Mittwoch, 26. November 2014

Auf Wunsch einer einzelnen Dame:

Gastbloggerbeitrag 

Liebe Sathiya,
anbei das versprochene Busen-Bild, welches ich Dich bitten wuerde mit
folgenden Worten auf den 'neuen blauen Blog' einzustellen; bitte/danke
herzlichst:


An aaalle anonymen und NICHT-anonymen vor allem maennl. Interessenten aus Bloggerkreisen und damit vielleicht wieder einmal Ruhe in meiner email-box diesbezgl. herrscht:
Jungs, ich kann ja bestens verstehen, dass Ihr alle nuuur mein Bestes wollt, aber DAS gebe ich nicht an Jeden her - sorry; NICHT einmal als (wenn auch seeehr verspaetetes) 'Eintrittsgeld' auf einem mir einst sehr lieben Blog ;-). Nachdem ich aber mit Einstellung dieses Bildes ohnehin dessen aufgrund der Blogger-Bedingungen 'enteignet' bin, koennte sich auch der Herr dieses beliebten Blogges selbst bedienen - zumal bester Umgang/Koennen diesbezueglich mir von ihm bekannt ist, ergo: auch in seine liebevollen Haende ;-) :-D.
Ich hab' sie vorsichtshalber zur Unterscheidung beschriftet, damit sie selbst mir nicht durcheinander kommen = sollte man ja weder mit Liebhaber-Namen - so wie mit viiielen anderen Sachen auch nicht - machen ;-)
Winke, winke, Kuss-Hand und liebste Gruesse = ich mag Euch (trotzdem) ihr raffinierten Rackers = nur ab und zu bin ich doch auch ein klitzekleinwenig gescheit - leider nicht immer = neue Chance - neues Glueck f. Euch ;-) !  Gerlinde

Auf daß es nützen möge. Hoffnungsvoll, Sathiya

Montag, 24. November 2014

Verstand

Verstand ist etwas, dessen kurze Reichweite, Beschränktheit oder gar Fehlen einem selbst am wenigsten auffällt. Isso. ;-)
So viele glückliche damit  minder gesegnete Zeitgenossen, und keiner davon ob fehlenden oder nicht ausreichenden Verstandes bestürzt, traurig oder in Verzweiflung. Ganz im Gegenteil - jeder abgebrochene Fingernagel / graues Haar (ladies) oder Kratzer im Auto / besorgniserregend niedrige Biervorräte (gentlemen) wird eher bemerkt und bewirkt stärkere Gefühlsausbrüche als der Mangel an Verstand.
Nur Außenstehende können das Verstandesniveau reell beurteilen, das ein Mensch einnimmt.
Als ich heute den Ausdruck "gesunder Frauenverstand" las, war es beinahe um meinen Verstand geschehen.
Mit ein bisschen gesundem Frauenverstand können wir schnell lernen, grundsätzliche Fehler in der Erstellung dieser Zahlenwerke und die Fragwürdigkeit von deren Interpretation zu erkennen. ( von hier - http://www.rehmnetz.de/gleichstellungsrecht-blog/statistik-fuer-gleichstellungsbeauftragte-i/ - es geht um Statistiken und deren Glaubwürdigkeit)
Und ich dachte immer, es gäbe nur den gesunden Menschenverstand (oder kurz: GMV).

Was genau IST "gesunder Frauenverstand"? Etwas, das nur Frauen verstehen? Nur Frauen einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht oder Vorbildung? Oder nur Frauen, die sich die Nägel in Studio xy machen lassen?
Oder bedeutet diese Wortschöpfung eine Art launige Stimmungsaufhellung, um etwas schwieriges weniger schwierig erscheinen zu lassen, und um - ganz im Trend von Do it yourself - mal eben auf eigene Faust bzw. Frauenfaust die Statistiken auswerten und nach Gusto zu interpretieren? Noch dazu, da bereits "ein bißchen" davon ausreichen würde...??
Hmm, da fällt mir doch glatt Pippi Langstrumpf ein. Ich erinnere mich da an ein Lied "...ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt". :-)

