Dienstag, 29. Januar 2013

(Geheime) Pharma-Tests an DDR-Bürgern

von hier:
http://pravdatvcom.wordpress.com/2012/12/03/auftraggeber-aus-dem-westen-die-geheimen-pharmatests-an-ddr-burgern/  (kein Hyperlink, Text von da)

Ich wußte, daß beispielsweise für Quelle und Neckermann in der DDR Waren produziert wurden, ebenso für IKEA. Das ist nicht zum Lachen, war aber so, konnte man akzeptieren. Zähneknirschend. Aber DAS geht zu weit. Wie konnte man es wagen...!!!
Das Thema war eines der bestgehüteten zwischendeutschen Geheimnisse, außer den Funktionären der DDR und den beteiligten Pharma-Unternehmen Westdeutschlands wußte keiner Bescheid.
Ein Skandal, meine ich.

Waren und sind nicht Versuche am Menschen OHNE deren Zustimmung illegal und unethisch?! Das Problem beschäftigt mich unter anderem deswegen, weil meine erwachsene Tocher Pharmazie studiert und sich als Ziel gesetzt hat, in der Arzneimittelforschung zu arbeiten. Ich bin zutiefst besorgt, ob ähnliche Praktiken auch heute noch angewandt werden, und wenn ja, wann, wo und von wem. Gerüchteweise habe ich gehört/gelesen, daß halb Südafrika den Arzneimitteltests Israels dienen soll (ein Gerücht hoffentlich, das hoffe ich aus tiefstem Herzen)... kann denn das sein?!
Aber - bitte selbst lesen. Ich bin schockiert, was alles im Namen des Geldes in Ost und West möglich war. Ein Kapitel der Schande, eins von vielen.
Auftraggeber aus dem Westen: Die geheimen Pharmatests an DDR-Bürgern

Jahrelang hat die klamme DDR ihre Bürger verkauft – als Versuchskaninchen für Medikamententests westlicher Pharmafirmen. Nun hat ein Fernsehteam aufgedeckt, wie die Machenschaften zwischen Ost und West funktionierten.

Als hätte er es geahnt. Gerhard Lehrer, in einem DDR-Krankenhaus in Dresden wegen eines Herzinfarkts behandelt, gab die Medikamente, die man ihm gegeben hatte, nicht zurück. Drei Wochen nach der Entlassung Lehrers – dem sechzigjährigen Elektriker ging es immer schlechter statt besser – wird der Mann plötzlich von der Klinik aufgefordert, das Medikament abzusetzen, sofort. Und zurückgeben soll er alle Pillen, die er noch übrig hat. Lehrer tat das nicht. “Heb’ sie gut auf, vielleicht kannst du sie ja mal brauchen”, sagte er zu seiner Frau. Gut ein Jahr später starb er.
Seine Witwe Anneliese Lehrer hat die rote Schachtel bis heute aufgehoben. Es sei schon merkwürdig gewesen, erzählt sie, bei der Einweisung Anfang Mai 1989 hatte der behandelnde Arzt die rot-weißen Kapseln noch vollmundig gelobt. “Die bekommen sie nur bei mir”, hatte er gesagt. Als riskante Pharmatest-Praktiken in DDR-Kliniken durch einen Fernsehbericht im MDR bekannt werden, meldet sie sich beim Sender. Im pharmazeutischen Labor der Uni Leipzig werden die Kapseln analysiert. Ergebnis: Es ist kein Wirkstoff darin enthalten.
Ein Schock – und die plötzliche Gewissheit: Gerhard Lehrer war ein Versuchskaninchen bei Arzneimitteltests – in dem Teil der Studiengruppe, die ein Placebo, also ein wirkungsloses Scheinpräparat, erhielt. Einem schwer herzkranken Mann wurde eine echte Therapie vorenthalten.

Gefährliche Allianz westlicher Pharmakonzerne
Wie Recherchen der Journalisten Stefan Hoge und Carsten Opitz für ihren Film “Test und Tote” belegen, war die DDR Ende der achtziger Jahre zu einem der wichtigsten Testgebiete für neue Arzneimittel avanciert. In der Dokumentation kommen nicht nur betroffene Patienten und deren Angehörige zu Wort, auch Pharmahistoriker und ein früherer Manager des Hoechst-Konzerns erklären, wie es zu den umfangreichen Arzneimitteltests kommen konnte. Bisher unzugängliche Akten belegen die planmäßige Zusammenarbeit von staatlichen Institutionen, Ärzten und westlichen Pharmakonzernen.
Eine Nummer auf der Medikamentenschachtel von Gerhard Lehrer brachte die Journalisten auf die Spur: In lange verschollen geglaubten Unterlagen des DDR-Gesundheitsministeriums lässt sich der Arzneimitteltest zuordnen: Lehrer war ohne sein Wissen Teilnehmer einer Studie des Wirkstoffs Ramipril geworden. Der Pharmakonzern Hoechst war auf der Suche nach neuen Anwendungsgebieten für den erfolgreichen Blutdrucksenker.

Mangelwirtschaft begünstigte die Deals
Begünstigt wurden die geheimen Pillentests in der DDR durch zwei Entwicklungen: Insbesondere in den achtziger Jahren entwickelte sich der sozialistische Staat zur Mangelwirtschaft. Es fehlte nicht nur an Südfrüchten und Autoersatzteilen: Auch Ärzte konnten ihren Patienten nicht immer alle benötigten Medikamente verordnen. “Es gab durchaus auch Apotheken, die 20 Prozent der Präparate nicht mehr liefern konnten, zu bestimmten Zeiten”, berichtet Pharmaziehistoriker Christoph Friedrich von der Uni Marburg. “Und das setzte sich natürlich auch in den Kliniken fort.”
Genau in dieser Phase erlebte die Pharmaindustrie die Auswirkungen des bis dahin größten Arzneimittelskandals. Weltweit kamen Anfang der sechziger Jahre mehrere tausend Neugeborene mit schweren Fehlbildungen zur Welt, deren Mütter Contergan eingenommen hatten. Ende 1961 nahm die Firma Grünenthal ihr Beruhigungsmittel vom Markt. Infolgedessen verschärfte die Regierung in Westdeutschland die Zulassungs-bedingungen für neue Medikamente. Ein wirklich neues Arzneimittelgesetz trat erst 1978 in Kraft, seitdem müssen Patienten über ihre Rechte und die Risiken in Studien aufgeklärt werden.

