den unglaublichen gesellschaftlichen Zwang und Druck, eine der beiden Ernährungsarten für Säuglinge zu wählen und zu begründen, warum frau das eine tut und das andere nicht.

Wieso ich auf diesen Zug aufspringe: mich stört vor allem und im besonderen die fadenscheinige Begründung der "Wahlfreiheit", die hinter der gesamten Still-Ideologie steckt. Und nicht nur dort. Meine Freiheit ist immer auch die Unfreiheit eines anderen, aber das ist ein anderes Thema.
Ich bin keine der Mütter, die andere verurteilen, weil sie etwas tun oder nichttun. Diese ganze "Stillen oder Nichtstillen - that ist the question"-Diskussion geht mir auf den Wecker...
Nur kurz dazu: wir Menschen sind Säugetiere. Von Seiten der Biologie her ist es nun mal vorgesehen, daß unsere Neugeborenen an der Mutterbrust trinken. Punkt. Und nun kann jede machen, was sie will... :-)
Lg, Sathiya
(die zweimal jeweils knapp ein Jahr gestillt hat - na und? Ich bin deshalb keine bessere oder schlechtere Mutter als jede von uns)
Eingerückt: mein Kommentar zu dem Blogpost.
Finde ich ganz passend - aber vielleicht mißverständlich.
Deswegen hier die Erläuterung, ohne mich für die eine oder andere Ideologie zu entscheiden.

Wir Menschen sind Säugetiere. Unsere Körper produzieren das Notwendige, daß ein Kind gezeugt, ausgetragen, geboren und in den ersten Lebensmonaten ernährt werden kann. Das kann niemand ernsthaft und glaubwürdig in Frage stellen.

Früher (ja, ich rede auch von früher) gab es keine Kunstmilch, angereichert mit und optimiert für und angepaßt an, sondern nur die Alternativen Ammenmilch oder Tiermilch. Was beides schon damals (ja, die Altvorderen waren auch nicht dümmer) als nicht optimal angesehen wurde. Wer es sich leisten konnte - Reiche, Adlige - ließ die Kinder von Ammen stillen. Wer es sich nicht leisten konnte, aber auf eine Ersatzernährung für sein Baby angewiesen war, mußte eben zusehen, wie seine Kinder an der Tiermilch zugrundegingen - oder auch überlebten, je nachdem. Muttermilch IST nun mal das Grundnahrungsmittel eines jeden Neugeborenen, vorzugsweise die Milch der eigenen Mutter.
Heutzutage glaubt jede Frau, eine "Wahlfreiheit" zu haben, und diese koste es was es wolle, auch gegen das Interesse des eigenen Babys durchsetzen zu müssen.
Woher kommt nur diese vermeintliche "Wahlfreiheit"?

Was früher ein Notbehelf war, ist heute aufgrund der verbesserten Kenntnis über Aufbau und Funktion des Körpers und optimierter Produktionsbedingungen gesünder und überlebenstüchtiger geworden. Die Supermärkte sind voll von Anfangsmilch, Adaptierter Milch, X-Milch :-) usw., die Wahl ist groß, beinahe zu groß. Und die Versuchung, danach zugreifen, weil es "so praktisch" sei, noch größer. Weil es ja so gesund sei, sogar besser als Muttermilch. Wie uns in der Werbung von großäugig und vertrauenenerweckend in die Kamera blickenden Fabrikanten und strahlenden sexy Müttern mit rosigen Babies im Arm gern suggeriert wird.
Die Entscheidung gegen das Selbststillen stand früher nur Frauen in einer gewissen gehobenen wirtschaftlichen Lage und gesellschaftlichen Stellung offen. (Wobei auch diese oft genug Opfer der gesellschaftlichen Erwartung wurden, ihre Säuglinge eben nicht selbst zu stillen.) Heutzutage scheint es allein der Laune einer jeden werdenden Mutter überlassen zu werden, was sie tun wird - Brust oder Flasche.
Ich sage absichtlich "Laune", weil ich noch kein überzeugendes Argument gegen die Brusternährung hören durfte (ich meine: von Frauen, die diese Erfahrung selbst noch nie gemacht haben), aber jede Menge von "ich will selbst über meinen Körper bestimmen" gehört habe.

Und was ist mit den Rechten des Kindes? Gehört es nicht zu den Grundrechten eines jeden Neugeborenen, eine gewisse Zeit ausschließlich mit der Milch der eigenen Mutter ernährt zu werden - und nicht mit Ersatz aus der Milch anderer Frauen oder artfremder Tiermilch oder gar pflanzlichen Surrogaten?
Wo sind die Langzeituntersuchungen, die die Umbedenklichkeit der Ernährung mit Tiermilch belegen (und zwar nicht nur in Einzelfällen sondern nationenweit - wenn man davon ausgeht, daß jede zweite Frau nicht selbst stillt)?
Die Grundrechte des Kindes - wo sind sie niedergelegt? Haben sie schon Eingang gefunden in das Grundgesetz der Bundesrepublik? Wie wird es geregelt - das Grundrecht der Selbstbestimmung der Frau über ihren eigenen Körper gegen das Grundrecht des Kindes auf artgerechte Ernährung?

Man merkt unschwer, daß ich eine Gegnerin davon bin, wenn Frauen aus einer Laune heraus ihr Kind nicht selbst ernähren. Ist das Stillen unmöglich, weil Krankheit, persönliche Probleme oder sonstwas dagegenstehen, dann ist eine künstliche Ernährung gut und richtig. Sie kann aber nur die zweite Wahl sein.
Und - menschliche Milch ist für die Ernährung menschlicher Säuglinge gedacht. Tiermilch für die Ernährung von Tierbabies. K(aum)eine Frau würde auf die Idee kommen, ihrem Baby Hundemilch oder Schweinemilch anzubieten, sogar bei Ziegenmilch (die besser verträglich ist als Kuhmilch) ist die Ekelschwelle groß... wieso ist es dann bei Kuhmilch so anders?
Kuhmilch ist von Natur aus für Kälber gedacht. Nicht für Menschenkinder. (siehe auch den Post "Über Milch")

Weitere Argumente sind die Bindung des Kindes an die Mutter und umgekehrt (die angeblich nur bei gestillten Babies besonders gut ausgeprägt sein soll) und die Vorbeugung von Krankheiten und Übertragung mütterlicher Bakterien und entsprechender Antikörper. Ja, toll. Aber alles nicht unangreifbar.
Biologisch gesehen schön und gut, auch im Gesamtblick auf die Art gesehen in Ordnung - aber im einzelnen? Nein, kein wirklich brauchbares Argument.
Über Antikörper und dergleichen werde ich nicht mutmaßen, davon habe ich zuwenig Ahnung. Kann sein, kann auch nicht sein... es sollten aber genügend Studien und Untersuchungen existieren, die das Pro-Stillen belegen.

Die berühmte Bindung das Kindes, die beim Stillen entsteht...
Meine Großmutter war uns bis zu ihrem Tod in größter Liebe, Zuneigung und Liebe verbunden. Sie liebte ihre Tochter und ihre Enkel. Nur - sie war überhaupt nicht meine echte Großmutter, sondern hatte meine Mutter an Kindes statt angenommen, als sie zehn war. Da war nichts mit Stillen... die Bindung kam aus ihrem Herzen heraus.
Es ist meiner Meinung nach nicht richtig zu behaupten, eine stillende Mutter hätte eine größere Bindung zu ihrem Kind. Sie hat eine andere Bindung, aber keine besser oder größere. Liebe kommt nicht zustande durch biologische Vorgänge wie Gebären, Stillen, Windelwechseln... (oder Sex) sondern durch bewußte Entscheidung für einen anderen Menschen, jeden Augenblick aufs neue.

Ich möchte zum Thema Stillen noch etwas anderes ansprechen: das Lustgefühl.
Stillen war für mich immer einem Orgasmus vergleichbar. Für Mutter und Kind. Das Gefühl großer körperlicher Nähe verbunden mit einem nahezu ekstatischen Lustgefühl, ein Geben und Nehmen, das Gefühl, restlos angenommen und akzeptiert zu werden, ohne wenn und aber geliebt zu werden, seelische Erfüllung im Hier und Jetzt zu finden, begehrt zu werden... Das ist ein Tabu, denn sexuelle Gefühle einem Kind gegenüber sind streng verboten... böse Sathiya, nein, wie kann sie bloß?!?!? Und das auch noch aussprechen?! War aber so bei mir... :-)  *die Schultern zuckt*
Möglicherweise könnte das auch mit ein Grund gewesen sein, wieso Männer früherer Zeiten und eines gewissen Ranges ihre Frauen vom Stillen abgehalten haben: man könne es sich ja leisten, eine Amme einzustellen - und dabei wollten sie nur eins: nämlich die Frau für sich selbst haben. Eifersucht auf den anderen in ihrem Bett (auch wenn der Rivale oder die Rivalin erst wenige Tage, Wochen oder Monate alt war). Pronto, abstillen, ich zahl die Amme. (Mick Jagger gar sollte von seiner Frau das Abstillen verlangt haben, weil er beim Sex keine Milch im Mund haben wollte. Männer gibt´s!!!)

So, genug geredet.
Es sollte selbstverständlich sein, daß eine Frau ihrer Natur folgt und ihr Kind stillt - so wie sie es selbst empfangen, ausgetragen und geboren hat.
(Naja. Künstliche Befruchtung und geplante Kaiserschnitte und Leihmütter lassen grüßen - demnächst wird es noch so sein, daß der künftige Vater sich nicht mehr selbst dem Akt des Zeugens unterzieht, sondern seiner Partnerin einfach ein kleines Reagenzglas gibt - Wahlfreiheit ist alles ;-) )
Und erst dann, wenn das Stillen nicht klappt, auf die Alternativen ausweicht. Und nicht von vorn herein beschließt, nicht zu stillen.