Ich glaube, ich sollte mal meinen "gesunden Frauenverstand" suchen, wo ich ihn hingetan habe, um ihn nicht vor der Zeit abzunutzen, um ihn auf Funktionsfähigkeit zu überprüfen oder um zu sehen, ob die Batterien wieder mal aufgeladen werden müßten. (Verflixt, hört sich das nicht verd*** noch mal nach einem smartphone an?? Oder etwa nicht???!!!) Und im Alltag werde ich weiter meinen gewohnten GMV verwenden... :-)

Immer schön die Nerven behalten und gelegentlich wieder aufladen - Grüßle, Sathiya

Donnerstag, 13. November 2014

Supermarkt

http://www.ltm-ulm.de/de/Bilder/Referenzen/nikolaus.jpgIn den letzten Monaten sind einige meiner Lieblings-Supermärkte umgestaltet worden. Die Wände wurden erneuert, die Regale anders aufgestellt und enger zusammengerückt, die Lebensmittel diagonal durch den ganzen Markt umsortiert. Um die Grundnahrungsmittel Butter, Brot, Milch, Eier, Äpfel und Schokolade zu kaufen, vollführt man neuerdings eine Art "Dies ist das Haus vom Nikolaus"-Super-Orientierungslauf im Supermarkt.

Das wäre ja noch akzeptabel, wenn nicht gleichzeitig das Sortiment zur Hälfte umgestellt oder erneuert würde. Man findet seine gewohnten Lebensmittel nicht mehr und/oder sie haben gleich auch noch ein neues Verpackungs-Layout und eine Verbesserung der Rezeptur bekommen. Nun gut, damit kann ich leben.

Es wurden die Abstände zwischen den Regalreihen verringert, daß nur noch mit Müh und Not zwei Standard-Einkaufswagen aneinander vorbeipassen, aber nur, wenn dahinter keine XXXXL-Menschen herkeuchen, und allenthalben stehen Riesentrolleys mit frischer Ware, die noch einsortiert werden muß. Meist genau vor dem Regalabschnitt, den man angesteuert hat. Geschenkt, damit werde ich fertig.

Noch was: das Markt-Design. Scheint es heute in Mode zu sein, daß die höherpreisigen Supermärkte sich in dunkelgrauer Grundfarbe ergehen? Also dunkelgrauer Boden, dunkelgraue Wände, dunkelgraue Decke (wenn überhaupt eine Decke da ist - frei sichtbare graue Rohre und Leitungen), dazu grelle Spotlights, und nervige Musik. Geschenkt, das geht alles noch.

Aber Grund des Unmuts: die Kassen. Die Kassen!! Wie, in Dreiherrgottsnamen, soll jemand, der mehr als drei Artikel kauft, diese auf dem Mini-Platz direkt neben dem Kassenterminal abgestellt bekommen, um sie zu bezahlen? Von in Ruhe einpacken rede ich gar nicht erst? Es gibt höchstens genügend Platz für eine Packung Milch, Streichhölzer und ein Stück Butter, der Rest fällt runter... es ist genau wie beim Discounter. Aldi z.B. hat solche Kassen des Typs "Schnell weg mit dir, du blöder Mensch, nun, da du bezahlt hast, bist du nicht mehr interessant, hast deine Schuldigkeit getan, verzieh dich, Mohr! Bewegung!" und man kann jedem nur raten, seine Einkäufe so schnell wie möglich in den Einkaufswagen oder die Tasche zu fegen, damit man nicht von der Kassiererin per Todesblick umgebracht wird, weil man den Betrieb aufhält, und damit ohne Zeitverlust der Nächste abgefertigt werden kann. Diese Art Kasse.
Ich will eine altmodische Kasse, mit Platz. Wo meine Einkäufe gescannt werden und dann in eine Art Auffangbereich gleiten, wo ich sie nach dem Bezahlen in Ruhe einpacken kann, wo ich mich auch nach dem Bezahlen noch wertgeschätzt fühle und mich schon auf den nächsten Einkauf freue. Ich will keine Kasse, bei der ich schon sehe, daß mit "Der Kunde ist König" direkt nach dem EC-Karten-Terminal Schluß ist. Grad, daß kein Schild dasteht, auf welchem "Raus hier" geschrieben steht. Oder gibt es solche Schilder und ich habe sie bisher immer übersehen?