Westgeld für Menschentests
Die neuen gesetzlichen Auflagen zur Marktzulassung zwangen die Hersteller zu umfangreicheren klinischen Studien ihrer Präparate an großen Patientengruppen. Sie verschärften die notwendige Suche nach mehr testwilligen Ärzten und Patienten zusätzlich. Eines dieser neuen Testgebiete fanden die westdeutschen Unternehmen in der DDR.
In dem Staat waren Ende der siebziger Jahre die Klagen über Mängel im Gesund-heitssystem der Ärzte unüberhörbar geworden, berichtet Journalist Opitz aus den Stasi-Akten. Um eine schnelle Lösung jenseits der Planvorgaben zu erreichen, habe der DDR-Gesundheitsminister Ludwig Mecklinger mehrere Brandbriefe direkt an Erich Honecker geschrieben. Hierin warnt er sogar vor steigenden Zahlen ausreisewilliger Ärzte. Honecker reagiert in einer Nacht- und Nebelaktion. Er weist den Zugriff auf die für den Ernstfall gebunkerten Staatsreserven an.
In einer geheimen Sitzung mit für das Gesundheitswesen verantwortlichen Zentralkomitee-Mitgliedern werden im Frühjahr 1983 die Weichen für einen folgenschweren Deal gestellt, berichtet Historiker Friedrich. An ausgewählten Kliniken sollen Ärzte für westliche Pharmaunternehmen klinische Tests von noch nicht zugelassenen Medikamenten durchführen.
Das dafür eingenommene Westgeld sollte hauptsächlich für Investitionen in den eigenen Kliniken dienen. Zuvor wurden hier nur West-Medikamente getestet, die für den Import genehmigt werden sollten. “Sie nannten das ‘immateriellen Export’”, sagt Opitz, der für den Film in zwei Jahren zahllose Dokumente durchforstet, Experten und Zeitzeugen befragt hat.

Kopfprämie in D-Mark
Wie der Handel konkret lief, wie West-Konzerne Verträge mit der als GmbH agierenden DDR-Außenhandelsfirma schlossen, davon erzählt die Dokumentation. In monatelangen Verhandlungen wurde knallhart um Fallpauschalen für jeden erfolgreich durchgeführten Test gefeilscht. Wie gut diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit lief, belegen die Akten des Gesundheitsministeriums. Von 20 Auftragstestungen im Jahr 1983 steigt ihre Zahl auf 165 im Jahr 1988.
“Wir waren keine dummen DDR-Bürger”, sagt Hubert Bruchmüller. “Wenn das da so festgelegt ist, hat man das einfach so gemacht.” Der heutige Invalidenrentner hatte eine Sportlerkarriere einschlagen wollen, eine unentdeckte Herzkrankheit machte dem Elektromonteur einen Strich durch die Rechnung. Der damals 30-Jährige wurde ins Bezirkskrankenhaus Lostau bei Magdeburg geschickt, eine der wenigen Spezialein-richtungen im Land.
An ihm wurde – ohne sein Wissen – das Medikament Spirapril von Sandoz getestet. Während seiner Zeit im Krankenhaus erlebte er, wie sein Bettnachbar eine Herzattacke bekam – “ich habe den nie wieder gesehen”. Bis Dezember 1989 starben während dieser Auftragsstudie in Lostau sechs der 17 getesteten Menschen. Dann wurden die Ärzte gestoppt, berichten die Journalisten aus den Akten des Bundesarchivs.

Lukratives Geschäft bis zum Mauerfall
Die Testklinik DDR schloss mit dem Mauerfall ihre Pforten – bis dahin verdiente der Staat Millionen an D-Mark. Wie viel er an jeder Auftragsstudie verdient hat, lässt sich nicht mehr herausfinden. Der Großteil der Akten ging nach der Auflösung des Gesund-heitsministeriums der DDR verloren. Einzelne Auftragsstudien mit Medikamenten haben nachweislich bis zu 860.000 DM eingebracht.
Auch die journalistischen Recherchen über die Aufklärung der Patienten bringen keine Klarheit. Trotz wiederholter Anfragen in den Archiven der Krankenhäuser und der beteiligten Pharmafirmen blieben die rechtsgültigen schriftlichen Einwilligungser-klärungen der Patienten verschollen. Natürlich habe man die Nachfolger von Hoechst und Sandoz angefragt, sagt Opitz. Sanofi-Aventis sei ganz kooperativ gewesen und hat einige Prüfakten von Gerhard Lehrer aus dem übernommenen Hoechst-Archiv geschickt.
Doch weder die Verbände der Pharmaindustrie noch die zuständigen Ministerien konnten angeblich einen einzigen Verantwortlichen finden, der Ahnung von den grenzüberschreitenden Tests hatte. Dagegen konnten die Journalisten sogar jene Mitarbeiter ausfindig machen, welche die Tests von Hoechst in der DDR tagtäglich organisierten. Auf der West- und Ost-Seite wurden Interviews vor der Kamera jedoch kategorisch abgelehnt.
Ein einziger ehemaliger DDR-Arzt war zu Aussagen über seine Auftragstestungen an den befragten Patienten bereit. Die meisten DDR-Mediziner würden ihr Gesundheitswesen gern als von politischen und wirtschaftlichen Zwängen freien Raum in Erinnerung behalten, vermutet Journalist Opitz. Dass dies keineswegs so war, zeigt seine Dokumentation.
ARD, 3. 12. 2012, 23.30 Uhr: Tests und Tote, (Deutschland, 2012, 45 min, MDR), Regie: Stefan Hoge, Carsten Opitz, Hannes Schuler.
Quellen: MdR/Neo Productions/SpiegelOnline vom 03.12.2012
Und gleich noch einen passenden Link hinterher: In Indien sieht es nicht anders aus. Ein Trost?!
Titel: Gewissenlose Pharmafirmen testen Medikamente an ahnungsloser indischer Bevölkerung.
http://pravdatvcom.wordpress.com/2012/09/13/gewissenlose-pharmafirmen-testen-medikamente-an-nichtsahnender-indischer-bevolkerung/  (kein Hyperlink)
Das ist eher trostlos... Mir fehlen die Worte. - ... -