Mit freundlichen Grüßen, Sathiya

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Nachtrag:
 
Wie sähe es denn mit der Wahlfreiheit aus und der Selbstbestimmung, wenn dieselbe Frau, die jetzt ihr Recht auf Nichtstillen vertritt, sich in einer Umgebung wiederfindet, die alles andere als zivilisiert und modern ist? Ohne Supermärkte mit fünfzehn Sorten Säuglingsnahrung, sauberes Wasser, Trinkkostwärmer, Sterilisator, sauberen neuen Saugern, Reinigungsmitteln und Aufbewahrungsmöglichkeiten? Würde sie sich gegen das Stillen entscheiden - was den unter Umständen den Hungertod ihres Babys bedeuten würde, wenn keine andere Frau oder Tiermutter da wäre, um das Kind zu ernähren? Würde sie das auf sich nehmen? Oder würde sie keinen Gedanken daran verschwenden, sondern ihrer Natur folgen?
Wir modernen Menschen nehmen viel zu viel als selbstverständlich hin, als immer verfügbar, ja sogar als einforderbares oder einklagbares Recht. Das ist ziemlich arrogant. Genau wie die gesamte Stillen-Nichtstillen-Diskussion. Jammern auf hohem Niveau ist noch zu nett ausgedrückt. Haben wir keine anderen Probleme...!!??

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Erwiderung zu "Früher haben die Frauen alle gestillt-Quatsch"
Liebe Frau M., bis jetzt konnte ich alles unterschreiben. Jeden Kommentar und die Antworten darauf, es sind eben andere Meinungen und Erfahrungen, die alle ihre Existenzberechtigung haben. Aber nun...
Bitte den dritten Satz zurücknehmen. Es ist kein Quatsch sondern eine Tatsache. Was trinkt denn ein Säugling mangels Milchpulver, wenn grad auch keine Ziege oder Kuh zur Hand ist? Muttermilch, ob es der Mutter paßt oder nicht - oder es verhungert.
Bitte, der Beitrag war so schön geschreiben. Jetzt mit der eigenen Anti-Brust-Ideologie daherzukommen, ist unsachlich und konterkariert die schöne Arbeit. Und wird nebenbei auch Ihrer Großmutter nicht gerecht. Unabhängig davon, daß sie sich vielleicht Milchpulver gewünscht hätte... :-)

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2. Erwiderung (man traut sich ja nicht, sowas direkt in die Blogs zu schreiben - wenn man derart diametral entgegengesetzter Meinung zum Originalbeitrag ist)
Meine Großmutter gab mir diesen Rat, als ich mit 20 Jahren schwanger war und ziemlich verunsichert von den gegensätzlichen Informationen und Dogmen zur Säuglingsernährung: 
Mein Mädchen, überlege dir, was du machen würdest, wenn du ganz allein wärst. Kein Milchpulver, kein sauberes Wasser, kein Wärmegerät. Stillen oder verhungern lassen kommt in Frage - oder eine andere Frau finden, die dein Kind stillt. Und frage dich zuallererst, was für dein Kind das beste wäre. Es ist ganz auf dich angewiesen, kann sich nicht selbst helfen und noch nicht selbst entscheiden. Stelle deine Wünsche zurück, das empfehle ich dir. 
Gründe gegen das Stillen gibt es viele, doch sie ließ nur einen gelten: wenn die Muttermilch dem Kind geschadet hat. Befindlichkeiten wie wunde Brustwarzen (kenne ich auch. VIER Wochen lang...!!) oder "ich will endlich wieder durchschlafen" oder ähnliche ließ sie nicht gelten. (Sie kam aus einer Bauernfamilie und kannte sich mit Kindern und Milch aus wie keine zweite)
Ich kann und will solche Befindlichkeiten eigentlich auch nicht gelten lassen. Das sind ganz eindeutig Launen. Moderne Zeiten hin oder her.
Und ich bin leicht schockiert, wieviele begeistert dem Tenor der Autorin zustimmen. Wollt ihr wirklich aus einer Laune heraus eure Babies nicht stillen und mir das auch noch als fortschrittlich verkaufen?!
Ich beziehe mich gerade auf diese Aussage: (Text aus dem Kommentarfeld) 
Das hab ich mich auch schon oft gefragt. In den Foren werden die Mütter, vor allem Schwiegermütter, die einen mit längst überholtem Wissen nerven, regelmäßig gebasht. Das passiert in einer Überheblichkeit des Sichauskennens und der Allwissenheit, die erschreckend ist. Man müsste doch mal auf die Idee kommen, dass jetzt nicht das Ende der Geschichte der Säuglingspflege/ernährung anbricht und das heutige Erkenntnisse, Einstellungen und Praktiken in der Zukunft heillos veraltet sind/scheinen. Strange. 
Das ist strange. In der Tat. WIR wissen ja ALLES besser BESSER. *Ironie*
Naja. Überheblichkeit, was...?! Manchen kann man mit Vernunft nicht beikommen, selbst wenn man vorher den Eindruck hatte, da wäre welche, an welche man appellieren könne.
Herzliche Grüße, :-) Sathiya

Kommentar meiner großen Tochter dazu: ich stille, koste es was es wolle, es sei denn, es schadet dem Baby. Gesunde Einstellung. Love her.

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In Antwort auf einen - - - (die zuerst hier stehnenden Ausdrücke habe ich entfernt, da grob unhöflich) "aber ich hab recht, hab ich doch, und du nicht"-Kommentar von - leider!! - der Ursprungspost-Autorin
(Text von obiger Adresse, aus dem Kommentarfeld)
und noch der Rest:
Ein Problem hab ich mittlerweile mit dieser ganzen Natürlichkeits-Argumentation. ICh denke, "Stillwissen", wie Du schreibst, ist etwas kulturelles und nichts "natürliches". Die Argumentation ist allzu oft platt ahistorisch: "Früher" wurde gestillt. Dem ist nicht so. Schon immer hat Frau das Stillen umgangen. "Naturgegeben" - erinnert mich an "gottgegeben" - ist so vieles: Sterben an der Blinddarmentzündung, zu Fuß gehen, sich dem Mann unterordnen, an Mehrlingsgeburten oder im Kindbett oder an Masern sterben - alles naturgegeben, hat sich keiner ausgedacht. ist eben so.
Entschuldige bitte, ich kann mit dieser Argumentation wirklich nichts mehr anfangen. Das Stillen ist eine Kultur und wie jede kulturuelle Technik verhandel- und veränderbar. Ich wundere mich immer wieder, warum junge Mütter sich diesen einen Aspekt rauspicken und da so eine Natur-Philosophie entwickeln, wo niemand ernsthaft andere kulturelle Techniken und Errungenschaften in Frage stellt. Warum müssen wir mit dem Stillen die Welt retten - wie es das Motto einer Weltstillwoche nahelegt: Breastfeeding in a globalised world for peace and justice.
Meine Antwort (nicht gesendet. Weil und wegen und überhaupt. Gegen Wände redet man da, gegen Wände...) 
Jetzt platzt mir aber der Kragen.
Der Blog-Beitrag selbst war - ist gut, schön geschrieben und angenehm unberührt von Ideologien.

Aber Dein letzter Kommentar in Antwort an Halitha, liebe Melleni, bei allem Respekt, geht gar nicht.
Wie soll oder kann denn frau das Stillen "schon immer umgangen" haben, bitte schön, das hätte ich gern erklärt.
Der ganze letzte Absatz ist reiner Unsinn und von Wunschdenken geprägt, bitte selber nochmal lesen und relativieren. So ein exquisiter - ..., da kann ich mich nur wundern.  Naturphilosophie, also wirklich. Du erklärst das eine für richtig, weil es Dir in den Kram paßt und Du Dich selbst so verhalten hast - und sprichst im Gegenzug anderen das gleiche Recht ab - wenn sie sich denn gegen Deine Ideologie entscheiden.

Stillen sei nicht natürlich, sondern kulturell, das Stillwissen sei kulturell - so einen hanebüchenen Unsinn habe ich noch nie gehört. Wie willst Du denn den Saugreflex erklären, den jedes Neugeborene aufweist? Wenn es doch kulturell wäre, gabe es keine angeborenen Reflexe - nur antrainierte. Und einen solchen könnte ein Neugeborenes dann noch nicht haben.

Es ist wohl in naher Zukunft auf einem der Szene-Blogs zu lesen, die vaginale nicht eingeleitete Geburt sei nicht mehr up to date, nur noch die selbstbestimmte Geburt sei akzeptabel, legitim und das einzig wahre? Oder nur noch Kaiserschnitt wird in gewissen Kreisen akzeptiert... die Kulturrevolution der künstlichen Geburt. Wir haben die Wahl...
Wir sollten aufpassen, wo uns Diskussionen dieser Art hinführen, sehr genau aufpassen. Schon heute sind die jungen Frauen mehr als nur verunsichert, wie sie sich verhalten sollen. Solche Diskussionen schaden mehr, als daß sie nützen.

Ein Glück, habe ich eine vernünftige Tochter, die sagt: ich stille, koste es was es wolle, es sei denn, es schadet dem Kind. Punkt.
Lg, Sathiya

PS: Ich entschuldige mich für meinen Ton, sollte ich mich vergriffen haben  :-) . Aber nicht für meine Meinung.

Laßt die Frauen doch tun, was sie wollen. Unterstützt sie, erklärt ihnen, was gut und richtig ist. Und drückt ihnen nicht eine Ideologie, ganz egal, wie sehr sie einem selbst gefällt, auf. So, das war es.
Ich habe gesprochen, howgh.

Ergänzung: ich habe noch das hier gefunden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mensch-Tier-Stillen
Ob die lieben guten modernen Frauen sich auch noch gegen das Stillen entscheiden würden, wenn es bedeutete, das Baby direkt von Ziegen, Schafen und Eseln säugen zu lassen? (Ist auch kulturell belegt)
Und: ich revidiere meine Meinung. Das Säugen des Nachwuchses IST kulturell gewachsen. Menschen müssen eben alles beigebracht bekommen... und der Saugreflex des Neugeborenen ist ein Überbleibsel der tierischen Abstammung. Evolution. Mal sehen, wie lange noch und was wir als nächstes verlieren?

Samstag, 24. November 2012

Sterbehilfewünsche

Über Sterbehilfe wird derzeit wieder einmal heiß diskutiert.
Ich bin über den weiter unten angegebenen Artikel darauf aufmerksam geworden.
Soll man, soll man nicht, darf man, darf man nicht, und wenn ja, wann und wie genau. Die Gesetzeslage ist nicht eindeutig, läßt viel Platz für Interpretationen und Spielräume.