Jedenfalls, der heutige Einkauf war grau in grau. Grauer Himmel, graue Wände, dunkelgraue Böden, das Regal mit meinem Lieblingsnaschwerk glänzte mit gähnender Leere in grau. Und dazu die Kasse. In dunkelgrau auch Kassenband und die Kassiererin. :-)

Ichh hoffe, die nächste Supermarktrenovierung beginnt noch vor Weihnachten. ich hätte da einen Farbvorschlag: rot. Malt einfach alles rot an. - Sathiya

Dienstag, 11. November 2014

Schulpflicht 2

von hier: http://sciencefiles.org/2014/11/07/bundesverfassungsgericht-stellt-eindeutig-fest-kinder-gehoren-dem-staat/  (kein Hyperlink, kursive Texte von da)

Das Schulgesetz samt Schulpflicht (und zwar Anwesenheitspflicht - keine Bildungspflicht) sah ich schon immer kritisch. Ich finde, wenn es Eltern leisten können und wollen, ihre Kinder selbst zu unterrichten, dann sollte das ohne wenn und aber möglich sein. Hausunterricht mit staatlich festgelegtem Bildungsplan meinetwegen. 

Kurze Vorgeschichte: eine Familie hat ihre Kinder jahrelang selbst zuhause unterrichtet und wurde deswegen angeklagt und verurteilt. Wegen Verstoßes gegen das Schulgesetz. Die Urteilsbegründung ist ein scharfer Wind, der allen mit Hausunterricht liebäugelnden Eltern ins Gesicht bläst und sie davor warnt, das staatliche Indoktrinationsmonopol ja nicht in Zweifel zu ziehen. Ich hoffe sehr, daß sich die Familie davon nicht einschüchtern läßt und weiterhin für das Recht auf Bildung und die freie Entscheidung darüber, wie diese Bildung erworben wird, eintritt.

Dieser Satz aus der Urteilsbegründung darf einfach nicht wahr sein:
...der in Art. 7 Abs. 1 GG verankerte staatliche Erziehungsauftrag der Schule dem elterlichen Erziehungsrecht gleichgeordnet ist...
Äääh - seit wann genau gibt es diesen "Erziehungsauftrag der Schule", seit wann ist er dem elterlichen Erziehungsrecht gleichgestellt? Bin ich etwa in der DDR, wo genau dies eindeutig in der Verfassung stand - um die "Heranbildung einer sozialistischen Persönlichkeit" (frei zitiert) zu bewirken?!?!?! Was soll denn hier herangebildet werden, unter der Oberhoheit des Staates - der weltmarkttaugliche Vielzweckbürger etwa?!?

Und das nächste darf auch nicht wahr sein - die Verurteilten haben gegen ihre Verurteilung Klage erhoben, sogar eine Verfassungsklage. Diese Klage wurde nicht von den Richtern angenommen. Wie bitte?!?!? Ein Klage wird nicht angenommen, obwohl in einem Rechtsstaat jedem Verurteilten Rechtsmittel gegen das Urteil zur Verfügung stehen (sollten/müssten)? Ich bin kein Jurist, aber das hört sich für mich schwer nach Willkür und Rechtsbeugung an.

Das hier ist auch kaum zu glauben - wann waren die Richter zum letzten Mal zu Besuch an einer öffentlichen Schule?
...vermag nichts an der Verpflichtung zu ändern, die Kinder an dem Unterricht einer nach dem Hessischen Schulgesetz anerkannten Schule teilnehmen zu lassen. Denn die Allgemeinheit hat ein berechtigtes Interesse daran, der Entstehung von religiös oder weltanschaulich motivierten „Parallelgesellschaften“ entgegenzuwirken und Minderheiten zu integrieren.
Da bin ich platt. Wer genau ist die "Allgemeinheit"? Und wer die "Minderheit"? Wieso hat sie ein Interesse daran, Minderheiten zu integrieren? Welches Mitspracherecht haben denn dabei die "Minderheiten"?