Wie immer entschuldige ich mich an dieser Stelle für die Übernahme des kompletten Textes, und werde ich  auf Aufforderung wieder entfernen. Ich meine jedoch, das Thema sollte aktuell diskutiert werden, und deswegen die größtmögliche Verbreitung erfahren, und ich möchte dazu beitragen, soweit es mir möglich ist. 
Nicht vergessen! Nicht unter den Tisch kehren!

Montag, 28. Januar 2013

Reblogged: Schrei

Dies ist ein Beitrag von meinem Wordpress-Blog Sathiyas Wordpress
Das Thema ist mir wichtig, deswegen gibt es denselben Beitrag hüben wie drüben zu lesen.

inspiriert von diesem Beitrag:  
cat-und-kascha-rote-tupfen.blogspot.de/2013/01/es-gart-aufschrei.html   
(kein Hyperlink, bunter Text von da)

Ich habe jetzt eine Zeit lang überlegt, hier etwas zum Thema #aufschrei und der gerade geführten Sexismusdebatte zu schreiben. Grund ist, dass es Themen gibt, bei denen die Überschneidungen mit meinem Beruf sehr stark sind und es manchmal ungemütlich für mich ist, auf dem Grat zwischen dem DIY-Bloggen als C*** und dem Leben als komplette Person zu balancieren. Auch wenn ich den Anspruch habe, dass DIY Bloggen und gesellschaftspolitisches Bloggen bei mir zusammengehören. Aber da Gemütlichkeit an dieser Stelle nicht die entscheidende Kategorie ist, werde ich trotzdem dazu schreiben. Denn ich halte die Debatte für äußerst relevant und diskussionswürdig – mehr noch, diese Debatte verändert was. 

Ich habe einen Twitteraccount, den ich nur beruflich nutze. Freitag habe ich lange überlegt, ob ich mich an der #aufschrei Aktion beteiligen möchte, ob ich mich nicht beteiligen müsste um Teil dieses öffentlichen Aufschreis zu sein und um solidarisch mit all denen zu sein, die sich dort äußern. Ich habe es dann nicht getan, weil ich mich unwohl bei dem Gedanken gefühlt habe, Personen, mit denen ich beruflich verbunden bin, würden meine konkreten Erfahrungen mit Sexismus und Grenzverletzungen lesen und fortan mit mir verbinden.  ...

... und weiter im Text, wenn die Adresse aufgerufen wird. Es sind auch schon einige lesenwerte Kommentare dazugekommen.

mein Kommentar dazu: (ja, er erscheint von etwas anderem Grundton zu sein, als mein letzter Beitrag zum Thema (auf Wordpress). Ich habe meine Meinung dazu überdacht und geändert, wo es nötig war.)

Danke für den Post. Er spricht aus, was ich zuerst nicht einmal zu denken wagte.
Ich kann darüber nicht lachen. Ich habe es für mich auch zunächst abgelehnt, mich mit meinen persönlichen Sexismus- und Chauvinismus-Erfahrungen öffentlich zu machen, aus genau den gleichen Gründen. 

Ich gebe zu, auch ich gehörte zunächst zu den Frauen, die das Problem zuerst nicht sahen (nicht sehen wollten?) und die sich öffentlich Äußernden mit von Überempfindlich bis Selbst schuld be(ver?)urteilten. Aber nun nicht mehr. 

Es ist definitiv ein allgemeines gesellschaftliches Problem, das zu lange mit "Einzelfall" diagnostiziert und per "stell dich nicht so an"-Befehl mundtot gemacht wurde.

Wo ist nur die "gute Kinderstube", sprich Erziehung, hingeraten? Ach ja, sie wurde Opfer des männlich-konkurrierenden Lebensentwurfes moderner Frauen, die einfach keine Zeit mehr haben, ihren Kindern eine gute Kinderstube mitzugeben. 

Das System gefällt mir nicht. Es gefällt mir nicht, daß viel mehr Frauen, als ich gedacht hätte, nicht nur einmal im Leben sondern mehrfach am Tag als Objekt betrachtet und behandelt werden.Ändern wir was. Schon um unserer Töchter und unserer Söhne willen. Ich bin dabei!! 

(Zornige) Liebe Grüße, Sathiya


Ich bin gespannt, was sich (und ob überhaupt - als gelernter Pessimist ist diese Vermutung obligatorisch) ändern wird. Ich fürchte, auf Gesetzesebene wird sich da nicht viel tun - es ist ja schon alles da - Gleichheitsgrundsatz, Frauenbeauftragte, besserer Schutz für Mütter und und und... aber an der Gesellschaft und ihrer tendenziösen Entwicklung hin zu wennichdaswüßte hin hapert es. Mein letzter Vorschlag, Etikette-Unterricht obligatorisch für alle zu machen, wird mir immer sympathischer. Machbar? Keine Ahnung.  
Aber wer - wenn nicht wir? Wann - wenn nicht jetzt?!