Es ist nicht legal, Sterbehilfe zu leisten, die Sterbehilfe selbst bleibt aber, unter gewissen Umständen, straffrei. Das Gesetz soll erweitert, modernisiert und den Gegebenheiten des medizinischen Fortschritts angepaßt werden, sodann soll mehr Augenmerk als bisher auf die Selbstbestimmung des Menschen gelegt werden.
Meine ureigene Auffassung: mein Bauch gehört mir ( :-) ), mein Leben gehört mir, mein Tod gehört mir. Niemand anders entscheidet und bestimmt über mein Leben und Sterben als ich allein.
Pro und contra, in diesem Artikel eher Contra.

Originalartikel von hier:
http://kalliopevorleserin.wordpress.com/2012/11/20/sterbenswunsche/   (kein Hyperlink)
(Zum Verständnis meiner Kommentare sollte zunächst der Artikel gelesen werden, da ich das Problem der Sterbehilfe, die Gesetzeslage und diverse Fernsehdokumentationen zu diesem Thema nicht weiter beschreiben werde.)

Meine erste Antwort
Ein guter Artikel. Ein schwieriges Thema, gerade in Deutschland.
Sterben ist meines Erachtens keine Katastrophe oder Naturereignis, das es so weit wie möglich hinauszuschieben gilt, sondern ein Menschenrecht. Wenn jemand sein Leben beenden möchte – egal aus welchem Grund – muß ihm die Möglichkeit dazu gegeben werden. Das gehört für mich zum Begriff der “Würde” und des Rechtes auf Selbstbestimmung dazu.
Als Krankenschwester habe ich mich öfter in der nicht sonderlich angenehmen Lage befunden, solche Wünsche vorgetragen zu bekommen. Die Gründe der Kranken gehen mich nichts an, es ist auch nicht meine Aufgabe, ihnen ein Gefühl von (Selbst-)Wert zu vermitteln. Die einzig mögliche Antwort ist da: ich werde nicht töten.
Gleichzeitig ist es aber auch unethisch, einen anderen leiden zu lassen, nur damit man selbst nicht gegen das Gesetz verstößt – ein Dilemma moralischer, sittlicher, ethischer Art.
Wenn mich ein naher Angehöriger darum bäte, ihm behilflich zu sein, ich würde es wahrscheinlich tun. Ein Fremder? Nein, definitiv nicht.
Ich achte aber und respektiere die Menschen, die sowas auf sich nehmen. Es ist bestimmt nicht leicht, für den Tod eines Mitmenschen, mittelbar, verantwortlich zu sein.
Ich wünsche mir, wenn ich in eine solche Lage kommen sollte, den Tod dem Leben vorzuziehen, es dann hilfsbereite und mutige Menschen gibt, die meinen Wunsch respektieren und mir helfen.
Viele Grüße, Sathiya

Reaktion der Autorin (die eindeutig gegen Sterbehilfe ist)
Willkommen, Sathiya.
Dank für diesen Kommentar. Ich stimme zwar nicht zu – aber ich habe Respekt vor dieser Ansicht. Eine gesetzliche Regelung wie die geplante würde aber die eigenverantwortliche Handlung zu einer Banalität machen und über kurz oder lang zu einem einforderbaren Recht.
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Meine Antworten, Varianten 1 und 2, die ich nicht abgeschickt habe. 
Var. 1
Es ist nicht soviel anders als das Problem mit dem Schwangerschaftsabbruch. Ein ebenso großes Dilemma, moralisch, sittlich, ethisch... aber es gibt ein Gesetz, das das Problem löst und vor allem die Rechte der Frau an ihrem eigenen Leben und Körper stärkt - gegen das Recht des Ungeborenen an dessen Leben und Körper. Nicht unbedingt vergleichbar, das ist mir bewußt, aber das Problem ist ähnlich gelagert. In den 80er Jahren sind die Frauen in die Niederlande gefahren für eine Interruptio... und heute fahren die Todkranken, Sterbewiligen  in die Schweiz. Eine Ähnlichkeit, die ich bestürzend finde.
Ich würde mir wünschen, daß Sterbehilfe nach wie vor die Ausnahme darstellt und das auch ganz klar im Gesetz verankert wird. Ebenso die Straffreiheit für Sterbehelfer, gleichzeitig muß klipp und klar betont werden, daß man eine Etablierung einer "Sterbeindustrie" nicht dulden wird. Eine psychologische Beratung sollte verpflichtend sein.
Ich glaube nicht, daß durch ein solches Gesetz, welches das Recht auf den eignen Tod festhält, das Sterben zu einer Banalität gemacht wird. Der selbstbestimmte Tod wird nach wie vor die Ausnahme bleiben - die Menschen hängen doch viel zu sehr am Leben!
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Var. 2
Da scheiden sich die Geister... ich halte das Sterben als eigenverantwortliche Handlung nicht für banal. Und ich glaubte gelesen zu haben, daß Sie es auch nicht tun, und im Gesetz ist davon ebenfalls nichts zu lesen. Niemand entscheidet sich einfach so für den Freitod, vor allem kein Todkranker, der in aller Regel schon einen langen Leidensweg hinter sich hat. Aber wenn er es tut - dann sollte man seinen Wunsch respektieren und ihm die legale Möglichkeit dazu verschaffen.
Ich glaube nicht, daß es ein Szenario, wie Sie es in Ihrem vorletzten Absatz beschreiben, tatsächlich zu befürchten wäre. Ich hoffe es nicht. Horror pur...
Wir haben hier in Deutschland zwar ein säkulares Land - aber die Werte und Moralvorstellungen sind immer noch christlich. Eines der Gebote lautet "Du sollst nicht töten", eine der Todsünden ist der Selbstmord. Das sind große, wichtige Hindernisse, wichtige Verhaltensweisen, die tief im Bewußtsein der Menschen verankert sind.
Ich hoffe, daß ein Mensch niemals um wirtschaftlicher Gründe willen gezwungen sein wird, sein Leben zu beenden.  Oder von anderen dazu gezwungen oder überredet wird. Und wenn doch - dann will ich mit diesem Land nichts mehr zu tun haben.
Es gilt aber nach wie vor unser Grundgesetz - "Die Würde des Menschen ist unantastbar".
Ich würde mir wünschen, daß es ein Gesetz gäbe, was die Ausnahmestellung der Tötung auf Verlangen in ausreichendem Maße hervorstreicht und gleichzeitig einem Menschen die Möglichkeit bietet, sein Leben in Würde zu beenden - und nicht schreiend vor Schmerz oder an Lebenserhaltungssystem angeschlossen, bis auch das letzte Organ versagt. Und die Helfer von Strafe freistellt.
Das wäre mein Anliegen. Und ich glaube, das ist auch das Anliegen des Gesetzes. Leider ist es so, daß es immer Mißbrauch geben wird. Es ist aber ein Schritt in die richtige Richtung.
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Ich  muß noch einige Zeit darüber nachdenken. 
Für mich selbst gilt: Selbstbestimmung auch über den Tod aufgrund reiflicher Überlegung und sorgfältiger Erwägung. Der Tod ist für mich nur das Ende eines Lebens, nach welchem mich ein neues erwartet. Das heißt nicht, daß ich mich leichtfertig dazu entschließen würde, nur um eine neue Runde auf dem Lebenskarussel zu fahren. Ich glaube an ein Karma, das uns gewisse Situationen im Leben immer und immer wieder vor Augen führt, um etwas daraus zu lernen. Und daran, daß es meine Aufgabe ist, meine Seele, mein Selbst zu verfeinern, zu bilden und zu formen, um sie dem Göttlichen anzunähern. Jedes Sterben, jeder Tod läßt etwas auf der Seele zurück, was sich nur durch die richtige Lebensführung wiedergutmachen läßt. Ende esoterische Abschweifung  :-) .

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Laut Wikipedia ist jemand, der seine Selbsttötungsabsicht ankündigt, von einer psychischen Krankheit befallen und darf, seiner Grundrechte beraubt, in eine psychische Anstalt zwecks Zwangsmedizierung eingewiesen werden. MENSCHENSKINDER!!! Das kann doch nicht wahr sein...!!!
Wer Selbsttötung androht oder ankündigt, muss damit rechnen, wegen erheblicher Selbstgefährdung in eine Psychiatrische Klinik zwangseingewiesen und zwangsmediziert zu werden. Rechtsgrundlage sind dabei die Psychisch-Kranken-Gesetze der Bundesländer. Rechtliche Voraussetzung für diesen schwerwiegenden Eingriff in die Grundrechte ist, dass diese Selbstgefährdung auf einem als psychische Krankheit eingestuften Zustand beruht.  (Text: Wikipedia, Links entfernt)
Aber der Suizidversuch ist in Deutschland als Ausdruck des Selbstbestimmungsrechtes straffrei.
http://de.wikipedia.org/wiki/Suizid 

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Eine Antwort nach der anderen , und keine kann ich absenden.
Var. 3
Solange man in Deutschland einen Menschen, der seinen Tod herbeizuführen wünscht, für psychisch krank hält, wird es solche Diskussionen geben.
Es ist ein Dilemma - und die Gesetzgebung versucht dies unter Berücksichtigung aller möglichen Umstände zu berücksichtigen. Man muß sich nur einmal vorstellen, was für Leid und wieviel Schmerz ein Mensch aushalten muß, um seinen Tod zu wollen.
Wer sind wir, daß wir darüber bestimmen wollen, wieviel Schmerzen, Leiden, Demütigungen, psychische Deformierungen infolge von Krankheit, Unfall, Entstellung ein Mitmensch aushalten können muß?

Aber diese hier habe ich endlich so formuliert bekommen, wie ich es verstanden haben möchte. 
Hoffen wir, daß sie auch so verstanden wird, wie sie gemeint ist... und das ist auch alles, was ich jetzt noch darüber sagen werde.