Da gibt es einiges zu ändern im Lande.
Als erstes - ersatzloses Streichen der Schulanwesenheitspflicht. Dafür das Recht auf Bildung in die Pflicht zur Bildung umschreiben. Die Kinder sollen ein Recht auf Schulbesuch haben, verbunden mit einer Bildungspflicht, die jeweils zu festen Terminen mit dem Ablegen von Prüfungen nachgewiesen werden muß. Ich bin mir sicher, daß ein derartiges Recht viel besser angenommen würde, als eine dröge, bei Nichtnachkommen mit Strafe bewehrte, Pflicht zu erfüllen. Bis auf die üblichen Faulpelze und Unbelehrbaren natürlich, die die Abschaffung der Schulpflicht als Geburtstagsgeschenk ansehen und ab sofort legal schwänzen. Aber die gab es schon immer, da hat auch eine Schulpflicht nichts daran geändert.

Der Hammer ist auch dies: (gefunden über einen Link in den Kommentaren - http://www.freiewelt.net/wie-laut-soll-ich-denn-noch-schreien-oder-die-schulpflicht-der-staat-und-der-tod-10036017/ (kein Hyperlink, ein geniales Plädoyer gegen den Schulzwang und für die Freiheit des Geistes, blauer Text von da))
'zitat' Mit ihr [der Schulpflicht] haben die Eltern hinzunehmen, dass der Staat als Bildungs- und Erziehungsträger im Umfang des schulischen Wirkungsfeldes an ihre Stelle tritt, womit ihre Möglichkeit, unmittelbar in eigener Person pädagogisch auf ihre Kinder einzuwirken, auf den außerschulischen Bereich beschränkt wird.
(BVerwG 6 C 12.12 vom 11.9.2013, Abs. 21)
Das ist absolut nicht akzeptabel. Wo leben wir denn? Sind 25 Jahre Mauerfall nicht genug, haben wir es etwa wieder am Hals, das aufgeblasene "Wir und nur Wir (pluralis majestatis) bestimmen über euer Leben und ihr habt nichts aber auch garnichts dabei mitzureden"-Gesocks?!?!

Wutschnaubend, Sathiya 

Sonntag, 9. November 2014

25 Jahre Mauerfall

Na, was soll man dazu sagen. Herzlichen Glückwunsch.

Nur... Wer wünscht sich nicht manchmal die Mauer zurück?
Damals wußte man noch, wer der Böse, der Feind war, der einem alles wegnehmen wollte, die die eigenen Lebensweise bedrohte... damals war die Welt noch schön säuberlich in Gut und Böse, Freund und Feind, Ost und West geteilt.
Warum die Mauer genau fiel, ist bis heute ein Geheimnis geblieben. Es war aus Sicht der ehemaligen DDR-Bewohner ein Wunder- der Weg ins Paradies war endlich frei!, aus der Sicht der normalen Bundesbürger eine Katastrophe - was, die sollen wir alle auch noch durchfüttern? :-) Für einige wenige BRDler (und DDRler) war es ein Segen - ich denke da an gewisse Politiker und B- bis Z-Promis. Der aktuelle Bundespräsident zum Beispiel wäre ohne Mauerfall nicht der, der er heute ist...