Reblogged: Wer ist schuld an der Krise

von hier:  http://uhupardo.wordpress.com/2012/07/13/wer-ist-schuld-an-der-krise/ (Text von da)
derselbe Beitrag bei heise:  http://www.heise.de/tp/artikel/37/37150/1.html

Wer ist schuld an der gegenwärtigen Krise?
Je weiter sich die Krise zuspitzt, desto stärker dominieren wechselseitige Schuldzuweisungen den öffentlichen Krisendiskurs in nahezu allen westlichen Ländern. Inzwischen scheint es geradewegs so, als ob wirklich jede Nation und jede relevante gesellschaftliche Gruppe durch Fehlverhalten irgendwie zu dem Desaster beigetragen habe, das sich derzeit in Europa vor unseren Augen entfaltet.

In nahezu ganz Europa wird beispielsweise die Bundesregierung für die Eskalation der Schuldenkrise verantwortlich gemacht, die mit ihrem Sparkurs den europäischen Währungsraum in den Kollaps treibe. Einen bisherigen Höhepunkt dieser anschwellenden Kritik am deutschen Spardiktat in der Eurozone stellte die jüngste Titelstory der linksliberalen britischen Wochenzeitung New Statesman dar, die Merkel zum “gefährlichsten Führer der Welt” erklärte und als einen im Sparfetisch verfangenen Terminator darstellte, der wegen der ansteigenden Selbstmordraten in Südeuropa bereits “Blut an den Händen” kleben habe.
Auch außerhalb von Europa nimmt die Kritik an Deutschland inzwischen einen konsensartigen Charakter an, wie deutsche Medien während des G20-Gipfels bemerken mussten: ...

Ein überaus lesenwerter Artikel, den ich dringend zur Lektüre empfehlen möchte.
Er gibt keinen Handlungsweisen vor, sondern versucht, aus unter anderem historischer Sicht einen Blick auf die Ursachen der gegenwärtigen Situation zu werfen. Da es leider neuerdings Mode geworden zu sein scheint, die Existenz einer Krise zu verleugnen oder die Ursachen bei jedem anderen außer bei sich selbst zu suchen, eine beunruhigend lange Reihe von Politikern absolut keine Ahnung von den Prinzipien des Systems an sich und den Zusammenhängen zu haben scheinen (im Blog uhupardo gibt es eine Reihe von mehr oder weniger lustigen Artikeln und politik-freudschen Versprechern, die einem leider das Lächeln aus dem Gesicht wischen) und der Großteil der Einwohner Deutschlands sich lieber mit GZSZ und Schlagt den Raab abgibt, als mal das System zu hinterfragen (na, so weit will ich gar nicht gehen. Aber ein wenig Fähigkeit zur Selbstkritik muß doch da sein?) - und im übrigen dieser Satz zu lang geraten ist.
Lange Rede kurzer Sinn: den Artikel lesen. Einfach lesen. Und die eine oder andere anerzogene Spinnwebe oder Beschwichtigungs-Schleier wird aus dem Bewußtsein entfernt. Ich bin erschrocken über das Ausmaß des Ganzen. Sehr erschrocken.

Grüße, Sathiya

Weitere passende Lektüre:  
http://www.leap2020.eu/GEAB-N-71-ist-angekommen-USA-Marz-bis-Juni-2013-Ende-der-lebenserhaltenden-MaSnahmen-f%C3%BCr-den-kranken-Mann-der-Welt_a13071.html

Samstag, 26. Januar 2013

Legitimitätslieferant

Der Philosoph Peter Sloterdijk
schreibt zur systematischen Entpolitisierung, “Bürgerausschaltung“:
In der repräsentativen Demokratie werden Bürger als Lieferanten von Legitimität für Regierungen gebraucht. Deswegen werden sie in weitmaschigen Abständen zur Ausübung ihres Wahlrechts eingeladen. In der Zwischenzeit können sie sich vor allem durch Passivität nützlich machen. Ihre vornehmste Aufgabe besteht darin, durch Schweigen Systemvertrauen auszudrücken.
von hier:     http://existenzistmenschenrecht.wordpress.com/sammelsurium/   (kein Hyperlink)

Das ist es, so scheint es in den letzten Jahrzehnten in Deutschland zugegangen zu sein.
Ob dies mein Unbehagen angesichts der übergestülpten westlichen "besseren" Demokratie erklärt?

Durch Schweigen Systemvertrauen ausdrücken.
Genau dazu werden in den Schulen unsere Kinder erzogen - "halt den Rand und gehorche", "passe dich an und gehe mit der Masse" und "du kannst doch nicht aus der Reihe tanzen, sieh, die anderen ziehen auch mit" wird ihnen schon ganz früh eingebleut.

Hatte ich nicht letztens erst sowas ähnliches mit der lieben Plattform für Handmade with Love erlebt? Wer schweigt, stimmt zu?

Dazu paßt auch das letzens bei der ersten Wahl des Jahres in Deutschland spür- und meßbarem massiven Verständnisverlust gegenüber den Regeln der Demokratie und ihres Werkzeuges, der Wahlen.
Als man sich aufregte über Leihstimmen der CDU oder SPD an die FDP (oder so ähnlich, ich habe es ehrlich gesagt nicht ganz verstanden).
Ich muß zugeben, mit dem Wahlprozedere kenne ich mich überhaupt nicht aus - was für mich ein Grund ist, nicht zur Wahl zu gehen. Wie auch, wenn ich nicht verstehe, was genau ich da tue und welche Auswirkungen es hat. Ellenlange Listen, einen Wahlzettel von der Größe eines Tafeltuches, 60 und paar zerquetschte Kreuzchen, die man setzen darf - und wehe, man verzählt sich, dann ist der ganze Stimmzettel ungültig.

Ich habe es zwar aus dem Politikunterricht meiner Großen mitgelernt, wie es geht (vor allem das Prinzip der Überhangmandate - nur was zum Teufel IST das?!?!), aber verstanden habe ich es nicht. Politikverdrossenheit im Lande, Wahlverweigerung - kein Wunder. Der Normalbürger durchblickt schon längst nicht mehr, was er da tut und wozu genau er seine Zustimmung gibt bzw. zu geben glaubt.
Aber wer schweigt - stimmt ja zu, so ist das bei uns im Land, und es ist gewollt.