Vielen Dank für Ihre Antwort. Das habe ich mir gedacht :-) - trotzdem Respekt für das Zulassen einer anderen Meinung in Ihrem Blog.
Ich würde gern noch einige andere Aspekt vorbringen. Natürlich ist das emotional, ganz klar, dieses Thema kann man ja eigentlich auch nicht nüchtern und geschäftsmäßig betrachten, nicht wahr?
Bei allem Respekt für die hier gezeigte Ablehnung der Sterbehilfe: so kann nur jemand denken, der noch niemals einen Menschen vor Schmerzen schreien hörte, bei dem auch die stärksten Schmerzmittel nicht mehr wirkten - oder allenfalls in tödlicher Dosierung - und der einen anflehte, endlich sterben zu dürfen. Der am Kunstherzen hing, halb ohnmächtig war vor Schmerzen, ständig kurz vorm Ersticken. Der am offenen Herzen operiert wurde - und dabei erwachte, und dieses Erlebnis nicht verarbeiten konnte. Der sich in suizidaler Absicht vor den Zug geworfen hatte, mit Abschiedsbrief und allem - und nun nahezu halbiert wieder zusammengeflickt wurde - halbblind, taub, mit vier Stumpen anstelle von Armen und Beinen... 
Ich sage damit  n i c h t, daß  i c h  dazu in der Lage wäre, ihrem Flehen nachzukommen. Aber Sterbehilfe muß dringend neu definiert und legalisiert werden.
Das Gesetz muß auch dem Fortschritt in Medizin und Technik Rechnung tragen. Rein theoretisch könnte man heute einen Menschen beinahe unbegrenzt lange am Leben erhalten, limitiert nur durch das Organversagen und den Hirntod. Vor dreißig, vierzig Jahren noch sind die Menschen eben einfach gestorben, wenn die Medizin mit ihrer Weisheit am Ende war, und mußten nicht noch jahrelanges Leiden auf sich nehmen wie jetzt, nur weil die heutigen Methoden und Techniken es möglich machen. 
Und ich glaube nicht, daß es jemals banal werden würde. Dazu ist das Leben zu kostbar - aus sich heraus, ohne daß es erst ein Gesetz dazu erklären muß.
Es ist ein Dilemma - und die Gesetzgebung versucht dies unter Berücksichtigung aller möglichen Umstände zu berücksichtigen. Man muß sich nur einmal vorstellen, was für Leid und wieviel Schmerz ein Mensch aushalten muß, um seinen Tod zu wollen.
Wer sind wir, daß wir darüber bestimmen wollen, wieviel Schmerzen, Leiden, Demütigungen, psychische Deformierungen infolge von Krankheit, Unfall, Entstellung ein Mitmensch aushalten können muß?
Hoffen wir, daß der Gesetzgeber eine ethisch moralisch richtige Entscheidung trifft. Es gibt ein Recht auf Leben - aber es gibt keine Pflicht dazu. Das darf man nicht vergessen - bei aller Abneigung, eventuell umittelbar selbst für den Tod eines anderen verantwortlich sein zu müssen.
Viele Grüße, Sathiya

Ergänzung 25.11.
als Reaktion auf die Antworten zum  Kommentar - nur ein Teil davon erschien mir dort dienlich zu sein. Den Rest kann man hier lesen... da es mir als zu heftig erschien.

Herr Gerd, bei allem Respekt, bitte lesen Sie alles, bevor Sie etwas willkürlich aus dem Zusammenhang reißen und Ihren Ängsten gemäß beantworten. Es gibt nicht immer nur Schwarz oder Weiß, nicht immer nur Leben oder Tod, nicht immer nur Gesundheit oder Krankheit.
Frau Sperling - ich teile Ihre Befürchtung. In einem Land, das "Wirtschaftlichkeit" zum neuen Gott erklärt hat, ist das eine nur zu logische Überlegung. Trotzdem plädiere ich aus tiefster Überzeugung für das Recht des Menschen, sein Leiden auf eigenen Wunsch hin beenden zu dürfen, ohne daraus eine Pflicht ableiten zu wollen. 
Wir dürfen auch auf keinen Fall vergessen, daß es ein "Euthanasie"-Gesetz schon einmal auf deutschem Boden gegeben hat, und ebenfalls in der Öffentlichkeit breiten Zuspruch fand. Es ist ein Drahseilakt auf Messers Schneide. Alles andere als einfach. Ich bin nur froh, daß ich keiner der Richter bin, die das zu entscheiden haben..!!
Ich kann sehr gut verstehen, daß die Menschen Angst vor dem Tod haben und alles tun, damit er ihnen nicht begegnet oder sie nicht dafür verantwortlich gemacht werden können.
Mit meiner Bemerkung, die Sie so zu stört, meinte ich nur: es gibt keine Pflicht, Leiden und Schmerzen über das Maß hinaus erdulden zu müssen. Sollte dies einmal der Fall sein und in einem Gesetz derart verankert werden, werde ich mich vehement dagegen auflehnen und alles tun, damit dieser Passus gestrichen und eine Sterbehilfe, die die Würde des Menschen an oberste Stelle setzt, etabliert werden kann.

Leben ist nicht nur Blutkreislauf, Nahrungsaufnahme, Stoffwechsel, Ausscheidung, Atmung, auf (Schmerz-) Reize reagieren. Leben ist so vieles mehr:
Lachen, Weinen, Träumen, Gehen, Tanzen, Fliegen, Fallen, Schwimmen, Denken, Erfinden, Lesen, Hören, Sehen, Fühlen, Diskutieren, seine Kinder im Arm halten, Schreiben, Wachliegen, Schlafen, einen Wein genießen, im Internet surfen :-), sich selbst das Haar kämmen, schminken, sich schön machen, Highheels tragen, eine Krawatte binden, der Geliebten das Frühstück ans Bett bringen, etwas mit jemandem teilen, ein Theaterstück ansehen, zum Konzert gehen, ein Fußballspiel besuchen, im Meer schwimmen, über die Wellen springen, Ski laufen, sich selbst ein Brot belegen, mit eigenen Händen essen, eine Dusche nehmen...

Und nun stellen Sie sich vor, wie es wäre, das alles nicht mehr zu können. Vor lauter Schmerzen nicht mehr Herr im eigenen Körper zu sein. Ihre Arme und Beine nicht mehr fühlen zu können. Sich nicht mehr selbst den Hintern abwischen zu können. Bei jeder noch so geringen Handreichung auf Hilfe angewiesen zu sein. Und das jahrelang.
Sehr viele Menschen haben die Seelenstärke, dann trotzdem weiterleben zu wollen, und sie tun es, erkennen auch in ihrem reduzierten Zustand den hohen Wert des eigenen Lebens und das Lebenswerte daran. Aber nicht alle Menschen können das, nicht alle haben die Kraft dazu, oder die Kraft hat sich aufgebraucht durch jahrelanges Leiden.

Es ist keine bloße Laune, die einen Menschen dazu bringt, sein Leben zu beenden, das steht an erster Stelle meiner Argumentation. Für Selbstmörder, die andere bestrafen wollen oder mit ihrem Suizid sogenannte Hilferufe aussenden, habe ich weniger Verständnis, aber das gehört auch in eine ganz andere Diskussion.
Ich verwahre mich nicht gegen Ihre Bemerkung "Dann verstehe ich nicht wie sie Krankenschwester werden konnten." Denn das verstehen Sie tatsächlich nicht, bei allem Respekt.
Meine Überlegungen sind jahrelang gewachsen und von tiefster Achtung für den einzelnen Menschen geprägt. 
Viele Grüße, Sathiya
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Ergänzung 9.12. in Erwiderung auf einen weiteren Beitrag von selben Blog, zum selben Thema. Es regt mich so auf, die Diskussion dreht sich im Kreis. Borniert.... unfähig, unwillig, sich in die Lage eines Menschen hineinzuversetzen, der sich den Tod wünscht. Dafür christliches Geschwafel und pseudopolitisches Geschwätz. *kocht* 
(K)ein Recht auf Assistenz zur Selbsttötung. Wer, außer einem Politiker, hat sich sowas nur ausdenken können?! Und natürlich, Protest auf breitester Linie. Das Grundproblem ist allerdings immer noch nicht gelöst.

Es wird immer Menschen geben, die die Maschinen abstellen. Ich habe es selbst schon getan. (In Befolgung einer Patientenverfügung, die weitergehende Lebenserhaltung strikt ablehnte) Bin ich deshalb ein Selbstmordassistent? Muß ich mich, Ihrer Auffassung zufolge (mit allem Respekt) deswegen bis ans Ende meines Lebens mit Schuldgefühlen quälen?
Es wird immer Menschen geben, die überleben, und die damit fertig werden müssen, mittelbar oder unmittelbar den Tod eines anderen verursacht zu haben. Ich bin mir sicher, wenn Sie sich in einer Lage befänden, in der Sie den Tod herbeisehnten, weil einfach das Ende Ihrer physischen und psychischen Kraft und Leidensfähigkeit erreicht ist, wären Sie aus tiefstem Herzen dankbar für eine helfende Hand, die Ihre Leiden linderte, auch wenn es Ihr Sterben beschleunigte. "Heim in des Vaters Schoß". Was wäre daran verkehrt? - ich verstehe es immer noch nicht.
Wie überhaupt wollten Sie feststellen oder erkennen, daß es NICHT Gott ist, der Ihnen dann hülfe?! Die Hilfe eines anderen Menschen abzulehnen - heißt auf gewisse Weise Gott ablehnen. Ich frage das, weil Sie unübersehbar christlich sind.
Darüber zu mutmaßen, was Gott wohl täte, und was er lieber hätte, und ob er vor Schmerzen schreiende Menschen oder lieber singende Kinder anhörte, ist arrogant und egozentrisch. Wir sollten nicht unsere eigene Beschränktheit auf Gott projizieren,
Wenn ich Ihrer Argumentation folge, dürfte dann auch kein Arzt einen Menschen für unrettbar verloren erklären und die Maschinen abstellen. Keine Pflegekraft durfte das Beatmungsgerät ausschalten, der Herzschrittmacher müßte ewig weiterlaufen und ein totes Herz zum Schlagen bringen (glauben Sie mir, das GEHT), die Herzlungenmaschine, sofern angeschlossen, dürfte nicht abgeschaltet werden. Solange nicht, bis eindeutige Todeszeichen auftreten wie Verwesung. Und jeder Mensch mit einer unheilbaren Krankheit, der nach den Maßstäben auch der modernen  Medizin nicht geheilt werden kann, darf bis zu seiner Verwesung schreien. Schöne neue Welt. Man kann den Schutz des Lebens auch übertreiben, also wirklich.
Lg, Sathiya

Freitag, 23. November 2012

Hohe Luft

Da war ich platt: unter all den Frauen-, Mode-, Stars und Sternchen-, Fitness-, Freundin-, Mädchen-, Film-, Essen und Trinken-, Ausgehen-, Dekorieren-, Wohnen-, Bauen-, Selbermachen-, Mindstyle-Zeitschriften ist mir heute eine Zeitschrift eher unangenehm als gefällig aufgefallen.
Laut schrie es von der unspektakulär gestalteten Titelseite "Schluß mit dem Bullshit" - und ich war in einer solchen Stimmung, daß es mich tatsächlich angesprochen hat. Zum Kaufen  hat es dann zwar nicht gelangt - aber zum Googlen.
Was, zum Teufel, WAR das?!