Was ist in all den Jahren mit uns geschehen?
Eine Generation junger gesamtdeutscher Menschen wurde geboren, wuchs auf und wurde erwachsen.  Für diese jungen Menschen ist die Mauer und die Geschichte der jahrzehntelangen deutschen Teilung ein Mythos, der ihnen fremd ist. Sie haben ihre eigenen Probleme und die ehemals zwei Staaten auf deutschem Boden werden ihnen immer schnurzegal sein.
Wir anderen älteren haben jeweils unser (böses) Alter Ego verloren. Und den Job, die Lebensgrundlage häufig gleich mit. Sowohl in Ost als auch in West wurden Lebenskonzepte komplett über den Haufen geworfen. Statt des billigen türkischen Arbeiters kam der billige Ostdeutsche. Der hatte ja leider auch keine Wahl und wäre lieber bei sich geblieben. Aber es half ja nichts. Seit einigen Jahren kommen auch noch die billigen Polen und Tschechen, die auch keine Wahl haben - das ist aber eher Material für einen Post mit dem Titel "25 Jahre Schengener Abkommen". Das wird auch noch lustig...!!
Wir haben eine neue Währung. Weiß der Kuckuck, warum die D-Mark verschwinden mußte - das konnte mir aus Sicht des einfachen Bürgers noch nie jemand zufriedenstellend erklären. Aus Sicht der DDR-Büger war das erst recht unverständlich - es geht einem gegen jedes Gefühl. Der Euro war nie so hart wie die D-Mark. Schon das Papier... schlechtes Design. :-)))
Wir haben verschiedene Parteikonstellationen durch. Wenn ich mir das so anschaue, fällt mir, ich weiß nicht warum, immer ein Weihnachtslied ein "Alle Jahre wieder..." das Parteienleben und -regieren in Deutschland ist zyklisch. Warten wir mal ab, was uns der aktuelle Zyklus so bringt.
Krieg und Frieden - ja, das ist auch noch so ein Thema. Wir sind alle für den Frieden, logisch! Wer wenn nicht wir?? Und dennoch stehen auf der Welt verteilt Soldaten der deutschen Armee in Kriegsgebieten, kämpfen und bilden fremde Soldaten aus. Es verkauft die deutsche Rüstungsindustrie lustig Waffen in Krisengebiete und das Parlament sprich Öffentlichekeit sprich Volk hat kein Recht darauf es zu erfahren. Wie sehr mich das fatal an die totalitären Seiten der DDR erinnert, kann ich gar nicht sagen. Man predige öffentlich Wasser und trinke heimlich Wein - schon ist man Deutscher.  Heine.
Bildung. Ist Ländersache. Kein Wunder, daß Deutschland Pisa-Studienmäßig am Ende der Bildungskette rumsabbert. Daran wird sich auch nichts ändern - denn Bildung ist Ländersache. Muß gespart werden. Sollen halt die Eltern Nachhilfestunden bezahlen. In Ost und West. Hilft ja nix.
Der Rest - lassen wir das. Bin ja kein Volksverhetzer. ;-)

Jedenfalls - Jubelfeiern und Gottesdienste allenthalben. Besonders in Berlin, wo die Mauer stand. Oder nur in Berlin.
Denkt eigentlich noch jemand an all die Mauertoten?

Nachdenklich, Sathiya

Sonntag, 2. November 2014

Diskriminierung?

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskriminierung  (kein Hyperlink, kursiver Text von da)
Das Wort Diskriminierung stammt von dem aus dem lateinischen Verb discriminare „trennen, absondern, abgrenzen, unterscheiden“ im Spätlateinischen abgeleiteten Verbalsubstantiv discriminatio „Scheidung, Absonderung.“ Das Verb diskriminieren wurde im 16. Jahrhundert in der wertneutralen Bedeutung „unterscheiden, sondern, trennen“ ins Deutsche entlehnt und ist dort seit dem 19. Jahrhundert kontinuierlich belegt. Seit dem späten 20. Jahrhundert bedeutet es mit negativer Bewertung „jemanden herabsetzen, benachteiligen, zurücksetzen“, zunächst im Politischen und dann vor allem im sozialen Bereich, während die ältere wertneutrale Bedeutung des Verbs nur noch vereinzelt fachsprachlich erscheint.
Interessant ist, daß der Begriff der Diskriminierung erst seit den 1970er, 1980er Jahren eine deutlich negative Bedeutung erlangt hat, und zwar nicht unbedingt nur politisch, ethnisch, religiös oder geschlechtlich/sexuell, sondern auch auf Alltagsbefindlichkeiten bezogen. Beinahe jeder bezeichnet sich heute diskriminiert, wenn sich daraus auch Profit schlagen läßt. Das scheint eine neue Modeströmung zu sein. ;-)

Dem ausführlichen Artikel der Wikipedia möchte ich noch diesen Aspekt hinzufügen: es gibt für gewisse Menschen offenbar auch noch eine 'gefühlte Diskriminierung'.
Beispielsweise dann, wenn sich eine nicht ganz schlanke und damit offensichtlich ziemlich unzufriedene Dame beim vorlesen eines Kinderbuches durch die Beschreibung einer handelnden Person der Form "die dicke Frau" persönlich beleidigt, in ihrer Ehre gekränkt und - ganz modisch - sogar wegen ihres Aussehens/Gewichts gebasht und diskriminiert fühlt.
siehe hier: http://blogs.stern.de/abschaffungderproblemzonen/das-will-ich-nicht-lesen-dicken-diskriminierung-in-kinderbuechern/  (kein Hyperlink)