Ich hätte da einen Vorschlag: um die Wahlverweigerer ebenfalls mit einzubeziehen, müßte jede Wahl danach gewichtet werden, wieviel Prozent der Wahlberechtigten überhaupt angetreten sind, um ihr demokratisches Grundrecht wahrzunehmen, und jede abgegebene Stimme mit dem entsprechenden Wert zwischen 0 und 1 multipliziert werden. DAS würde mal ein realistisches Bild der Meinung und des Willens des Volkes abgeben. Und die Politiker würden vor Schreck erblassen...

Greetings, Sathiya

Freitag, 25. Januar 2013

Artgerechte Haltung von Männern und Frauen

http://frankover.wordpress.com/2012/11/23/artgerechte-haltung-von-mannern-frauen/ 
(kein Hyperlink, Textauszüge von da)

LOL, heute gefunden, besser geht es nicht...!!!

Auszüge:
§ 4 Ernährung
Der Mann ist ein Allesfresser. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, sollte man ihm neben dem Dosenfutter ab und zu frisches Gemüse oder Salat vorsetzen. Alkohol sollte nicht grundsätzlich verboten werden, da er ihn sich sonst zusammen mit anderen Artgenossen anderweitig beschafft. Für Süßigkeiten gilt im wesentlichen das Gleiche. Vorsicht vor Überfütterung! Bedenken Sie, daß ein fetter Mann schnell unbeweglich wird und damit im Bett und im Haushalt nicht mehr so leistungsfähig ist.
Allgemeine Bestimmungen
Sich eine Frau zu halten, ist bei weitem nicht mehr so problemlos wie zu Großmutters Zeiten, und es erhebt sich die Frage, ob sich die Haltung einer Frau überhaupt noch lohnt.
Ein brauchbares Expemplar solle mindestens zwei der nachfolgend genannten Voraussetzungen erfüllen.

§ 1 Grundlegende Eigenschaften
Abs 1 Sie sollte nützlich sein (den Mann anhimmeln, ihn bewundern und fleißig im Haushalt sein).
Abs 2 Sie sollte herzeigbar sein (d.h. ihr Aussehen sollte kein Mitleid erregen).
Abs 3 Obige Punkte können außer Acht gelassen werden, wenn § 2 zutrifft.

Viel Vergnügen, Sathiya

Montag, 21. Januar 2013

Praktische Ethik

Gefunden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Singer   (kein Hyperlink)
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/im-gespraech-peter-singer-sind-sie-der-gefaehrlichste-mann-der-welt-11108221.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Praktische_Ethik  


Ich muß beschämt gestehen, daß ich noch nie etwas über und von Peter Singer gehört habe. Ich lese auch keine Tageszeitungen und die modischen philosophischen Diskussionen verfolge ich auch nicht. Auch habe ich es mir angewöhnt, wenn irgendwo ein Aufschrei im Blätterwald oder in den Nachrichten kommt, generell und aus Prinzip erst einmal wegzuhören. In einem Nebensatz eines Blogs (kalliopevorleserin.wordpress.com) bin ich auf den Namen gestoßen:
... Schließlich gibt es auch sehr wenige Argumente, regelmäßig zu essen (Hungergefühl, Esslust, sozialer Zusammenhalt, Lebenserhaltung – das ist schon alles). Trotzdem wird niemand, wahrscheinlich nicht einmal Peter Singer, ernsthaft behaupten, es gebe nicht genug Argumente fürs Essen, mithin sei Essen aus philosophischer Sicht unnötig. ...
Das klang so abwegig und gleichzeitig so interessant, daß ich den verlinkten Namen aufrief.

Wofür setzt Singer sich ein?
Sein Hauptwerk befaßt sich mit Ethik - Tierethik, Bioethik, angewandte Ethik, Interessenabwägung. Moral und Interessen der individuen, Beschreibung dessen, was eine Individuum ausmacht, und die praktische Anwendung der neuen Ethik.
Ich glaube, ich besorge mir das Buch aus der Bibliothek und lese es selbst.
Was ich dazu und darüber bei Wikipedia lesen kann, schockiert mich einerseits, weil es den etablierten Meinungen und dem, was man für richtig erachtet, teilweise extrem entgegenläuft, andererseits ist es ein anderer modernerer Denkansatz und der erscheint mir auf gewisse Weise akzeptabel, zumindest überlegenswert zu sein.

In seinem Buch Praktische Ethik bezieht Peter Singer noch deutlicher Stellung und arbeitet seine Form des Präferenzutilitarismus allgemein aus und wendet sich auf verschiedenen Gebieten der angewandten Ethik an. Im allgemeinen Teil des Buches bezieht er Stellung zu grundlegenden Fragen der normativen Ethik wie: Welche Zwecke und Mittel sind wann genau legitim? Warum soll der Mensch überhaupt moralisch handeln? Wie kann er erkennen, was in einem konkreten Problemfall moralisch gutes Handeln wäre? Singer begründet dabei ein Prinzip der gleichen Interessenabwägung, das Gleichheit nicht auf gleiche Behandlung, sondern auf gleiche Berücksichtigung der Interessen bezieht. Es gibt für ihn keine moralische Rechtfertigung für die Nicht-Berücksichtigung von Interessen. Auch bei der Fähigkeit, Schmerz und Wohlergehen zu empfinden, seien entsprechende Präferenzen (Schmerz zu vermeiden und Wohlergehen zu erreichen) zuzuschreiben, was insb. auch Tiere mit solchen Fähigkeiten in das utilitaristische Kalkül einbezieht.
Singer misst der biologischen Zugehörigkeit eines Wesens zur menschlichen Spezies an sich selbst keine moralische Relevanz bei. Relevant werden nur Eigenschaften wie Schmerzempfinden und Selbstbewusstsein (welche bei manchen biologischen Menschen fehlen und andererseits bei manchen nichtmenschlichen Tieren vorhanden sind). Eine Bevorzugung allein auf Grund einer Spezieszugehörigkeit bezeichnet er als „Speziesismus“, der sich moralisch nicht rechtfertigen lasse. Als „Personen“ versteht Singer Wesen, die sich ihrer selbst, in einem zeitlichen Kontinuum bewusst sind. Diesen schreibt er aufgrund der dadurch ausbildbaren weitergehenden Präferenzen mit Bezug auf diese „besonderen Wert“ zu.
Die moralische Bewertung einer Tötung anderer Lebewesen ist nach diesem Ansatz abhängig von deren individuellen Eigenschaften (und den Eigenschaften aller übrigen Betroffenen, etwa von Angehörigen). Die Tötung eines anderen Lebewesens verstoße, so Singer, im Allgemeinen gegen das Interesse des Lebewesens, weiterleben zu wollen, und sei daher in den meisten Fällen moralisch schlecht.
Peter Singer äußert sich in diesem Buch auch zu Schwangerschaftsabbrüchen, einer Tötung von Neugeborenen und Sterbehilfe. Weitere Themen sind die weltweite Armut, die Asylproblematik und Themen der ökologischen Ethik.   (Quelle: Wikipedia)