Eine Philosophie-Zeitschrift!
siehe hier: http://www.hoheluft-magazin.de/  (kein Hyperlink)

Ganz modern, ganz undekoriert, puristisch (nein, doch nicht ganz, beim Durchblättern war es schon nett bunt anstelle von Newspaper-Schwarz-Weiß, und Werbung gab´s auch alle paar Seiten - das sei dem Zeitgeist verziehen), erinnerte es mich auf den ersten Blick rein äußerlich an den Lesezirkelstapel, der in allen möglichen Wartezimmern ausliegt.
Ich habe sie nicht gekauft. ich wollte erst mal nachsehen, was das ist - und außerdem begrüßte mich im Innenteil gleich ein Philosoph, den ich nicht leiden kann. Und der Preis von 8 € ist alles andere als locker. Kein Bullshit - ob das Versprechen gehalten wird?

Ich staune immer noch.
Was wohl als nächstes kommt?

Wer die Zeitschrift ebenfalls gesehen hat und/oder sie schon aus früheren Ausgaben (wieviele es wohl schon gab?) kennt bzw. zufälligerweise auch gekauft und gelesen und dann noch Lust hat, mich darüber zu belehren - ich wäre zu Dank verpflichtet. Ich stifte eine 500-Gramm-Packung selbstgebackene Plätzchen.  :-))

Don´t worry be happy, Sathiya


Ergänzung 24.11.:
Ein Kommentar, ein Gegenkommentar - und jetzt ich bin mir sicher, daß ich diese Zeitschrift niemals kaufen werde. DAS Benehmen, einen solche Antwort auf einen harmlosen Kommentar, geht auf keinen Fall. Im Privaten würde ich es durchgehen lassen - aber bei einem Unternehmen, das überall im Land seine Zeitschriften verkaufen will? Ein No-Go wie es im Buche steht. Arrogant, eingebildet, unsympathisch.
http://www.hoheluft-magazin.de/2012/11/wer-liest-sie-eigentlich/#comments



Mittwoch, 21. November 2012

Argumenty i fakty

Argumenty i fakty. Argumente und Fakten
Gegen/für/mit/trotz Homöopathie/Schulmedizin Physiker/Dres.med./Psychologen/Gesundemenschenverstandler/Gläubige/Globuliabhängige/
Solche Diskussionen liebe ich. Ich könnte stundenlang lesen...
Die besten Kommentare aus Hunderten. Subjektive Auswahl. Für die gesamte Diskussion bitte die zuunterst stehende Adresse aufrufen.

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F. F. 17. November 2012
@S.: Nochmal zur Klarstellung: Sie sind also der Meinung, ausschließlich studierte Mediziner sind in der Lage zu beurteilen, ob man bis zur Unkenntlichkeit verdünntes Zeug das nach einer 200 Jahre alten Methode geschüttelt wird als Medikament benutzen kann? Nur Mediziner sind in der Lage, das Ergebnis einer doppelblinden randomisierten Studie zu verstehen? Nur Mediziner können herausfinden, ob verdünntes Mondlicht Unsinn ist oder nicht? Muss man eigentlich Mediziner sein? Oder reicht auch schon ein Psychologiestudium?
Aber zumindest sind wir uns so weit einig, dass alle Geschichten der Form “Ich hatte Schnupfen/eine Allergie/sonst irgendwas und als ich ein Globuli genommen hab gings mir danach super!” als Argument vollkommen wertlos sind. Denn so gut wie alle Patienten die zu einem Homöopathen gehen sind keine Mediziner und daher vollkommen unfähig, ihre Wirksamkeit zu beurteilen…
Oder ist es vielleicht doch nur wieder die alte Taktik:  
Wenn du etwas sagst, dass mir nicht gefällt, dann liegt das daran, dass du zu wenig Ahnung hast! Und ob du ausreichend Ahnung hast, erkenne ich daran, dass du sagst, was mir gefällt.