Persönliche Befindlichkeiten und Augenblickslaunen zu einer Diskrimierung hochzustilisieren ist wahrlich ein starkes Stück. Man kann über soviel dümmliche Arroganz und die dreiste Ignoranz wahrer Diskriminierung nur den Kopf schütteln. ^.^

Aber jedem Tierchen sein Pläsirchen, wie mein bester Freund immer zu sagen pflegt
In diesem Sinne -    Sathiya

Freitag, 17. Oktober 2014

Was ist aus dem #waagnis geworden?

Vor einem Jahr im Sommer (Juni 2013) tönte es laut und enthusiastisch durch die social media Szene: #waagnis
http://kleinerdrei.org/2013/06/lebe-wohl/  (kein Hyperlink)

Werft weg eure Waagen! Ihr seid schön, wie ihr seid, auch ohne jeden Tag früh, mittags und abends auf diese Folterinstrument zu steigen! Befreit euch von der Abhängigkeit! Hoch lebe die neue Freiheit! Wer braucht schon eine Waage! Niemand niemand lalalalalaaa!
Es gab eine Riesenecho, Dutzende Frauen nahmen das #waagnis auf sich,entsorgten ihre Waagen und berichteten auf allen Kanälen darüber.

Was ist eigentlich daraus geworden, frage ich mich.
Frage eigentlich nur ich mich das?

Haben alle, die so öffentlich ihre Waagen weggeworfen haben, diese auch ja auf dem Müll gelassen oder etwa heimlich wieder hereingeholt? Man/frau hasste diesen Sklaventreiber in Waagenform ja aus ganzem Herzen, war aber gleichzeitig zutiefst abhängig von der #zahl, die auf der #waage erschien. Je niedriger desto besser - je höher, desto schlechter war auch die Grundstimmung, mit der in den Tag gestartet wurde. Hat sich etwas zum Guten geändert? Oder hat frau sich heimlich eine neue gekauft und steigt nach wie vor jeden Tag darauf, diesmal aber ohne die Möglichkeit, vor ihren Freundinnen und Followern über die böse Zahl jammern zu können? ;-)
Wie haben sich wohl Aussehen, Stimmung, Gewicht, Lebensgefühl verändert, nun, da das Kontrollinstrument weg war?

Wo ist das #waagnis geblieben? Warum liest man nichts mehr darüber? :-)
Da war doch noch was - ach ja, der #aufschrei. Wo ist der denn hin? In Unisex-Toiletten runtergespült? :-)

Aus dem #aufschrei ist ja mittlerweile ein Buch geworden. Ähm, ja. Ich habe Auszüge davon gelesen, leider. Das Beste daran waren (wie so häufig in letzter Zeit) die Ein-Stern-Rezensionen bei amazon.
Werden wir in nächster Zukunft etwa auch ein #waagnis-buch lesen dürfen - Arbeitstitel "Weil ein Waagnis nicht reicht"? Mit nützlichen Links zu modernsten Körperfettanalysenwaagen mit Vibrationsplattform, die man zu einem unschlagbaren Preis, aber nur noch in den nächsten 15 Minuten erwerben könne. (<sarkasm>)

Auf das es nützen möge.
Lasst es euch gutgehen. Enjoy life - Sathiya

Dienstag, 7. Oktober 2014

Fundamentalistisch Essen

***
Gedanken zum Best Vegan Man Ever Attila Hildmann Hype.
Jeder Satz sollte mit einem ironisch abgesenktem Mundwinkel gelesen und ebenso verstanden werden - so etwa ;-)
Essen um zu leben war gestern.
Heute heißt es - iß und rede darüber. Aber iß gefälligst das richtige und rede mit den richtigen Menschen darüber. Schreib ein Buch, definiere einen lifestyle, stehe dafür mit deiner eigenen Person Modell und verdiene dabei ordentlich Geld. Mach ordentlich Wind, damit auch ja jeder meint, er müsse deinen lifestyle kopieren, um ebenso cool zu werden.
Vegetarisch war früher, heute ist veganisch in. Nur Veganer essen richtig. Wie, das findest du zum schießen? Na warte, dir helf ich heim - dreckiger Vegetarier, du!!
***

Wenn sich die Geister beim essen scheiden, dann sind es Fleischesser und Vegetarier und ganz besonders Vegetarier und Veganer. Irgendwie schafft es ein Veganer eher, einen Fleischesser zu tolerieren als einen Vegetarier, getreu dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund'.
Ein Kampf der Ideologien.