Muß noch darüber nachgedacht werden? Unbedingt! Samt offener Diskussion der grundlegenden Definitionen von Begriffen wie Menschenwürde, Menschenrecht, und überhaupt Mensch als empfindungsfähiges Wesen. Die Philosophen haben es nicht leicht... vor allem in Deutschland nicht, das sich zu diesem Thema seit 1945 extrem schwertut und jede Überlegung einer (Neu-)Definition von Ethik und Moral sofort an der Meßlatte des Nationalsozialismus mißt.

Grüße, Sathiya


Ergänzung 25.1.: 
siehe hier.   http://kalliopevorleserin.wordpress.com/2013/01/24/ich-praferiere-peter-singer-nicht/

Die Blogautorin hat sich auf Anregung/meiner Bitte erbarmt und sich mit dem Thema auseinandergesetzt, in einem guten Text.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich Peter Singer insgesamt weiterhin gut finden kann? Einige seiner Aussagen gehen überhaupt nicht mit meinen Ansichten und vor allem Gefühlen, was richtig und was falsch sei, konform.
Vor allem diese Aussage der Glücksmaximierung ist abscheulich. (Text von eben da)
Wenn der Tod eines behinderten Kindes zur Geburt eines anderen Kindes mit besseren Aussichten auf ein glückliches Leben führt, so ist die Gesamtsumme des Glücks größer, wenn das behinderte Kind getötet wird. Der Verlust glücklichen Lebens im Fall des ersten Kindes wird überwogen durch den Gewinn glücklicheren Lebens im Fall des zweiten Kindes. Wenn die Tötung eines Kindes mit Hämophilie keine nachteiligen Folgen für andere hat, wird es in Ordnung sein, es zu töten.
Da fehlen mir die Worte. Nicht auszudenken, wenn eben dies ein Deutscher geschrieben hätte...
Überhaupt ist es befremdlich, wieso Leben und Nichtleben allein auf Glücksmaximierung ausgelegt werden sollte, der materielle Nutzen eines Lebewesens seine Lebensberechtigung wiederspiegeln würde. Das ist nicht gut.

Sonntag, 20. Januar 2013

Brisantes Thema

hier gefunden:
http://forum.republik-freies-deutschland.org/viewtopic.php?f=70&t=1398&sid=6fa56bd562560dd3c144d2e0eb8be7ee   (kein Hyperlink, kursiver Text von da)

Ach ja. Wahr oder falsch? Richtig und gut oder falsch und schlecht?
Wo liegt die Wahrheit?

Nebenbei nachgefragt: die (fragwürdige) Rechtmäßigkeit der Bundesrepublick Deutschland.
Ist die BRD ein legitimer Staat, in Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches? Im Web sind diverse Quellen zu finden, die tatsächlich eine Nichtrechtsfähigkeit des Konstruktes Bundesrepublik belegen.
War die Übernahme der DDR - auch gern Beitritt und euphemistisch Wiedervereinigung genannt - legitim? . Hätte die BRD die DDR einfach so sang- und klanglos schlucken dürfen? Hätte es 1990 überhaupt sein müssen, aus Sicht der DDR, die sich eben erst einen neue rechtsstaatliche Verfassung gegeben hatte? Oder war es eher eine politisch (Kanzler Kohl) bzw. finanziell (Gorbatschow) motivierte Übereinkunft - ein gigantisches Monopoly?
War alles schlecht, was das Label DDR trug?

Zur geneigten Lektüre die ersten Artikel der Verfassung der abgelaufenen DDR. Die Worte klingen schön, wahr unf gut, geradezu ideal. Aber war es auch so? Ich habe die DDR nur als Kind und junge Erwachsene (20 Jahre) erlebt - beurteilen kann ich das also nicht wirklich. Wer damals wußte, was gut für ihn war, sah zu, nicht zuviel zu wissen... Trotzdem, lesen und eine Meinung bilden.
Präamble
Von dem Willen erfüllt, die Freiheit und die Rechte des Menschen zu verbürgen, das Gemeinschafts- und Wirtschaftsleben in sozialer Gerechtigkeit zu gestalten, dem gesellschaftlichen Fortschritt zu dienen, die Freundschaft mit anderen Völkern zu fördern und den Frieden zu sichern, hat sich das deutsche Volk diese Verfassung gegeben.