das Totschlagargument, universell anwendbar, funktioniert immer. Eine Abwandlung des 2-Paragraphen-Gesetzes §1 ICH HABE IMMER RECHT und §2 SOLLTE DAS EINMAL NICHT DER FALL SEIN, TRITT §1 IN KRAFT.
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Institut für Kompetentologie und angewandte Kompetenzwissenschaften   
das ist richtig gut! *LOL*
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R. 18. November 2012
Hallo zusammen!
Ich bin ein bisschen spät dran mit diesem Kommentar, aber ich hoffe die Diskussion ist noch nicht geschlossen. Ich habe den Artikel mit große Interesse gelesen und auch die knappen 100 Kommentare die sich ziemlich schnell angehäuft haben großteils überflogen. Mit großem Erstaunen habe ich festgestellt, dass es zu keinen großen idealistischen (Streit)Diskussionen gekommen ist, sondern dass sich eigentlich alle mehr oder weniger einig sind, dass Homöopathie eigentlich eh nicht funktioniert oder gleich hanebüchener Unsinn ist.
Na gut, dann muss halt ich. Das kann jetzt ein wenig länglich werden…
Gleich mal vorweg – um den wildesten Diskussionen den Wind aus den Segeln zu nehmen wie das der Herr F. schon am Ende seines Artikels recht eindrucksvoll gemacht hat:
• Ich bin Physiker, kein Esoteriker. Ich werde mich hüten hoch(populär)wissenschaftliches Vokabular wie ‚Quantenmechnik‘, ‚Unschärferelation‘ und was sich halt sonst so auf die schnelle auf Wikipedia finden lässt zu verwenden um Homöopathie zu verteidigen. Täte mir in der Seele weh.
• Der gesamte Artikel inklusive der Argumente am Ende ist wissenschaftlich sauber formuliert und aus diesem Standpunkt (mit meinen Kenntnissen) nicht angreifbar. Rein wissenschaftlich gesehen brauchen wir also gar nicht diskutieren.
• Meine Argumente für die Homöopathie beruhen darauf, dass der gesunde Menschenverstand erhalten bleibt und akute und schwere Erkrankungen damit natürlich nicht behandelt werden sollten – wo hier die Grenze liegt ist ein Streitthema auf das ich hier nicht eingehen möchte – fürs Protokoll, liegen für mich Knochenbrüche deutlich auf der einen, chronische Erkrankungen wie Psoriasis und Neurodermitis deutlich auf der anderen Seite.
Was will ich hier dann?
Naja, neben der wissenschaftlichen Diskussion über die physikalische/chemische/biologische Wirkungsweise von Globoli kann man auch noch ein wenig über die soziale Wirkungsweise diskutieren. Hier gibt es noch viel zu sagen.
Ich möchte meine Argumentation in zwei Teile unterteilen:
Gehen wir im ersten Teil mal davon aus, dass alles Experimente richtig sind, keine versteckte Neutrinoinformationsträger irgendo herumfliegen und Homöopathie schlich nicht besser funktioniert als ein Placebo (interessantes Gedankenexperiment am Rande – wie kann etwas schlechter funktionieren als ein Placebo?). ‚Normale‘ Medikamente aber schon (wie in den Kommentaren erwähnt wurde ‚per definition‘).
Gut, das heißt als es wurde in Experimenten festgestellt, dass wenn man Menschen unter gutem zureden ein Placebo verabreicht statistisch gesehen Wirkungen hervorgerufen werden die dem eines Medikamentes entsprechen. Das heißt doch, dass die psychologische Wirkung, dass einem ein Medikament verschrieben und dieses genommen wurde ausreicht um gewisse (kleine) Problemchen zu heilen.
Also, ich weiß nicht wie ihr das seht, aber wenn man mich vor die Wahl stellt, dass ich entweder ein Placebo schlucken kann und damit mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mein Problem los bin – Nebenwirkungsfrei und geheilt durch irgendwas was mein Körper selbst angestellt hat, oder ein Medikament schlucken, dass eine bekannte Liste an Nebenwirkungen hat, dafür aber eine höhere Wahrscheinlichkeit mich zu heilen, nehm ich glaub ich das Placebo. In erster Stufe (man darf nicht vergessen, dass auch normale Medikamente oft ihre Wirkung verfehlen und dann auf andere Medikamente oder höhere Dosen umgestellt wird)
Ich persönlich finde es besser wenn mein Körper eine Krankheit von sich aus bekämpfen und besiegen kann, als mit Medikamenten – ich finde es besser 1 Tag mit starker Verkühlung im Bett zu bleiben und das Fieber den Rest machen zu lassen, als mich mit 3 Parkeimed, ein paar Antibiotika und den dazugehörigen Magenschutztabletten ins Büro zu quälen. Stärkt auch die Abwehrkräfte. Was sagt Ihr? Wenn ihr auch dieser Meinung seid lest weiter, wenn nicht könnt ihr getrost aufhören und wir wissen voneinander dass wir andere Ansichten haben.
Gut. Ich finde den Placeboeffekt also eigentlich toll. Jetzt ist der aber leider physikalisch/chemisch /biolgoisch schwer zu argumentieren. Psychologisch/Soziologisch wahrscheinlich leichter – kann ich aber nicht, ist nicht mein Gebiet.
Jedenfalls denke ich wird ein Placeboeffekt besser funktionieren, je mehr Leute glauben dass das Placebo funktioniert und je mehr derjenige der es verabreicht dies vermitteln kann – also im Idealfall selber dran glaubt, oder das zumindest gut vermitteln kann. Gepaart mit ein wenig Einfühlsamkeit des Arztes – der sich die Zeit nimmt (klar bekommt sie ja bezahlt) zuzuhören, kann so ein Placebo also ganz gut wirken.
Aber wie schaff ich dass jetzt ein Placebo so zu etablieren dass möglichst viele daran glauben? Keine Ahnung! Aber der Hahnemann hats geschafft. Ausgehend von unserer Annahme am Anfang dass Homöopathie mit einem Placebo gleichzusetzen ist, sind diese Placebos so etabliert, dass sie sogar als Medizin anerkannt sind. Und gerade deshalb ‚wirken‘ sie bei so vielen Menschen
Wenn ihr euch also mit dieser Ansicht leichter tut, könnte man einen Homöopathen als einen Arzt sehen der mit der Handhabung der üblichen Medizin unzufrieden wurde (um viel zu verdienen muss man Patienten möglichst schnell abspeisen und möglichst viele Medikamente verschreiben) und sich dazu übergewechselt ist eine Art Psychologe zu werden, der einem geduldig zuhört sich dann wissend in dicken Büchern wälzt, gut spielt genau das richtige Mittelchen für einen gefunden zu haben und einem dieses verabreicht – mit keinen anderen Hintergedanken als dass allein die psychologische Wirkung des ‚verabreichen eines Medikaments‘ hilft. Wenn er dies als ersten Schritt in einer Behandlungsphase macht und früh genug erkennt, wann die Probleme des Patienten nicht mehr mit psychologischen Tricks zu bekämpfen sind ist das eine wunderbare und durchaus legitime Methode finde ich.
Jetzt bitte nicht über die Entscheidungsgewalt/fähigkeit diskutieren anfangen – normale Mediziner sind sich auch selten über Behandlungsmethoden einig sind, vor allem nicht bei Krankheiten die gern mit Homöopathie behandelt werden.
Gut damit bin ich am Ende meiner ersten Argumentationslinie angelangt. Die zweite geht eher auf die tatsächliche Wirkung der Homöopathika ein und ist deshalb ‚gefährlicher‘. Vor allem als Physiker begebe ich mich damit auf recht dünnes Eis, ich hoffe ich kann meine Ansicht vermitteln ohne einem Naturgesetz zu sehr auf den Schlips zu treten.
Wichtig ist mir hier einmal die Art und Weise der Beweise für die Wirkungsweise von pharmazeutischen und homöopathischen Medikamenten abzustecken. Die ersteren werden z.B. in Labors von biologisch/chemisch/physikalischen Forschungsgruppen entwickelt in dem sie Wirkungsstoffe zusammenfügen und deren Wirkungsweise auf Zelle, oder Bakterien überprüfen. Hat man was vielversprechendes gefunden, geht es in vielen – zeitlich langen – Schritten nach oben , von Gewebe über Mäuse und größeres Getier bis zum Test an Menschen. Sind wir da angekommen und haben alle Tests die Voraussetzungen erfüllt können wir davon ausgehen, dass das Medikament im Menschen das macht was es unterm Mikroskop im Reagenzglas auch gemacht hat und sonst hoffentlich nicht viel. Wir wissen dann nur mehr statistisch was passiert. Genau wissen wir es nicht mehr. Natürlich nicht. Unser genaues Wissen hört nach dem Wasserstoffatom aus, He ist ein 3 Körperproblem und kann analytisch nicht mehr gelöst werden. Da wäre es ein wenig vermessen zu behaupten man wisse genau wie etwas ein einem System wie einem Menschen wirkt. Aber wir sind ja nicht umsonst da wo wir sind – wissenschaftlich – wir haben recht gute Näherungs- und Testverfahren entwickelt mit denen wir mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit aussagen über Dinge treffen können die eigentlich von so vielen Faktoren beeinflusst werden, dass eine gute Vorhersage unmöglich scheint (Wetter als ein anderes Bsp.)
Nun kann ich was die Homöopathie angeht leider keine sauberen Argumente anführen, da ich schlicht nicht weiß wie die Wirkungen getestet werden – außer eben der statistische Vergleich mit Placebos – der eben ziemlich hinkt, weil bei Placebos die psychologische Wirkung eine große Rolle spielt.
Sagen will ich mit dieser Argumentation eigentlich nur, dass wir auch mit Totschalargumenten wie ‚das verstößt gegen dieses und jenes Naturgesetz‘ ein wenig vorsichtig sein sollten. Erstens haben die meisten von uns nur gehört, dass es das tut und es sich nicht selbst überlegt und zweitens wissen wir so wenig wirklich genau, dass man beinahe in jeder Argumentation eine Lücke finden kann.
Deshalb verwenden Esoteriker ja gern Begriffe wie Bell’sche Nichtlokalität und Neutrinostrahlung um z.B. die Einwirkung von Planetenkonstellationen auf unsere persönlichen Eigenschaften zu erklären (Bsp aus einem Astrologiebuch). DAS ist natürlich gefährlich, weil hier Leute die nur die sehr vereinfachte und populärwissenschaftliche Erklärung von sehr komplizierten Effekten verstanden haben – wenn überhaupt – in ihre Argumentationen einbauen.
Um noch einmal zusammenzufassen: Ich möchte mit meinem Kommentar nicht die Homöopathie als Wissenschaft verteidigen, sondern lediglich dazu ermahnen ein wenig vorsichtig und umsichtig zu sein und nicht sofort etwas zu verteufeln, das physikalisch nicht funktionieren ‚kann‘. Homöopathie mag eher in den Bereich der Psychologie oder Soziologie gehören als jener der Molekularbiologie, aber deshalb wäre ich trotzdem recht glücklich drüber wenn man nicht gleich jemanden wissend belächelt der sagt er nimmt homöopathische Medikamente. Das zeugt eigentlich nicht unbedingt von einer toleranten offenen Haltung – vor allem ist es dann schwer zu diskutieren wenn einem das Gegenüber für einen ‚Fundamentalisten‘ hält den man zwar geduldig zuhören sollte, aber dessen Argumente man gar nicht erst anhören braucht, weil sie sowieso nicht fundiert sind.
Ach und nebenbei – Ich kann mit beim Besten Willen nicht vorstellen, dass ein Buch das den dezenten Titel ‚Die Homöopathie-Lüge. So gefährlich ist die Lehre von den weißen Kügelchen‘
einigermaßen objektiv und sachlich argumentiert. Sachlich sauber sei dahingestellt, objektiv wohl kaum, wenn im Titel schon mal klargemacht wird das Homöopathie eine Lüge ist.

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Die Argumentation von R. ist – bis auf die letzten beiden Sätze, die mir unnötig vorkommen, brillant und nachvollziehbar. Gut gemacht.
Da sich hier so viele über HP aufregen und sowieso Schulmedizin und HP als beinahe einzig mögliche Behandlungsmethoden bei Krankheit anzusehen scheinen, möchte ich eine weitere (einem Schulmediziner vermutlich esoterisch vorkommende) “Behandlungsmethode” ansprechen: ich bin eine Mutter und habe – Medikamte hin oder her – die besten Erfahrungen damit gemacht, am Bett meiner kranken Kinder zu sitzen und die Hand zu halten, die Stirn zu kühlen, Tee zu kochen und Märchen vorzulesen, eine warme Wärmflasche oder Eisbeutel aufzulegen. Damit und mit der Zeit, die ich mir für meine Kinder nahm und ihnen Zuneigung und Fürsorge angedeihen ließ, habe ich auf diese Art 90% aller Krankheiten “geheilt”. Ist das wissenschaftlich verifizierbar?
Und bevor mich jemand angreift: ich habe zwar keinen Doktortitel, aber eine fundamentale medizinische Pflegeausbildung. Und bin durchaus in der Lage, eine lebensbedrohliche Erkrankung wie Lungenentzündung, Appendizitis, Zahnschmerzen oder Knochenbruch NICHT mit Händchenhalten zu behandeln sondern eine ärztliche Intervention anzustreben.
Daß HP eine unübersehbare Glaubenskomponente hat, ist offensichtlich. Wenn jemand einen Avatar, einen Glaubensfokus braucht, um an seine eigenen Selbstheilungskräfte zu glauben und damit aktivieren zu können, bitte. Allerdings sollte sich derjenige dann damit zurückhalten, anderen seinen Glauben aufzudrängen. Nur weil jemand Schuhgröße 42 hat, darf er nicht davon ausgehen, daß dies für alle anderern auch gilt. Was mir die meisten HP-Verfechter aber zu tun scheinen.
Herr F., danke für diesen Artikel und die Diskussion.
Und an die Kommentatoren, die wenn ihnen die Argumente ausgehen, mal flott mit dem Doktortitel winken: bevor dieser nicht nachgewiesen ist per Bild oder Link oder Lebenslauf, hat jeder Hinweis darauf absolut nichts zu bedeuten. Und: ein Weißkittel hat nicht automatisch recht. Wie heißt es so schön: zehn Ärzte, zehn Meinungen. Also! :-)
Have a nice day, S.

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http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/11/13/die-homoopathie-luge-so-gefahrlich-ist-die-lehre-von-den-weisen-kugelchen/

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Oh, anscheinend ist die Gefahr groß, mißverstanden zu werden.
Ich stehe HP kritisch gegenüber, aber auch der Schulmedizin. (Herz-OP-Saal, auch da hilft nicht alles. Zum Entwöhnen eines Patienten von der Herzlungenmaschine helfen einem Kügelchen leider überhaupt nicht... es sei denn als Energiespender fürs Op-Team :-) )
"Esoterisch" habe ich gesagt, weil die Schulmedizin (Entschuldigung, das sagt man halt so ;-) ) eher an Apparate, Medikamente, Therapien glaubt als an schlichte menschliche Zuwendung.
Die Wärme der mütterlichen Hand ist noch niemals auf ihre Wirkung hin untersucht worden. Vielleicht weil man - auch nur im Rahmen einer Studie - dieselbe noch nicht einmal für einen kontrollierten (kurzen) Zeitraum den betreffenden Kindern vorenthalten wollte? Aah - das Studiendesign wäre unethisch gewesen, vermutlich.
Irgendein König vor Hunderten von Jahren hatte doch schon herausgefunden, daß Babies, die ohne menschliche Zuwendung aufgezogen wurden, in sehr jungem Alter jämmerlich eingingen... (erbitte den Link dazu. Ich entsinne mich nur dunkel an die Quelle, wo ich das mal gelesen hatte, danke!)