Ich hätte da noch einen - den Kampf zwischen Leuten, die gekochtes Essen zu sich nehmen, und jenen, die nur rohes und ungekochtes essen. Kochtöpfler gegen Rohköstler.
Gibt es eigentlich auch vegetarische Rohköstler gegen vegetarische Kochtöpfler?
Rohes Fleisch-Esser gegen vegane Kochtöpfler?

Veranstalten wir doch ein Turnier, einen Wettbewerb, um die Championship des Richtigen Essens und der Richtigen Zubereitung des Richtigen Essens und ihrer Richtigen Auswirkungen auf den Richtigen Menschen! Unter Beachtung der jeweiligen Werbeverträge und Sponsoren! Mit dem professionellen Sternekoch-Küchen-Zubehör! Am besten im Fernsehen! Neue Kochshow - vegan contra vegetarisch. Die 30 Tage Challenge life.

inspiriert von hier: Attila Hildmann Fit for vegan 30 Tage Challenge  (Kochbuch)
(Bei mich interessierenden Büchern lese ich genüßlich die 1 Stern-Rezensionen, bevor ich mich zu mehr Sternen aufmache. Und die Bücher oft genug deswegen nicht kaufe - was mir schon einen großen Berg an Papiermüll erspart hat. "Schade ums Papier," möchte ich so vielen Autoren zurufen... "tun Sie sich und der Umwelt einen Gefallen und machen Sie was anderes!")

Guten Appetit - Sathiya

Samstag, 4. Oktober 2014

Frack oder Anzug

Dieser Tage belauschte ich zufällig und ungewollt das Gespräch zweier Männer. Ich konnte nichts dafür, ich befand mich in Warteposition, kam nicht weg und sie kamen dazu. Sie unterhielten sich über Gesellschaftskleidung für Männer, wogen das Für und Wider verschiedener Kleidungsformen ab, es war hochinteressant.
Als Banause und bekennender Nicht-Kenner der männlichen Bekleidungsgeheimnisse war ich fasziniert und habe später interessiert nach Frack und Co. gegoogelt.  Ich hatte mir darüber bisher nie groß Gedanken gemacht, was ein Mann zu gesellschaftlichen Anlässen nun trage - Anzug, Hemd, Krawatte - lag aber wohl gründlich falsch.

Es ist eine wahre Wissenschaft, wie man(n) sich zu welchem Anlaß kleiden darf!
Es gibt die Wahl zwischen Anzug, Smoking, Frack, Streesemann, Cutaway, usw., je nach Anlaß, Tages- und Uhrzeit ist mal das eine oder das andere zu bevorzugen. Die Jacken werden mal offen, mal geschlossen getragen, mal mit, mal ohne Weste, desgleichen die zugehörigen korrekten Hosen, Hosenträger, Westen, Leibbinden, Hemden, Manschetten, Knöpfe, Schuhe, Schleifen, Stöcke, Hüte, die vorgeschriebenen Farben müssen beachtet werden... ein logistischer Alptraum. :-)
Für jeden Anlaß, für jede Uhrzeit braucht ein eleganter Mann fast schon einen eigenen Kleiderschrank. Oder einen bestens ausgebildeten Leibdiener, der einem in den jeweils korrekten Anzug hilft? Gibt es eigentlich (schon) eine App dazu? :-))

Auch die historische Entwicklung der Herrenkleidung ist sehr interessant. In alter Zeit gab es extrem strenge Regeln, wer was tragen durfte und wer nicht. Wer sich nicht daran hielt, konnte seinen Rang oder Stand verlieren. Heutzutage ist es lockerer, maximal verliert man sein Gesicht oder man wirkt hoffnungslos provinziell oder ungebildet. Oder man wird nicht zum Wiener Opernball zugelassen. ;-) Quel malheur!