A. Grundlagen der Staatsgewalt

ARTIKEL 1
(1) Deutschland ist eine unteilbare demokratische Republik; sie baut sich auf den deutschen Ländern auf.
(2) Die Republik entscheidet alle Angelegenheiten, die für den Bestand und die Entwicklung des deutschen Volkes in seiner Gesamtheit wesentlich sind; alle übrigen Angelegenheiten werden von den Ländern selbständig entschieden.
(3) Die Entscheidungen der Republik werden grundsätzlich von den Ländern ausgeführt.
(4) Es gibt nur eine deutsche Staatsangehörigkeit.

ARTIKEL 2
(1) Die Farben der Deutschen Demokratischen Republik sind Schwarz-Rot-Gold.
(2) Die Hauptstadt der Republik ist Berlin.

ARTIKEL 3
(1) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.
(2) Jeder Bürger hat das Recht und die Pflicht zur Mitgestaltung in seiner Gemeinde, seinem Kreise, seinem Lande und in der Deutschen Demokratischen Republik.
(3) Das Mitbestimmungsrecht der Bürger wird wahrgenommen durch:
Teilnahme an Volksbegehren und Volksentscheiden;
Ausübung des aktiven und passiven Wahlrechts;
Übernehme öffentlicher Ämter in Verwaltung und Rechtsprechung.
(4) Jeder Bürger hat das Recht, Eingaben an die Volksvertretung zu richten.
(5) Die Staatsgewalt muß dem Wohl des Volkes, der Freiheit, dem Frieden und dem demokratischen Fortschritt dienen.
(6) Die im öffentlichen Dienst Tätigen sind Diener der Gesamtheit und nicht einer Partei. Ihre Tätigkeit wird von der Volksvertretung überwacht.

ARTIKEL 4
(1) Alle Maßnahmen der Staatsgewalt müssen den Grundsätzen entsprechen, die in der Verfassung zum Inhalt der Staatsgewalt erklärt sind. Über die Verfassungsmäßigkeit der Maßnahmen entscheidet die Volksvertretung gemäß Artikel 68 dieser Verfassung. Gegen Maßnahmen, die den Beschlüssen der Volksvertretung widersprechen, hat jedermann das Recht und die Pflicht zum Widerstand.
(2) Jeder Bürger ist verpflichtet, im Sinne der Verfassung zu handeln und sie gegen ihre Feinde zu verteidigen.

ARTIKEL 5
(1) Die allgemein anerkannten Regeln des Völkerrechts binden die Staatsgewalt und jeden Bürger.
(2) Die Aufrechterhaltung und Wahrung freundschaftlicher Beziehungen zu allen Völkern ist die Pflicht der Staatsgewalt.
(3) Kein Bürger darf an kriegerischen Handlungen teilnehmen, die der Unterdrückung eines Volkes dienen.
</em>

DDR-Verfassung vom 7. Oktober 1949 Quelle http://www.documentarchiv.de/ddr/verfddr1949.html#prae

Mit der Einsetzung dieser Verfassung vom 7. Okt. 1949 hat die DDR die Nachfolge des deutschen Reiches im vollem Umfang angetreten, laut ihrem Anspruch sogar für ganz Deutschland.
Aber selbst wenn man davon ausgeht, das sie sich nur auf das Staatsgebiet der DDR (dem Teilgebiet) bezog, ist das deutsche Reich auf dem Staatsgebiet der DDR durch die deutsche Demokratische Republik und ihre Verfassung am 7. Okt. 1949 abgelöst worden.
Was sagt man dazu?!
Nachdenklich, Sathiya

Samstag, 19. Januar 2013

I won the lottery - and you didn´t?

Was es nicht alles gibt!
Siehe hier.

Braucht wer ein paar pounds? Ich gebe gern ein paar ab, fällt mir nicht schwer, ist nix, sind ja virtuelle...

Amüsant: das putzige Deutsch.
Was darf ich mir unter "Besetzung" vorstellen? Und "th" steht für was? Thailand?

Was genau wollen die Leute eigentlich von einem, wenn sie solche Mails versenden? Diesmal sogar ohne "bösen" eingeschlossenen Link.
Ich bin ratlos.


Greetings, Sathiya

Mittwoch, 16. Januar 2013

Jetzt geht´s rund - Negerlein reloaded

Ich fühle mich schon beinahe subversiv, wenn ich das Wort Neger schreibe, und schuld daran sind die Wortverbesserer. Ihre Gegner und Unterstützer habe es geschafft, daß mir das Wort an sich, obwohl für mich immer neutral besetzt, neuerdings komisch und anstößig vorkommt.
von hier: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2013/01/15/achtung-die-sprachpolizei-kommt-die-kleine-hexe-wird-bedroht/  (kein Hyperlink)

Ich bin wirklich verwundert und enttäuscht, von diesem Blogautor Zustimmung zur Anpassung veralteter nicht mehr gebräuchlicher Worte an den modernen Sprachgebrauch in Kinderbüchern, aktuell "Die kleine Hexe", zu lesen. Ich verstehe nicht in Gänze, warum er dem zustimmt, und wieso er es für nicht schlimm hält. Er versucht es zu erklären, aber seine Erklärungen der Art "wollt ihr wirklich, daß euer Kinder in Büchern solche Worte lesen" ist für mich keine Erklärung sondern ein Statement, dem ich mich so nicht anschließen kann und will.

Ich fühle mich leider auch unangenehm an Orwells Neusprech erinnert.
Wir sollten uns und unseren Kindern mehr zutrauen. Vor allem bei all der weltumfassenden Disneyisierung bilden Preußlers Kinderbücher und andere Klassiker einen wohltuenden Gegensatz. Die sollten so belassen werden, auch wenn da Worte drin vorkommen, die heute in anderem Sinn verwendet werden.
Kinder, die Schimpfworte verwenden, haben sie in aller Regel nicht aus Kinderbüchern, sondern von Erwachsenen oder älteren Geschwistern/Freunden gelernt. Die anstößigen Worte aus Kinderbüchern zu löschen, bewirkt imo leider das Gegenteil – nämlich daß solcherlei Worte erst recht benutzt werden und erst recht im schlimmstmöglichen Sinn.