Eine große Gefahr der HP liegt meines Erachtens darin, daß anstelle der Zuwendung der Globulus tritt. Verbunden mit einer krankhaften Selbstbeobachtung und einem übersteigerten Ich-Bezug wird das zu einer explosiven Mischung. Solange das nur für einen selbst gilt, kann man das ja noch gelten lassen - jeder ist seines eigenen Glückes Schmied - aber wenn es um das Wohl von Unmündigen und Abhängigen geht: no way.
Die weiter oben erwähnten Mütter, die sich per Internet über Globuli-Arten austauschten, um die optimale Behandlung für ihre kranken Kinder herauszufinden, hätten besser daran getan, Händchen zu halten. Und gegebenenfalls einen kompetenten Kinderarzt zurate zu ziehen.
Der Reflex "Aua"-"irgendwas nehmen" muß dringend hinterfragt werden. Das gilt für Homöopathika ebenso wie für Aspirin und Co.
Es gibt so viele Erkrankungen und besser gesagt Unpässlichkeiten, das sich einfach durch eine gewisse Ruhezeit beheben ließen. Leider läßt einem die moderne Lebensart (jeden Tag 8 bis 10 Stunden arbeiten plus Arbeitsweg plus Mobbing von Mitarbeitern, weil man ja "schon wieder" ausfiele usw.) einem fast keine andere Wahl, als schnell irgendwas einzuwerfen und wieder zu funktionieren.

Die Ärzte, die ich kenne, haben resigniert, die jüngeren jedenfalls. Sie glauben nur daran, was gemessen und nachgewiesen werden kann... und viele fühlen sich erhaben darüber, daß die schlichte Wärme der mütterlichen Hand tatsächlich viel wirkungsvoller sein könnte als ihr hochwirksames Therapiekonzept. Wieso eigentlich sind in Krebskliniken für Kinder auch die Mütter zugelassen? Weil sie für den Therapieerfolg dringend notwendig sind. Gibt es eigentlich eine Studie, die dies belegt?
Gib dem Kind die Chemotherapie, der Mutter das Kügelchen... wenn es das ist, was sie wollen, und beide werden glücklich sein. :-) (ich kann nicht glauben, daß ich das eben geschrieben habe...)
Sei´s drum.
Schönen Sonntag!
Sathiya
 
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Beim nochmaligen Lesen des Kommentares von R. fallen mir eine Anzahl von Ungereimtheiten und Möchtegerndaseswahrists auf. Schade eigentlich. Da ich wiederum auch wollte, daß es wahr sei... und die Argumentationskette meinen Wünschen entsprach. Argumentative Homöopathie sozusagen - oder umgekehrt.
Es erscheint auch so vollkommen logisch. Zumal wenn vorausgeschickt wird, man selbst sei von Beruf aus dieser oder jener - dann sortieren sich die Argumente von ganz allein in die jeweilige Hirn-Schublade der Leser. Selektives Lesen vom Feinsten. Vielleicht wäre ich nicht so begeistert oder anders begeistert gewesen, wenn er vorausgeschickt hätte, er wäre Hamburger-Brater oder Theologieprofessor. Was dem Kommentar obejektiv gesehen nichts von seiner Tiefe oder deren Fehlen, von seiner wissenschaftlichen Stichhaltigkeit und gesundem Menschenverstand nimmt. Je nach Betrachtungsweise kann man da was völlig unterschiedliches herauslesen.

All you need ist love ... und wer wird denn alles so ernst nehmen ... Sathiya ;-)

Samstag, 17. November 2012

Der Kunde ist König. König?

Über Käufer und Verkäufer, die Ungeduld es einen, den Fehler des anderen, Postlaufzeiten, Vertrauensvorschuß, schnellschnell und billigbillig.
von hier:  http://de.dawanda.com/topic/22/10035945?page=1  (kein Hyperlink)
...
Zum drüber nachdenken erlaube ich mir an dieser Stelle ein Zitat von heute, Urheberin ist eine eBay-Powersellin. Ich finde es – gerade zu diesem Thema – äusserst passend.
Zitat Anfang:
"Sind wir im Ernst nicht mehr fähig, ein paar Tage zu warten.
Wenn das Paket nach einer Woche nicht da ist, ist dann gleicht jeder ein Betrüger oder Faulpelz?
Was ist denn das?
Überall wo man hinschaut wird gehetzt, gejagt und gerannt.
Sei es beim Autofahren, im Supermarkt oder nun im Internet.
Alles ganz schnell und sofort.
Unsäglich noch dazu:
Heute gekauft, heute verschickt und morgen geliefert.
Ja wo soll das denn hinführen?
Das geht doch auf Dauer schief.
Sendungsnummer? Ja aber nur wenns brennt und das Paket in der Pampa liegt.
Was soll das?
Die Meisten arbeiten doch ordentlich. Das ist doch alles belastend.
Schon allein für die LKW Fahrer, die immer mehr Druck haben, immer unkonzentrierter sind. Immer mehr leisten müssen.
Am Ende gibt es mehr Unfälle und depressive Menschen.
Nur weil heutzutage alles super-hyper-schnell gehen muß?
Kontrolle über alles und jeden?
Bäh
So möchte ich nicht leben und werde es auch nicht tun.''
Zum Nachdenken. Warum man in der heutigen Zeit alles immer sofort und ohne Wartezeiten haben muß, gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit.
Meine Auffassung: man sollte sich sehr genau überlegen, ob man das, was einem gerade ins Auge sticht, wirklich wirklich haben möchte und haben muß. Und ob man einem Postfahrer, LKW-Fahrer, Paketdienst das wirklich zumuten will, in Nacht, Nebel, Regen und Schnee durch die Pampa zu fahren, um einem ein Internetschnäppchen zu liefern. Klar, Plattformen wie Dawanda, Ebay, Amazon und andere leben genau davon, aber...

Wie ich darauf komme:
Vor einigen Jahren brauchte eine Bekannte von heute auf morgen einen neuen Kühlschrank oder Herd oder so... sie recherchierte stundenlang im Internet nach dem günstigsten und entschied sich dann für einen, der preismäßig ca. 15 % unter den anderen lag. Der Nachteil: Er mußte von ziemlich weit her angeliefert werden. Am Tag der Lieferung regnete es erst, dann schneite es - und der arme Fahrer auf Landstraßen unterwegs, in der Dunkelheit. Nur damit sie einige Euros sparen konnte, mußte ein Mann seine Gesundheit riskieren, um einen Kühlschrank über 200 Kilometer anzuliefern?! Klar, man könnte sagen, er ist ja selbst schuld, wieso bietet er das an... und er muß ja auch irgendwie Geld verdienen.
Aber so kommt es zu absurden Auswüchsen, daß xy von A nach B kutschiert wird (für unbekannte Kosten - zusätzlich zu den ausgewiesen Lieferkosten) und umgekehrt, nur damit jemand ein, zwei Euro sparen kann.
Ein absurdes System. Absurde Gesellschaft. Absurde Wirtschaft.
Ein Fall von "das Gras in Nachbars Garten ist immer grüner"?

Oops. Wer mir gerade eben nicht folgen konnte - sei beruhigt, ich kann mir eben auch nicht folgen.
Schlimme Kopfschmerzen... Ich werde das morgen oder so noch sortieren.
Have fun! Sathiya


Ergänzung 22.11.:
Realsatire. Herrlich, zum Brüllen. Geduld ist unsere größte Stärke... manchmal auch Schwäche. 
Der Kunde ist König und geduldet sich königlich... so geht´s auch. ;-)  Lesen.
Gefunden hier:
http://sewvintage.wordpress.com/2012/10/10/die-wundersame-welt-der-zahlen-von-stoffe-de/

Freitag, 16. November 2012

Irrverständnis - oder Worte allein reichen nicht

Eben habe ich ein neues Wort kreiert: Irrverständnis. Ein Hybrid aus Irrtum und Mißverständnis.
Als Katalysator diente mir der folgende Diskussionsabschnitt.
Ein erneuter Beweis, daß Worte allein nicht ausreichen.
Es ist wirklich erforderlich, etwas mehr über den Sprecher oder Schreiber zu wissen. Sodann ist ja jedes Wort, jeder Satz an sich frei interpretierbar - und wird außerdem, je nach Lust und Laune, auch ganz nach Belieben ausgelegt.

Ich plädiere erneut dafür, in Blogkommentaren Ironie, Sarkasmus, Witze, Frotzelei und "nicht ganz ernst gemeint" mit deutlichen Worten anzukündigen.
Manchmal hilft allerdings auch das nicht. Manche Menschen wollen eben unbedingt, koste es was es wolle, das letzte Wort behalten und lenken damit von einer durchaus ernsthaften Diskussion ab zu Erörterungen ihrer selbst.
Davon abgesehen: wenn man nichts konstruktives, hilfreiches oder auch nur unterhaltsames beitragen kann - welchen Grund gibt es, dann nicht einfach mal den Mund zu halten?
Aber lest selbst.

Dem folgenden Wortwechsel vorangegangen waren ein Artikel über Homöopathie und eine längere Diskussion mit über 60 Beiträgen. Der aufmerksame Blogleser ;-) wird wissen, um welchen Artikel  es sich handelt.  (Hinter C. verstecke ich mich :-) )  Anmerkungen in rot
A: 
Ich lese und staune – so ein begeistertes Homöopathiebashing!
Und wieder mal schüttle ich den Kopf: haben wir wirklich nix gescheiteres zu tun als Leute auszulachen, weil sie irgendwas glauben?

1
B: 
Statt uns um die verhungernden Kinder in Afrika zu kümmern, A.? Dass die Früchte der Aufklärung vor die Säue geworfen werden, hat weitreichende gesellschaftliche Auswirkungen. Das mag dir egal sein; aber lach die Leute nicht aus, denen es nicht egal ist.
 2
C:
Hallo A.: Hier wird keiner ausgelacht, nur sich gewundert, Fragen gestellt und Antworten gesucht. Daß dabei auch die eine oder andere ironische Bemerkung rüberkommt, ist unvermeidlich.
Wieso nur scheint es in Ordnung zu sein, über Blonde, Frauen, Iren, Religion zu lästern – aber über Homöopathie nicht?