Der Frack als der Gipfel männlicher Eleganz.
Einen Mann im Frack habe ich bisher - unwissend wie ich bin - für einen Diener, bestenfalls den Butler, gehalten. Hmm.  :-) Vielleicht war das ja der Grund meines Irrtums: ein Mann im Frack ist ein Diener. Ein Herr im Frack - der Gipfel der Eleganz. ;-)

Die Damen haben´s heutzutage viel leichter - sie können zwischen verschiedenen Arten Kleidung wählen, da mittlerweile nahezu alles erlaubt ist. Einzige Einschränkung - zum Frack des Herrn trägt die zugehörige Dame Kleid und lang.

Hach ja. :-)) Happy weekend everybody - Sathiya

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Viele bunte Füller

Mir ist aufgefallen, daß in den Schreibwarenläden in den letzten Jahren mehr und mehr, geradezu massenweise bunte, stylische, designpreisverdächtige, niedliche, besonders viel Spaß versprechende Schreibwerkzeuge zu kaufen sind. Mit Piraten, Prinzessinnen, Monster High-Monstern, Totenköpfen, Blümchen, Tigern, in allen Farben und für jeden Geldbeutel. Dazu Tinten in allen Regenbogenfarben.
Wer da einen Füller für ein Schulkind einkaufen soll, hat die Qual der Wahl.

So bunt und vielfältig das Angebot auch ist - gleichzeitig haben meiner Beobachtung nach die Grundschulkinder das Schreiben noch nie schlechter beherrscht. Das Schriftbild ist schrecklich uneinheitlich, kaum ein A gleicht dem anderen, die Buchstaben tanzen mal über, mal unter der Linie, sie werden mühevoll auf die Seite gezirkelt oder lieblos hingekritzelt. Keiner achtet mehr auf ein schönes Schriftbild und weil ihnen das Schreiben nicht automatisch und mühelos von der Hand geht, stottern auch ihre Texte mühsam vor sich hin.
Zu meiner Schulzeit gab es exakt drei Modelle von Füllhaltern, in rot, blau und schwarz. Es gab keine Extra-Würste für Schreibanfänger in Form von sogenannten 'Schreiblernfüllern', passenderweise im Würstchenformat. :-) Sondern man hat sofort mit einem richtigen Schreibgerät geschrieben. Ich zum Beispiel hatte meinen Füller von meiner Mutter geerbt, die ihn von ihrem Vater hatte. Ein echter altmodischer Füllhalter mit Konverter zum Tinte-Aufziehen.
Und ich hatte Schönschreibunterricht. Eine feine Sache, in der man das technisch richtige und ästhetisch schöne Schreiben lernte. Und zwar seitenlang, ganze Hefte voll. Ich finde, genau das fehlt den Kindern heutzutage. Daß die Buchstaben aus der Feder fließen und man sich nur um den Inhalt und die Formulierung des Textes Gedanken machen muß und nicht noch um die Form und Anordnung der einzelnen Buchstaben und Wörter. Es ist gewissermaßen wie mit dem Maschinenschreiben - hat man es einmal richtig gelernt, kann man seine Gedanken einfach in die Tasten fließen lassen... ohne sich ständig die Buchstaben zusammensuchen zu müssen.

Ich bin sehr erschrocken über das Schriftbild der Kinder in der 4. Klasse meiner Jüngsten. Es ist katastrophal. Ich wünschte, die Lehrerin würde das ähnlich sehen. Aber wie ich befürchte, ist sie schon froh, wenn die Hälfte der Kinder überhaupt was leserliches zu Papier bringt. Da kann sie nicht noch auf Schönschrift beharren. Verstehe ich. Nicht. ^.^
Aber - es gibt ja viele bunte Füller. Die schreiben ja fast von allein - und wenn es an Form, Inhalt und Ausdruck fehlt, na und? Dann war eben der Füller schuld. :-)

Jedenfalls übe ich ab sofort mit meiner Jüngsten Schönschreiben. Auf daß ihre Schrift besser werde. Maschinenschrift sozusagen. :-)
Best wishes and happy writing - Sathiya