Habe ich mich in ihm geirrt, ihn für integrer, weiser gehalten? Möglich. Aber ich bin ja auch nicht die letzte Instanz.
Diesmal stört mich außer dem Inhalt - über den man sich seine eigene Meinung bildet - auch der Ton. Am unangenehmsten fiel mir auf, daß diesmal anderslautende Meinungen noch weniger als sonst geduldet wurden, von akzeptiert mal ganz zu schweigen. Sie als dumm bezeichnet zu sehen, war, direkt vom Blogautor kommend, doch recht - schockierend, zumal ich darin keine Dummheit erkennen konnte, sondern eine abweichende Meinung, die vielleicht nicht so glücklich formuliert vorgetragen war.
Es ist mir zu diktatorisch, zu polemisch, und zu sehr mit "Ich hab recht und du nicht und deshalb ist deine Meinung dumm" behaftet, eine Entwicklung, die ich nicht gutheißen kann. Ebenso ist die Angewohnheit vieler Kommentatoren nicht besonders hilfreich, einem anderen Kommentator die Sätze, die er geäußert hat, Stück für Stück und Wort für Wort zerkaut zu servieren und auf Kleinigkeiten herumzureiten. Und wenn einem die Argumente ausgehen, wird schnell die verbale Keule des Sexismus und Faschismus usw. gezückt oder man wird persönlich. Ich kann diese Art Kommentiererei, Satzseziererei, nur das wahrnehmen, was einem paßt und den Rest ausblenden, nicht leiden ... und finde es schwierig bis unmöglich, mit diesen Methoden ein Gespräch zu führen.) Wieder was gelernt.

Ich kann anderslautende Meinungen durchaus verkraften, bitte auch darum und beherzige sie in meinen weiteren Überlegungen. Ich habe mir sogar alle Links im obengenannten Beitrag angesehen - aber außer aufgeregtem unlogischen politischen Aktionismus und Vorverurteilungen nicht viel mitgenommen - und ich war/bin sogar bereit, meine eigene Haltung und Meinung zum Thema zu überarbeiten (siehe Post Zehn kleine Negerlein - erste Aufregung übers Thema), sofern es mir logisch und wünschenswert erscheint.

Ich verstehe die Intentionen des Verlages, unmodern und unverständlich gewordene Worte durch heute gebräuchliche zu ersetzen. Ich hätte es vielleicht sogar gut gefunden, wenn es nicht ausgerechnet mit dem "Das Gott"-Fauxpas der aktuellen Familienministerin und deren per Zeitungsinterview verkündeten privaten Vorlesegewohnheiten zusammengefallen wäre. Das hat auch auf mich - und ich bin mir ziemlich sicher, auch auf viele andere - den Eindruck gemacht, als ob der Verlag in einer Art vorauseilenden Gehorsams die anstößigen Wörter entfernen wolle, und überangepaßt politisch korrekt sein wollte. Und das machte in unangenehmer Weise den Eindruck, als ob Politik jetzt sogar Kinderbücher zensiere. Die Reaktion der Menschen war vorhersehbar - das heilige Kinderbuch so zu entstellen...!! Böse, böse, böse... (Ironie)

Ich gebe zu, das Timing des Verlags war ungünstig. Ein halbes Jahr vorher oder später hätte sich vermutlich kaum einer aufgeregt. Oder nicht so sehr, und auch die Medien hätten kein gefundenes Fressen gewittert. Naja, aber wir haben ja bald Wahl  - da sind wieder mal alle Mittel recht. Ich glaube, das wird uns noch - mehr oder weniger subtil - aufs Brot geschmiert, um das Wahlvolk zu bewegen, in jemandes Sinne wählen zu gehen.
Zehn kleine Negerlein - ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Einige Kommentatoren haben sehr vernünftige unaufgeregte Ansichten, und drücken sich gut aus. Einige gießen Öl ins Feuer und reiten auf einzelnen Satzbestandteilen herum, ohne auch nur zu versuchen, die Absichten des Schreibers verstehen zu wollen. Ich halte eine weitere Diskussion deswegen für unmöglich und sinnlos.

Und was den Verlag angeht: er macht sowieso was er will. Ich bin nun aber wirklich neugierig, welches Wort als Ersatz fürs Negerlein herhalten wird, wirklich neugierig.
Edit: die Szene wird wohl ganz umgeschrieben, da darin auch noch Türken und Chinesen vorkommen. Da fehen mir die Worte.

Das war mein letztes Wort - howgh, ich habe gesprochen.    ;-)   Sathiya

Montag, 14. Januar 2013

Wachstum. Wachstum?

von hier: http://stevecutts.wordpress.com/2012/12/27/man/   (kein Hyperlink, Bild von da) - Ein Zeichentrickfilmchen eines talentierten Künstlers mit scharfem Blick fürs Wesentliche.


Ein Mensch erscheint auf der Erde und geht seinen - sagen wir - Weg. Recht drastisch dargestellt - aber wahr. Mir gefiel es gar nicht, mich und die gewohnte vertraute Zivilisation darin wiederzuerkennen.

Zum Überdenken unseres Verständnisses zum Thema Wachstum - Umwelt - Umgang mit anderen anregend.
Die Hauptperson - ein Mensch - läßt ein gewisse achtlose empörende Sorglosigkeit und das Gefühl absoluten Überwesentums erkennen, Hauptsache, dem, was er für den Sinn des Lebens hält, wird augenblicklich Rechnung getragen. Er tut, was er tut, weil er Lust darauf hat und weil er es KANN.
Enden wir alle auf einem riesigen Müllberg?
Wohin gehen wir nur... ???

Ein berührender, schockierender Trick-Film. Mir ist das Lachen vergangen und das Lächeln im Gesicht gefroren. Nicht mal der Filmschluß kann einen versöhnen.
Der Film bringt mich zum erneutes Nachdenken über Decroissance und anderes.

Gedanken dazu willkommen. Grüße, Sathiya