Ich möchte B. (frei interpretiert)zustimmen, Glaube  h a t  globale Auswirkungen, in der Vergangenheit, in der Gegenwart und wird es auch in der Zukunft haben.
Eine mögliche Koinzidenz: die Kinder in Afrika hungern, weil wir in Europa an Homöopathie glauben.
Der mögliche Ausweg: diesen Glauben als Irrglauben erkennen und ablegen. Das Geld, was für Besuche beim Homöopathen und für Globuli ausgegeben wird, direkt nach Afrika schicken. Wenn auch nur ein Zehntel der Deutschen HP-Abhängigen dies tut, wird Brot für die Welt dagegen arm aussehen.
Und dies erscheint mir sinnvoller zu sein, als bei jedem eingebildeten Wehweh eine Handvoll Globuli zu schlucken.

Danke nochmals, liebe Frau B., für Ihren Beitrag und die konsequente intelligente freundliche Moderation der Diskussion!
Liebe Grüße, C.

3
A: Also Moment mal, ich hab weder von Kindern in Afrika gesprochen (das empfinde ich als put-down, B.), noch bin ich diejenige, die irgendjemanden auslacht.
Um es nochmal klar zu machen – ich finde, es gibt gefährlicher Bedrohungen für unsere hart erarbeitete aufgeklärte Kultur als Homöopathie.
Und C. – ich finde es absolut nicht in Ordnung, Witze über Randgruppen zu machen – nicht mal über Herrn Rösler.

4
C:
Entschuldigung, liebe Frau A., ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten.
Witze über Randgruppen – wissen Sie, ich als Frau begreife mich nicht als Mitglied einer Randgruppe. Sie? ;-)
Ein gewisse Form von höflich frotzelnder Skepsis – auch HP gegenüber – muß erlaubt sein, das ist sich eine tolerante aufgeklärte Gesellschaft schuldig.

Die Bemerkung über Herrn Rösler habe ich nicht verstanden. HÄH? (Mit Verlaub :-) )
Lg, C.
5
A: Die Frage, ob wir Frauen eine Randgruppe sind, diskutieren wir ein andermal, Frau C.. Herr Rösler ist bekanntlich in Vietnam geboren und wird deshalb oft für rassistische Witze missbraucht (zuletzt von dem mir verhassten Stefan Raab).
So, und jetzt is mal gut.
 
         6
(Ich hatte Lust, auch darauf nochmals zu antworten, hielt es aber für sinnlos. Herr Rösler und Stefan Raab und Vietnam - den Knackpunkt habe ich immer noch nicht verstanden. ??? Und was haben die zwei mit Homöopathie zu tun? Klugerweise hielt sich Fr. B. vornehm zurück. Manche Bemerkungen sollte man eben einfach so stehen lassen.)

Zum Glück hatte ich eine Homepage hinter dem A. gefunden, so konnte ich diese aufrufen und sehen, daß A. durchaus nicht so bissig und biestig ist, wie sie hier zu sein schien. Pardon, wie sie mir vorkam. Und - Achtung, Ironie!, A. ist keine blonde tiefreligiöse Frau irischer Abstammung ...
Ein neuer Fall für Blogger-Etikette. Sollte ich wohl mal ein Fäßlein aufmachen, ein kleineres. :-))
Ein Irrverständnis: jeder fühlt sich im Recht, jeder will sich verteidigen, jeder versteht die Argumente des anderen absichtlich falsch und zitiert sie dann auch noch verkehrt und aus dem Zusammenhang gerissen.

Alles wird gut... und ja doch, man könnte sich derweil auch um die wirklichen Weltprobleme kümmern. Aber eines der Weltprobleme ist eben leider das Brett vorm Kopf.
Viele Grüße, take it easy, Sathiya

1: ist erst mal in Ordnung. Auch solche Bemerkungen sind erlaubt und können hilfreich sein. Obwohl sie eine Unterstellung darstellen und eigentlich am Thema vorbei gehen.
2: ironisch-freundliche Antwort. Kein Grund für A., motzig zu werden, oder?
3: nach meinem Dafürhalten nur logisch, ansonsten ernst und freundlich. Oder nicht?
4: da fühlt sich jemand auf den Schlips getreten - warum eigentlich?
5: ich wollte es eigentlich gut sein lassen - fühlte mich aber angegriffen, Ton, Wortwahl.
6: und bamm. Da hat sie es aber allen gezeigt. Ende der Diskussion. ;-)

Bei nochmaliger Lektüre des Posts hielt ich es für besser, erst mal Fieber zu  messen. 
Geht´s noch, Frau Sathiya?!  Na, Humor ist´s, wenn man trotzdem lacht. 
In diesem Sinne - let´s roll!     Sathiya 

Donnerstag, 15. November 2012

Erstverschlimmerung

siehe hier:
http://www.vorspeisenplatte.de/speisen/2012/11/uber-die-weite-verbreitung-von-geschutteltem-wasser-und-von-starkekugeln.htm  (kein Hyperlink)

Nachdem ich zunächst irrtümlich glaubte, es handele sich um einen Selbstversuch mit dem modernen "Bubble-Tea"... geht es doch um Homöopathie und das Eingebundensein derselben in politische, wirtschaftliche und bildungshoheitliche Verflechtungen. Da ich durch meine pharmaziestudierende große Tochter dem nicht ganz gleichgültig gegenüber stehe, habe ich mich zu Wort gemeldet.
Lesenswert.
Die folgenden Sätze sind ein Kommentar, der, warum auch immer, von mir nicht dort publiziert werden konnte. Das verstehen allein die Künstlichen Intelligenzen des World Wide Web...
Meine Pharmaziestudentin hat eben laut gelacht, als sie den Beitrag las samt aller Argumente und Kommentare... sie findet´s lustig.
Am besten gefallen ihr "Aspirin und beten" und die "Brötchentherapie".
HP soll jeder so oft und lange nehmen, wie es ihm behagt und nicht schadet, allerdings sollte Selbstmedikation speziell was Schwangere und Kinder angeht, gründlich erwogen werden. Desweiteren sollte man dringend den Reflex "Aua"-"Globuli nehmen" hinterfragen.
Manche (fr)essen ja Aspirin wie andere Tictacs, und mit den Globuli ist das anscheinend nicht anders.
Die Schädlichkeit des Aspirins ist ja bekannt (was die Leute aber nicht daran hindert), aber die Unschädlichkeit von Globuli muß erst noch erwiesen werden (was die Leute auch nicht dran hindert).

Ich frage mich: wenn HP in Form von Globuli tatsächlich so wirksam wäre, daß eine Verdünnung in 12. oder gar 16. Potenz helfen würde, wie genau kommen sie dann auf die Idee, daß das Zeug unschädlich sei?! Es hilft also nur und schadet nicht? Wie soll das gehen? Das heißt ein Globulus hilft, zwei auch, 10 auch, 100...? Wo ist die Grenze für Überdosierung?

Lachhaft finde ich auch die sogenannte "Erstverschlimmerung". Nee, oder?! Was im Übrigen ja zu garantieren scheint, daß ich wochenlang dasselbe Zeug zu mir nehme und damit die HP-Industrie/Apotheken am Laufen halte, immer auf Besserung hoffend, solange, bis mein Körper eingesehen hat, daß er außer Globuli keine Hilfe bekommen wird und anfängt, sich selbst zu heilen. Was er unter Garantie auch ohne Globuli getan hätte, möglicherweise sogar früher. Aber möglicherweise bin ich bis dahin in eine Art psychische Abhängigkeit geraten (von körperlicher wollen wir mal nicht reden - es "schadet" ja nichts)... und der irrigen aber festen Überzeugung, mein Globulikonsum habe etwas mit meiner Gesundung zu tun. Wallfahrt zum Heiligen Globulus.

Ich persönlich finde, Gesundheit und Wohlbefinden unseres Körpers hängt in allererster Linie von der Lebensweise ab. Ernährung, Lebensführung, Glücksgefühl, Liebe. Das kann man weder mit einem konventionellen Medikament noch mit Homöopathika erreichen.

Sie durfte im übrigen auch schon was Globuli-ähnliches herstellen - Pfefferminzpastillen. Mit Schwenken und Tröpfchen zählen und ganz viel positiver Energie. *lach* Tictacs halt.

Ansonsten: eine schöne lesenswerte Diskussion. Köstlich...
Glaubenskrieg um den Globulus. *grinst sich eins*
Lg, Sathiya
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und hier:
http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/11/13/die-homoopathie-luge-so-gefahrlich-ist-die-lehre-von-den-weisen-kugelchen/   (kein Hyperlink)

Die Kommentare zu diesem klugen, gerissenen, ganz und gar parteiischen Beitrag grenzen ja schon an Realsatire. Es ist teils konstruktiv und klug, teils komisch, teils erschütternd, teils mächtig dumm, was man da zu lesen bekommt. Dennoch lesenswert. Vor allem stößt es einen Denkprozeß an - bei denen zumindest, die noch denken können. Oder wollen. Viel Vergnügen! (Warnung - es ist nicht ganz leicht zu lesen)
Mein Beitrag dazu: (man merkt schon, daß ich nicht unbedingt ein Verfechter oder Gläubiger der Homöopathie sein kann, aber mein Grundsatz dazu lautet "leben und leben lassen". Solange mich keiner zu missionieren versucht...)

*Achtung, Ironie!*
Angebot*:
Ich biete ab sofort Globuli in den Potenzen von D-1 bis D-24 für den Adventskalender an. Zum Selbstbefüllen. Jeden Tag wird es Ihnen möglich sein, ein anderes Leiden oder Beschwerden zu lindern. Keine Angst vor der Erstverschlimmerung! Im 24. Türchen ist eine spezielle Überraschung versteckt… was genau, wird noch nicht verraten.
Absolut und garantiert (neben)wirkungsfrei. Bitte beachten Sie den Beipackzettel mit den aufgeführten erlaubten und verbotenen Tätigkeiten.
Mit vorzüglicher Hochachtung,
My Holiness The HP-Guru
*wer das ernstnimmt, dem ist auch nicht mehr zu helfen… aber wenn doch - nehme ich es auch nicht übel und konstruiere flugs aus erwas Papier und Zuckerperlchen einen hochhomöopathischen Adventskalender. Homöopathisches Doktor-Zertifikat vorhanden. Anfragen per Email erbeten. Express-Lieferung bis zum 1. Dezember. Kaufpreis auf Anfrage.
Garantiert nebenwirkungsfrei! Deswegen brauchen Sie auch nicht Ihren Arzt, Apotheker, Homöopathen oder Heilpraktiker zu befragen. Es schadet ja nichts.
*breit grinst*, Sathiya